Offensive in Afghanistan

16. Februar 2010 09:14; Akt: 16.02.2010 10:32 Print

Blutzoll unter Zivilisten steigtBlutzoll unter Zivilisten steigt

Bei der NATO-Militäroffensive in Südafghanistan sind drei weitere Zivilisten getötet worden. Damit sind am vierten Tag der Offensive bereits 15 Zivilpersonen getötet worden.

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Zwei der Opfer liefen auf eine Gruppe von Soldaten zu und ignorierten mehrere Aufforderungen anzuhalten, wie die NATO-Schutztruppe ISAF am Dienstag mitteilte. Daraufhin hätten die Soldaten das Feuer eröffnet. Damit wächst die Sorge, dass die Zivilbevölkerung, deren Sicherheit durch die Offensive verbessert werden soll, die Hauptlast der Kämpfe trägt.

Erst am Sonntag waren im Zuge der Offensive gegen die Taliban-Hochburg Mardschah zwölf Zivilpersonen bei einem Raketenangriff getötet worden, darunter sechs Kinder. In dem Haus sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs gerade drei Taliban-Kämpfer aufgehalten haben. Am Montag wurden zudem bei einem Luftangriff in der benachbarten Provinz Kandahar fünf Zivilisten getötet.

Rund 15 000 Soldaten der NATO und der afghanischen Streitkräfte sind in der Provinz Helmand im Einsatz, um die Taliban aus ihren Hochburgen zu vertreiben. Dies kann aber vermutlich noch Wochen dauern. Danach soll dort eine Zivilverwaltung aufgebaut werden.

Aber auch am vierten Tag der Offensive waren immer wieder die Explosionen von Sprengsätzen und Schüsse zu hören. Die Taliban schienen ihre Gegenangriffe auf die vorrückenden Koalitionstruppen zu verstärken. Bei einem Schusswechsel zwischen NATO-Soldaten und Aufständischen in der Nähe der Stadt Mardschah wurde ein Zivilist von einem Querschläger tödlich getroffen.

Die Taliban-Kämpfer schaffen es offenbar, im Schutz der Dunkelheit durch die Linien der alliierten Verbände zu kommen und dann in Gebieten, die eigentlich als gesichert gelten wieder aufzutauchen, wo sie dann das Feuer auf die Soldaten eröffnen. Ein Minenräumer, der einem gepanzerten Konvoi den Weg bahnte, brachte immer wieder Sprengsätze zur Detonation. Die Offensive hat sich dadurch verlangsamt, auch wenn die afghanische Regierung behauptet, die Aufständischen seien geschlagen und auf der Flucht.

(dapd)