Minarett-Verbot

29. November 2009 17:00; Akt: 05.03.2010 12:40 Print

Islamische Welt ist schockiertIslamische Welt ist schockiert

Die Annahme der Minarett-Initiative hat in den muslimischen Ländern Empörung ausgelöst. Das Resultat verletze die Religionsfreiheit.

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Es ist ein Abstimmungsresultat mit Symbolkraft. Ein Resultat auch, das weit über die Landesgrenze Reaktionen auslöst. So sagte Tamer Boalenin, Korrespondent des arabischen Fernsehsenders «Al Jazeera», das Abstimmungsresultat überrasche und schockiere die islamischen Länder. Viele Personen, mit denen er in Kontakt stehe, seien nur auf eine Ablehnung der Initiative vorbereitet gewesen.

«Fundamentalisten Tür und Tor geöffnet»

Die Organisation der islamischen Konferenz (OCI) zeigt sich ebenfalls «überrascht und enttäuscht. Wir haben mit einer deutlichen Ablehnung gerechnet», sagte der OCI-Botschafter Babacar Ba der Nachrichtenagentur SDA. Ba erwarte keine gewalttätigen Reaktionen in der islamischen Welt. Er glaubt allerdings, dass das Resultat Fundamentalisten neue Türen öffne. Die OCI appelliere deshalb an die Wachsamkeit. Die Schweizer Muslime könnten sich bedroht fühlen, gab Ba zu Bedenken. Eine Diskussion über die Rolle der Muslime in der Schweiz sei deshalb nötig: «Es braucht einen Dialog, um Vorurteile zu verhindern.»

Erschwerter Dialog

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) glaubt allerdings, dass dieser Dialog durch das Resultat behindert werde. Das Ja sei «ein Hindernis auf dem Weg der gegenseitigen Integration und des interreligiösen Dialogs», sagte Sprecher Walter Müller.

Für den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland zeigt das Ja, dass die europäischen Gesellschaften «noch nicht ganz reif» für die Einwanderung seien. In Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren «eine neue Kultur entwickelt», die sich verstärkt um einvernehmliche Lösungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen bemühe. «Diese Konsenskultur sollten die Schweizer vielleicht übernehmen», empfahl Kolat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Offen liess er, ob das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung auf eine generelle Feindlichkeit gegenüber Muslimen zurückzuführen sei. Es müsse jetzt genau geprüft werden, «ob die Menschen dort wirklich gegen den Minarettbau oder gegen den Islam abgestimmt haben».

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich reagierte mit «Trauer und tiefer Enttäuschung» über den Entscheid. «Die Eidgenossen haben damit versäumt, ein klares Zeichen für Vielfalt, Religionsfreiheit und Menschenrechte zu setzen», sagte der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Omar al-Rawi, gemäss einem Communiqué. Und weiter: «Menschenrechte sind nicht teilbar, und Religionsfreiheit ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Rechte.»

Verletzung der Religionsfreiheit

Die politische Muslimbruderschaft in Jordanien wertet die Annahme der Initiative gar als krasse Verletzung der Religionsfreiheit. «Wir weisen ein solches Vorgehen zurück, weil es die Muslime an der Ausübung ihre religiösen Handlungen hindert, weil eine Moschee ein Minarett braucht und der Gebetsruf Teil des Rituals ist», erklärte der Sprecher der Bruderschaft, Jamil Abu-Bakr in Amman. Der Schweizer Volksentscheid sei Teil der weltweiten Anti-Islam-Kampagnen seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, stellte Abu-Bakr fest und weiter: «Können Sie sich eine Kirche ohne Glocke vorstellen?»

Eine Verletzung der Religionsfreiheit sieht auch Amnesty International (AI) im Abstimmungsresultat. Es sei unvereinbar mit den Konventionen, welche die Schweiz unterzeichnet hat. Daniel Bolomey, Generalsekretär der Schweizer AI-Sektion, zeigte sich schockiert. «Der Bundesrat und das Parlament sind ein grosse Risiko eingegangen, als sie die Initiative nicht für ungültig erklärt haben», wird Bolomey in einer AI-Mitteilung zitiert.

In der radikalen Haltung bestätigt

Laut dem Interreligiösen Think-Tank ändere das Abstimmungsresultat grundsätzlich nichts. Die Raumprobleme, die Ausgrenzung und die Unsichtbarkeit des Islams in der Schweiz bestünden weiter wie bisher. Es gebe keine Muslimin, keinen Muslim weniger im Lande an Zahl, dafür einige mehr, die sich in ihrer radikalen und gesellschaftsfeindlichen Haltung bestätigt fühlten. Zudem sähen viele noch mehr einen Grund, sich abzuschotten. Keine einzige Frau werde wegen verbotener Minarette künftig nicht mehr unterdrückt werden. Präsidentin des Interreligiösen Think-tank ist Amira Hafner-Al Jalaji.

(meg/sda/dapd)

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  • Eddy Keller am 16.12.2009 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Islam und Barbaren

    Wieviel mal haben die im namen des Islams die letzten 1000 Jhr. Europa überfallen?? Heute wird einfach unter dem Decknamen EU, Religionsfreiheit und Menschenrechte dieser Kontinent überfallen!

    • Deutscher Muslim am 25.12.2009 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      Islam und Barbaren meine Antwort

      Ich weiss nicht genau in welchen Geschichtsbüchern Sie etwas von Muslimen gelesen haben die Europa überfallen haben. Es waren keine Muslime die im Zuge der Kreuzzüge und der Kolonialisierung mehr als 50000000 Menschen ermordet haben und ausgebeutete Länder zurück liessen. Es waren keine Muslime die 1. und auch 2. Weltkrieg angezettelt haben. Es waren ebenfalls keine Muslime die mehr als 6000000 Juden in Konzentrationslager schickten und ermordet haben. Es waren auch keine Muslime die Vietnam überfallen haben. Und es waren keine Muslime die 1.bzw 2. Golfkrieg angezettelt haben.

    • Eddy, Keller am 16.04.2012 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      Steht nicht in Koran

      @deutscher Muslim: ich weiss nicht was für Bücher ihnen in der Schule vorgesetzt wurde. Überfall von Muslime in Europa zwischen 642 und 1453. Niederlagen und Vertreibungen ab 1609-14 in Spanienen usw.

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  • "Schweizer" am 08.12.2009 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    Islam oder Islam?

    Ich gebe offen zu ich habe bei der Initiative ein "Ja" in die Urne geworfen. Ein umstrittenes Ja weil, ich gerne weiterhin in der "Schweiz" leben möchte. und doch tolerant wäre um alle Religionen zu akzeptieren! Aber das Ja, das ich in die Urne gelegt habe ist aus dem Grund weil ich bedenken habe ob da der "richtige Islam" audgeübt würde?! Was heisst richtig,ja das ist die Frage! Kein Fanatismus und Extremismus!! Im Islam ist Mord und Selbst mord doch auch eine Todsünde? Oder liege ich da falsch? Sekten gibt es in jeder Glaubensrichtung.Ich gehe nie in die Kirche! Mein glaube ist im Herz.

  • David Neuhaus am 06.12.2009 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Islam?

    Ist den noch wirklich niemand darauf gekommen, dass eigentlich nicht gegen den Islam oder Minarete gestimmt wurde sondern gegen unsere Regierung? Denke die Mehrheit der Leute haben es langsam satt, dass den Minderheiten immer mehr Rechte eingeräumt und mehr Beachtung geschenkt wird als der Mehrheit der Bevölkerung.

    • Eddy Keller am 05.01.2010 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      Abstimmungen

      Ist immer wieder schön was die alles anhand einer Abstimmung sehen. Ich habe ja gestimmt und meinte damit nein zum Islam samt Bauten. Die kommen ja alle in die Schweiz weil Sie zuhause unterdrückt werden. Im übrigen, wenn in den Urlaub gehe lauf ich auch nicht einer Sennenkutte herum. Es heisst immer das Volk hat abgstimmt, aber der Durchschnitt von 15% Stimmbeteiligung in den letzten 50 Jhr. ist gigantisch.Dabei könnten wir wirklich bestimmen was laufen sollte. Aber wir haben ja laut Statistik welweit am meisten Analphabeten!

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