Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Bern
23. April 2009 23:03; Akt: 23.04.2009 20:29 Print
Mobbing und Bossing werden immer häufiger
von Saraina von Grünigen - Ignorieren, Lästern und Rausekeln: Weil in der Krise viele Angst um ihren Job haben, wird Mobbing in Berner Büros immer häufiger.
Seit Januar melden sich vermehrt Opfer bei der Mobbing-Beratungsstelle Bern. «In Zeiten der Wirtschaftskrise haben wir eindeutig mehr Arbeit», sagt Expertin Claudia Stam. «Ein leichter Anstieg ist insbesondere bei Betroffenen aus der Finanzbranche zu erkennen.» Dort sei der Druck besonders gross.
Mobbing: Gemeinsames Lästern über Arbeitskollegen. (Colourbox)
«Die Angst um den Arbeitsplatz ist ein enormer Stressfaktor», erklärt der Berner Psychologe Herbert Kubat. Wenn Betriebe Stellen streichen, habe der einzelne Mitarbeiter automatisch mehr zu tun. Auch dies führe zu sozialen Konflikten. «In Zukunft wird die Anzahl Mobbingopfer weiter steigen», vermutet Kubat.
«Die Mobber werden immer rücksichtsloser», weiss Rechtsanwalt Christian Hodler. Gegen Mobbing könne man rechtlich vorgehen. «Eine Ausgrenzung über längere Zeit muss aber nachgewiesen werden können.» Meist richte sich eine Klage gegen den Arbeitgeber, weil dieser trotz Wissen nicht eingeschritten ist.
Nicht nur im Team wird gemobbt, weiss Stam. «In jedem zweiten Fall wird der Mitarbeiter von seinem Chef gemobbt.» Solche Fälle werden als Bossing bezeichnet.

























