14. Oktober 2008 23:07; Akt: 14.10.2008 20:25 Print

Wahlkampf verkommt nun zur SchlammschlachtWahlkampf verkommt nun zur Schlammschlacht

von Patrick Marbach - Eklat im Berner Wahlzirkus: Alexander Tschäppät und Barbara Hayoz weigern sich, mit ihrem Gegenkandidaten Jimy Hofer vor Publikum zu diskutieren. Zudem muss dieser Tausende Broschüren einstampfen.

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Jimy Hofer fordert im Wahlkampf das Recht auf Polemik. (mar)

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Als «kopf- und somit hirnlose Chaoten» bezeichnet Hofer die bisherigen Parlamentarier in seiner Wahlbroschüre. Die Stadt lehnt es deshalb ab, das Faltblatt mit den Wahlkuverts zu verschicken. «Jetzt müssen wir die 86 000 Stück einstampfen und eine korrigierte Fassung nachdrucken», nervt sich Hofer. Als Sprengkandidat habe er das Recht zu polemisieren. «Ich begreife aber, dass man die Formulierung rechtlich gesehen als Beleidigung auffassen könnte.»

Viel mehr ärgert den Rocker aber, dass Tschäppät (SP) und Hayoz (FDP) abgemacht haben, ein von Capital FM organisiertes Wahlpodium im Hotel Bären platzen zu lassen. Zuerst weigerten sich die beiden etablierten Stapi-Kandidaten sogar kategorisch, zum Showdown gegen Hofer anzutreten. Nach hartnäckigen Interventionen des Radiosenders willigten sie immerhin zu einem Studiogespräch ohne Saalpublikum ein. Dieses wird am 15. November ausgestrahlt.

Doch Tschäppät bleibt skeptisch: «Mit Hofer ist eine ernsthafte Diskussion nicht möglich», bedauert der Stadtpräsident, «die Finanzkrise zeigt doch, wie wichtig es ist, dass die Politik ihren Stellenwert behält.» Dies sei aber nur durch sachlich geführte Auseinandersetzungen möglich.