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Bern
07. Juli 2010 22:58; Akt: 07.07.2010 22:21 Print
Ex-Junkies schocken Schüler
von Fabienne Wittwer - Von Jung zu Jung: Ein neuer Berner Verein für Drogenprävention geht mit jungen Ex-Junkies in Schulklassen, um Teenies abzuschrecken. Fachleute raten zur Vorsicht.
Unter dem Motto «Von jungen Menschen für junge Menschen» will der Verein zur Prävention von Drogen Schüler aufklären. Er lässt maximal 26-jährige ehemalige Drogensüchtige vor den Klassen von ihren Erlebnissen erzählen. «Für Teenies ist das eindrücklich, denn sie können sich mit den jungen Leuten identifizieren», sagt Alan Nicolier, Vize-Präsident des neu gegründeten Vereins. So könne man sie besser erreichen als mit Lehrern, die Drogen nur aus Büchern kennen. Die Kinder hören traurige Geschichten, wie jene von C.L.*: Mit 13 Jahren begann er zu kiffen, mit 16 griff er zu Heroin. «Ich war schwer abhängig und lebte auf der Gasse», so C.L. Nach mehreren Entzügen sei er jetzt clean. «Ich dachte: Wenn ich es jetzt nicht packe, sterbe ich.» Jetzt gibt er seine Erfahrungen weiter: «Vielleicht bewirke ich so, dass andere nicht dieselben Fehler machen», hofft er.
Doch das Contact Netz warnt: «Die Geschichten lösen bei den Schülern womöglich den Gedanken aus, dass ihre Kiffereien oder der Alkoholkonsum nicht schlimm seien», sagt Rita Hubrich, Leiterin der Beratungsstelle. Deshalb wolle das Contact Netz bei der Arbeit mit Schulklassen nicht Geschichten von Dritten in den Vordergrund stellen, sondern die möglichen Probleme der Teenies selbst.
*Name der Redaktion bekannt
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Alle 9 Kommentare




























Zwischen Abschreckung und Reiz
Ich bin mir nach wie vor nicht sicher ob Vorträge von Ex Junkies eine solch Abschreckung wie erwünscht bringt. Ich zweifle daran ob nicht bei manchen Schülern einen Reiz und Neugier auslöst? Ich bin mir nicht sicher. jedoch denke ich schon dass die Schere zwischen Abschreckung und Reiz/Neugier nicht all zu gross ist. Jedoch alleweil besser als gar keine Prävention. Gruss Michi
Abschreckung
Eigentlich finde ich die Idee sehr gut, dass Ex-Drogenabhängige ihre schlimmen Erfahrungen einsetzten um junge Menschen abzuschrecken. Nur, dieser "Schuss" kann auch nach hinten losgehen. Junge Leute gerade unter 20ig Jährige, sind in der Regel sehr neugierig. Bei uns fand als ich in dem Alter war auch sowas statt. Uns wurde ein ganz "gruusiger" Film über Leute mit kaputten Lungen gezeigt um uns vom Rauchen abzuhalten. Resultat: von 25 Nichtrauchern in der Klasse haben danach mehr als die Hälfte angefangen zu rauchen, aus purer Neugierde und so nach dem Motto; jetzt erst recht. Also. Vorsicht!
abschreckung versus aufklärung
Suchtprävention funktioniert nicht durch Abschreckung. Ein Heroinsüchtiger als Beispiel zu verwenden ist deshalb falsch, weil Heroin für die meisten Jugendlichen eine unattraktive Substanz darstellt. Substanzen, wie Alkohol, Zigaretten, aber auch Kokain, MDMA GHB/GBL oder Medikamenten können viel eher zu einem ungesundes Konsummuster bei Jugendlichen führen. Eve&Rave betreibt seit Jahren selektive Drogenprävention von User für User und erreicht so in der Szene eine hohe Glaubwürdigkeit. Erfahrungsberichte bringen immer die Gefahr des Anreizes mit sich, ebenso wie Verbote.