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Umfrage
05. Juni 2011 13:30; Akt: 05.06.2011 13:39 Print
67 Prozent für den Atomausstieg
Wenige Tage vor der Sondersession zur Atomdebatte im Nationalrat hat der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse eine neue Umfrage vorgelegt.
Laut der economiesuisse-Umfrage würden 67 Prozent der Befragten für einen Atomausstieg stimmen. 65 Prozent sind auch bereit, dafür höhere Strompreise zu bezahlen.
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«Endlich ein guter Grund, Strom zu sparen»
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Fast die Hälfte der 1005 Befragten nehmen beim Atomausstieg zudem in Kauf, dass die Stromversorgung nicht zu jeder Zeit perfekt funktioniert. Die von der Zeitung «Sonntag» publizierte repräsentative Studie wurde auch auf dem Energie-Portal der Wirtschaft (energiedebatte.ch) aufgeschaltet.
Gemäss der Umfrage wünscht sich die Bevölkerung allerdings keine überstürzten Handlungen: 84 Prozent der Befragten wollen, dass in Ruhe eine sichere Lösung für eine ausreichende Stromversorgung gefunden wird. «Die Bürger reagieren wesentlich gelassener, als es die Politiker vermuten», schreibt Economiesuisse dazu auf dem Energieportal.
Sicherheit spielt wichtige Rolle
Wie die Studie zeigt, ändert sich der Anteil der Gegner neuer AKW allerdings bereits bei einer leicht veränderten Fragestellung: Wird die Frage nach neuen Atomkraftwerken mit den Sicherheitsstandards moderner Atomanlagen verknüpft, sind statt 67 Prozent nur noch 55 Prozent gegen neue AKW.
41 Prozent befürworteten zudem folgende Aussage: «Die Schweiz soll die alten Atomkraftwerke durch moderne ersetzen, welche die neuesten Sicherheitsanforderungen erfüllen.» Bei der allgemein formulierten Frage zum Atomausstieg sprachen sich nur 29 Prozent für AKW aus.
Keine Mehrheit finden in der neuen Umfrage die Gaskombikraftwerke: Nur 38 Prozent befürworten den Einsatz von Gaskombikraftwerken, bis alternative Energien die Atomenergie vollständig ersetzen können. 46 Prozent sind gegen den Einsatz von Gaskombikraftwerken.
Nichts gegen Gaskraftwerke hat der Chef des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Bruno Oberle: Neue Gaskraftwerke stellten die Klimaziele in keiner Weise infrage, sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Denn der CO2-Ausstoss könne zu 100 Prozent kompensiert werden.
Gut fürs Klima
Grundsätzlich sei der Atomausstieg eine positive Sache für die Umwelt: «Der Atomausstieg und damit die Notwendigkeit, mit der Energie effizienter umzugehen, helfen dem Klima», sagte Oberle. Dieser Zusammenhang werde unterschätzt.
Eine Chance biete der Umstieg auf alternative Energien - etwa Strom aus Biomasse und Abfall - auch für den Wald: «Beim Holz wären zwei Millionen Kubikmeter mehr Ertrag möglich, davon die Hälfte aus dem Wald», erklärte Oberle. «So könnten wir zugleich den Schweizer Wald verjüngen.»
Die Studie wurden vom Forschungsinstitut gfs.Bern durchgeführt. Die Befragungen im Auftrag von Economiesuisse fanden zwischen dem 5. und dem 14. Mai statt - also noch vor dem Entscheid des Bundesrats, aus der Atomenergie auszusteigen. Am kommenden Mittwoch wird sich der Nationalrat mit der Frage des Atomausstiegs befassen.
(sda)
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Alle 40 Kommentare






























realitätsverlust?
Oberle sagt: "«Der Atomausstieg und damit die Notwendigkeit, mit der Energie effizienter umzugehen, helfen dem Klima»". Diese Aussage finde ich reichlich schräg: WIESO?? Ich werde wegen dem Atomausstieg doch nicht weniger Auto fahren oder auf die Ölheizung verzichten.
Eventuell darum..
vermutlich deswegen, weil die Energie teurer produziert werden muss und somit mehr kostet. Wenn es mehr kostet, wird damit auch effizienter umgegangen und Produkte entwickelt, die weniger Strom verbrauchen; weil die eher gekauft werden; der Kunde möchte ja sparen.
Wo ist die visionäre Schweiz???
Die Atomkraft ist veraltet, die Kontrollen ein Witz, der Rückbau und die Lagerung ungelöste Probleme. Wie lange wird das noch gut gehen? Das nächste AKW geht garantiert hoch. Wann und Wo? Ich werde es ganz sicher erleben. Hoffentlich nicht in Europa. Dann wird es heissen: Ja, das konnte man nicht vorhersehen, das kommt nur alle 1 Mio Jahre einmal vor, bla bla bla. Ein AKW Unfall in CH würde 4000 Mrd. Schaden verursachen. Mindestens. Versichert ist kein Rappen. Unter anderem deshalb ist Energie so günstig. Das Risiko ist nicht versichert!
keine Aussagekraft
Solche Umfragen wären Aussagekräftig, wenn die Befragten alle Fakten und Konsequenzen kennen würden, die mit einem Ausstieg verbunden sind. Bei der Frage "sind Sie für den Atomausstieg und würden Sie dafür etwas höhere Strompreise akzeptieren" ist klar, dass die meisten mit "JA" antworten Stellt man die gleiche Frage, aber mit CHF 100.-- bis CHF 150.-- Mehrkosten pro Monat, gäbs garantiert andere Umfrageergebnisse.
Umfragen?
geht es nur mir so, oder sind Umfragen immer Fraglich? Manchmal muss man ja froh sein, wenn bei einer Umfrage unter dem Strich 100% raus kommen.