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Anti-WEF-Demo
21. Januar 2012 15:14; Akt: 25.01.2012 12:46 Print
Über 100 Demonstranten verzeigt
Eine unbewilligte Demonstration in Bern ist von der Polizei verhindert worden. Zahlreiche Teilnehmer wurden eingekesselt und wegen Landfriedensbruch verzeigt.
Hunderte Polizisten haben am Samstagnachmittag in Bern eine unbewilligte Anti-WEF-Demonstration im Keim erstickt. Sie kesselten zwischen 100 und 120 Aktivisten bereits auf dem Weg zum geplanten Besammlungsort am Bahnhof ein. Anschliessend begann die Polizei damit, die Personalien aufzunehmen. Zugleich wurden die Kleidung und mitgeführte Gepäckstücke durchsucht. Am Abend teilte die Kapo Bern in einer Medienmitteilung mit, dass über 100 Personen wegen Landfriedensbruch angezeigt worden sind.
Bildstrecken Prominente Gäste am WEFFarbanschlag auf die Nationalbank. Polizei zieht positive ZwischenbilanzDer Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat am Samstagnachmittag eine positive Zwischenbilanz des Polizei-Einsatzes in der Innenstadt gezogen: Man habe einen Umzug der WEF-Gegner in der Innenstadt verhindern wollen, was bislang gelungen sei.
«Es gab im Vorfeld der Kundgebung Aufrufe zur Gewalt, die wir ernst nehmen mussten», rief Nause im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda in Erinnerung. Die anonymen Organisatoren der unbewilligten Demonstration hätten sich nie von diesen Aufrufen distanziert.
«Am Freitag unternahmen wir einen letzten Versuch, mit den Organisatoren in Kontakt zu treten», berichtete Nause. Das sei nicht gelungen. In einem mitgeführten Fahrzeug und einem Kanalisationsschacht wurden mehrere grosse Pfeffersprays, Vermummungsmaterial sowie Helme gefunden. Über 100 Personen wurden unter anderem wegen Landfriedensbruch angezeigt. Werden Sie Leser-Reporter!

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Im Parkhaus Neufeld im Nordwesten Berns war in den letzten Tagen ein behelfsmässiger Warte- und Festhalteraum eingebaut worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur SDA war geplant, die WEF-Gegner dorthin zu bringen. Wie lange die Aktivisten festgehalten würden, war zunächst unklar.
Die geplante Demonstration unter dem Motto «Wipe out WEF» hatte für Unruhe gesorgt, weil im Vorfeld Aufrufe zur Gewalt zirkuliert haben sollen. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte darauf angekündigt, man werde «alles Menschenmögliche unternehmen, um Ausschreitungen zu verhindern».
Hilfe aus anderen Kantonen
Das Polizei-Aufgebot in der Innenstadt war dementsprechend gross, wie ein sda-Reporter vor Ort feststellte. Einsatzkräfte aus Basel, Zürich und Genf waren zur Verstärkung der Berner Kollegen angereist.
Sie verhinderten, dass sich die Aktivisten in die stark frequentierte Innenstadt bewegen konnten. Das hatte unter anderem zur Folge, dass zahlreiche Strassenabschnitte für Passanten gesperrt waren und der öffentliche Verkehr zeitweise lahmgelegt war.
Mehrere Dutzend Aktivisten wurden bereits auf dem Weg von der Schützenmatte zum Bahnhof eingekesselt. Weitere Demonstranten, die es auf den Bahnhofplatz geschafft hatten, wurden dort von Polizisten eingekreist und kontrolliert.
Viele Passanten beobachteten die teils bizarre Szenerie mit verhältnismässig wenigen Demonstranten und vielen Polizisten, die meisten von ihnen in Kampfmontur. Auch ein Wasserwerfer stand bei der Heiliggeistkirche bereit. Selbst im nahen Warenhaus Loeb waren etliche Einsatzkräfte an den Fenstern postiert.
«Kapitalismus überwinden»
Die Organisatoren hatten zu einer «überregionalen Kundgebung» gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum aufgerufen. Die Aktivisten trugen Transparente mit sich, auf denen etwa «WEF transformieren - Kapitalismus pulverisieren» stand.
Eine Sprecherin der eingekesselten Gruppe rief die Polizeikräfte via Megaphon vergeblich auf, sie passieren zu lassen und den geplanten Umzug durch die Stadt zu ermöglichen. Aktivisten in der Umgebung des Bahnhofs, die nicht eingekreist waren, kritisierten das Vorgehen der Polizei gegen «friedliche Demonstranten».
(sda)
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Alle 325 Kommentare





























Maghreb - Schweiz
Man berichtet in den Medien gross über die Proteste im Maghreb und wie die dortigen Machthabern mit unlibsamen Kritikern und deren Protest umgeht. Passiert dasselbe bei uns, applaudieren hier viele. Für welches Verbrechen wurden die 150 Personen angezeigt? Dürfen Kritiker ihren Protest auch hier nicht mehr unbestraft auf die Strasse tragen?
Vorbildlich
Vorbildlicher Einsatz; Kosten auf Verursacher verteilen, wenn kein Geld dann abarbeiten lassen.
Schlimme zustände bei der Polizei
Wenn die Polizei weiter so gegen Demonstranten vorgeht werden dass noch schlimme zustände werden. Schämt euch polizisten das ist unterste schublade!