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Zeichen der Solidarität
04. März 2010 08:53; Akt: 04.03.2010 11:12 Print
CH-Muslime protestieren gegen Gaddafi
von Amir Mustedanagic - Muammar Gaddafi hat die muslimische Welt zum Dschihad gegen die Schweiz aufgerufen. Nun schlagen die Schweizer Muslime zurück: Sie stellen sich vor die Schweiz und rufen zur Demonstration auf. Doch begeistert sind nicht alle darüber.

Geniesst nicht viel Kredit bei den Schweizer Muslimen: Der libysche Präsident Muammar Gaddafi. (Bild: Keystone)
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Den Schweizer Muslimen reicht es: Nachdem der libysche Präsident Muammar Gaddafi vergangene Woche zum «Dschihad» gegen die Schweiz aufgerufen hat, wollen sie nun auf die Strasse gehen. Die Demo richtet sich klar gegen den Wüsten-Diktator Gaddafi. «Fass unser Land nicht an!», heisst der Slogan. «Wir wehren uns gegen die Instrumentalisierung des Islams, um die Muslime von hier und dort gegen unser Land und unsere Mitbürger aufzuhetzen», sagt Organisator Abdel Lamhangar. Die Demo sollte vor der libyschen Botschaft in Bern stattfinden, protestiert wird nun auf Wunsch der Gewerbepolizei auf dem Helvetiaplatz.
Demo vor der Botschaft nicht erlaubtDie Organisatoren wollten ursprünglich vor der Botschaft demonstrieren. Die Gewerbepolizei lässt aber nur eine Delegation von maximal fünf Personen vor die Botschaft. Sie begründete die Einschränkungen damit, dass die Botschaften unter spezielle völkerrechtliche Bedingungen fallen. Ihre Freiheitsrechte dürften nicht eingeschränkt werden, so Polizeiinspektor Jean-Claude Hess. «Mit der Libyen-Affäre haben die Einschränkungen nichts zu tun», so Hess gegenüber 20 Minuten Online. Hätte die Demo beispielsweise vor der österreichischen Botschaft stattgefunden, hätte man gleich entschieden.
«Fass unser Land nicht an!»-Demo: Samstag, 6. März 2010 von 14 bis 16h in Bern auf dem Helvetiaplatz. Weitere Infos auf der Homepage
von «Touche pas à mon pays». Organisator Abdel Lamhangar ist Lokalpolitiker aus dem freiburgischen Romont. Die Organisation «Touche pas à mon pays» ist ein loses Bündnis von Freiwilligen.
Mit der Demo setzen die Muslime zum ersten Mal ein sichtbares Zeichen, nachdem sie sich in der Vergangenheit dezent aus politischen Diskussionen zurückgehalten haben. «Wir wollen nicht weiter schweigen», begründet Lamhangar. «Wir Schweizer Muslime schätzen den Rechtsstaat, in dem wir leben und möchten das dem Rest der Welt auch zeigen.» Das neue Selbstverständnis begrüsst auch Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS): «Die Demonstration ist ein guter erster Schritt der Muslime, sich vermehrt zu Wort zu melden.»
Islamischer Zentralrat hat Bedenken
Während der Minarett-Debatte war immer wieder der Vorwurf laut geworden, die Muslime würden sich zu wenig von negativen Geschehnissen distanzieren. Maizar sieht es «als Zeichen der Reife», dass die Muslime sich nun von diesen Forderungen öffentlich distanzieren. «Unser Land braucht von niemandem über die Demokratie belehrt zu werden, am wenigsten von einem Diktator», sagt Lamhangar. Für die Organisatoren ist die Demonstration deshalb ein doppeltes Zeichen der Solidarität: Für Max Göldi und die Schweiz.
Gerade für Göldi könnte die Demonstration aber negative Folgen haben, findet der umstrittene Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS). «Wir sind der Meinung, dass eine Demo in diesem Fall kontraproduktiv ist», sagt Pressesprecher Quaasim Illi. Dass sich die Muslime nun selbst organisieren und für ihre Meinung einstehen, sei nur zu begrüssen. Aber Gaddafi sei ein unberechenbarer Herrscher, der die Aktion als politisches Zeichen der Schweiz missverstehen könnte. Die Heimkehr von Göldi könnte dann letztlich gefährdet werden.
Amnesty International: «Eine Demo muss möglich sein»
Daniel Graf von Amnesty International gibt sich zurückhaltend. Es komme auf die Art und Weise an, wie demonstriert werde. «Grundsätzlich muss es aber auch in einer angespannten Situation möglich sein, seine Meinung kundzutun», sagt Graf und zieht einen Vergleich mit der Basler Fasnacht. Diese habe gezeigt, dass auch eine sehr kritische Thematisierung von Gaddafi möglich sei. «Und das war in einer heissen Phase kurz vor der Freilassung von Rachid Hamdani», so Graf. Wenn es den Schweizer Muslimen wichtig sei, sich von Gaddafis Dschihad-Aufruf zu distanzieren, müssten sie das tun können.
Das neue Selbstverständnis sieht auch der Präsident des zweiten grossen islamischen Verbandes «Koordination Islamischer Organisationen Schweiz» (KIOS), Farhad Afshar, positiv. Er schränkt aber ein, dass sich die Schweizer Muslime weiterhin nicht von allen Entwicklungen und Geschehnissen in der Welt distanzieren könnten. Man könne nur die Verantwortung für das Verhalten der Muslime in der Schweiz übernehmen. «Sonst werden wir zu Geiseln aller politischen Entwicklungen auf der gesamten Welt und müssen uns womöglich für Muslime in Afghanistan rechtfertigen», so Afshar.
Bleibt die Frage, wie viele Muslime sich der Demonstration anschliessen. Die Organisatoren haben keine muslimischen Verbände angegangen und rechnen mit mindestens 150 Leuten, die teilnehmen. «Wir hoffen aber darauf, dass sich zahlreiche weitere Bürger uns anschliessen», sagt Lamhangar. «Egal, ob Muslime oder nicht.»
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Alle 162 Kommentare





























@Pascal
muslime und alkohol??? naja diese muslime sollten lieber ihren glauben ändern :-) gadaffi spricht nicht für alle muslime! sicher gibt es einige muslime welche seine meinung vertreten, doch idioten gibt es überall! den meisten schweizer muslimen geht dieser drogen abhängige beduine am ar*** vorbei!
Toll!
Ich finde es schön wenn sich die muslime wehren. Die Schweiz ist Ihre Heimat und Gadaffi soll in seiner Welt seine Macht ausüben.Macht weiter so die Schweiz wird es euch danken.
Na endlich!
Es freut mich sehr, und ich habe lange gewartet, ein paar Muslime mit diesem Standpunkt öffentlich zu sehen. Für die, die es wirklich ernst meinen und es auch zeigen, werde ich mich in Zukunft gerne einsetzen. Es ist die erste Demo von Muslimen, für ein westliches Land. Die Schweiz macht in vielen Dingen einen einschneidenden Anfang. Toll!