Atomdebatte

26. September 2011 10:13; Akt: 26.09.2011 19:19 Print

AKW Mühleberg wieder am NetzAKW Mühleberg wieder am Netz

Nach Abschluss der Jahresrevision und Untersuchung der Stabilität des Kernmantels wurde das AKW Mühleberg wieder in Betrieb genommen. Für AKW-Kritiker stellen die Risse im Mantel ein Sicherheitsrisiko dar.

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Das AKW Mühleberg (Kanton Bern) wurde nach Abschluss der Jahresrevision wieder in Betreib genommen. (Bild: Keystone)

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Nach einer weiteren millionenschweren Nachrüstung ist das AKW Mühleberg wieder am Netz. Trotz heftiger Proteste von Atomkraft-Gegnern nahm der bernische Energiekonzern BKW die Anlage am Wochenende wieder in Betrieb.

Das AKW solle weiterlaufen, solange die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit gegeben seien, bekräftigten BKW-Verantwortliche am Montag vor den Medien in Mühleberg. Sie wiesen darauf hin, dass die Sommerpause dieses Jahr nicht nur für die ordentlichen Revisionsarbeiten genutzt worden sei.

Vielmehr habe man auch den Schutz des Notsystems vor extremen Hochwassern verbessert und zu diesem Zweck drei zusätzliche Ansaugstutzen für die Kühlwasserentnahme aus der Aare montiert. Die Massnahmen kosteten die BKW «weniger als zehn Millionen Franken».

Die Nachrüstung verlängerte die Sommerpause des Atomkraftwerks allerdings um fast zwei Monate. Um den Produktionsausfall zu kompensieren, musste die BKW Strom für rund 28 Millionen Franken zukaufen.

Risse an den Schweissnähten

An den ordentlichen Revisionsarbeiten waren laut BKW mehr als 1000 interne und externe Fachleute beteiligt. Besonderes Augenmerk galt den Rissen im Kernmantel, die mit einem neuartigen, laut BKW international etablierten Verfahren überprüft wurden.

Die Risse an den Schweissnähten im Mantelinnern wurden schon 1990 entdeckt. Sie seien zuletzt «nicht oder nur gering gewachsen», betonte Ulrich Imobersteg, Leiter Nuklearmaschinentechnik.

Entgegen früherer Befürchtungen sei kein wanddurchdringender Riss festgestellt worden. «Wir können das heute zweifelsfrei festhalten.» Die BKW trat damit anderslautenden Medienberichten vom vergangenen Juli entgegen.

Die meistbetroffene Schweissnaht sei nach wie vor zu 72 Prozent intakt, sagte Imobersteg. Neue Risse habe man nicht entdeckt. Fazit: «Der aktuelle Zustand des Kernmantels hat keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb von Mühleberg.» Ein Austausch des Kernmantels stehe nicht zur Diskussion.

Das AKW Mühleberg wurde am Wochenende wieder in Betrieb genommen. Die volle Leistung soll an diesem Mittwoch erreicht sein.

Hausaufgaben für Betreiber

Die BKW muss in den nächsten Monaten weitere Hürden nehmen, um das AKW wie angestrebt langfristig betreiben zu können. So muss sie bis Ende Oktober die Angaben für den EU-Stresstest liefern.

Einen Monat später muss der Nachweis vorliegen, dass Mühleberg ein 10'000-jährliches Erdbeben überstehen könnte. Bis Ende März 2012 braucht es zudem einen Nachweis für den Fall eines gleichzeitigen Extrem-Erdbebens und -Hochwassers. Beobachter gehen davon aus, dass weitere Nachrüstungen für Dutzende Millionen Franken anstehen.

Protest vor und im Bundeshaus

In Bern protestierten am Montagmittag rund hundert Menschen gegen die Wiederinbetriebnahme des AKW. Am Abend zogen rund 200 Personen in einer Spontandemonstration durch die Stadt. Kurze Sitzblockaden unterstrichen die Forderung nach der Stilllegung des «Schrottreaktors».

Im Nationalrat setzten die Grünen ein Zeichen des Protests. Sie platzierten auf ihren Pulten Schilder mit der Aufschrift «AKW Mühleberg abschalten». Dafür gabs Tadel von Ratspräsident Jean-René Germanier: Das Parlamentsgesetz untersage solche Aktionen. Die Grünen kamen seiner Aufforderung nach und entfernten die Schilder.

(sda)

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  • Atomstrom-Konsument am 27.09.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übetriebene Hysterie

    Bravo, so ist es richtig. Diese unqualifizierten Querulanten müssen endlich gestoppt werden. Wenn die Experten sagen, dass das KKW Mühleberg sicher ist, dann ist das auch so. Wir leben hier in der CH und nicht in einer Bananenrepublik, hier wird alles doppelt und dreifach geprüft und getestet. Hat man ja wieder typisch bei der Japanhysterie gesehen. Alles auf Erdbeben- und Tsunamitauglichkeit getest, obwohl wir hier nie einen Tsunami haben werden und ein Erdbeben der gleichen Stärke auch nie vorkommt.

  • Rod Hess, Mörigen am 27.09.2011 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört den keiner hin!

    Hört den keiner hin?! Sind den all die besorgten Wortmeldungen nichts! Das Unding gehört abgeschaltet! Risse die nur gering grösser wurden, nachweislich... tönt nicht gerade beruhigend! Im Gegenteil ausschalten jetzt, für uns und unsere nachfolgenden Genrationen und dann weg mit dem weiteren strahlenden Monster. Jetzt! Muss es den zuerst zur Katastrophe kommen, bevor man auf all die besorgten Stimmen endlich hört? Dann ist es zu spät!

  • Corsair am 26.09.2011 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Plauderis

    Die meisten Plauderis hier wissen ja gar nicht, was ein Kernmantel ist. Er würde seinen Zweck auch erfüllen, wenn jede zweite Schweissnaht einen Riss hätte.... Sicher alle hier, die "rumtäubelen haben noch nie ein KKW von Innen gesehen. Es muss einfach mal gesagt sein, dass die sicherheitsrelevanten Systeme vierfach abgesichert sind. Mit den neuen Ansaugleitungen kommt jetzt noch eine fünfte Sicherung dazu. Natürlich sollte man langfristig aus der Kernenergie aussteigen, dann wenn Alternativen vorhanden sind und man ohne Import von AKW-Strom aus Frankreich über die Runden kommt.