Lauterkeitskommission

29. August 2011 12:33; Akt: 29.08.2011 12:43 Print

Atomstrom nicht als CO2-frei anpreisenAtomstrom nicht als CO2-frei anpreisen

Die Aussage «Wir produzieren CO2-freien Strom» darf von AKWs nicht für die Anpreisung ihres Stroms verwendet werden. Ein AKW hat es verpasst, die Behauptung zu beweisen.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Wer in der Werbung etwas behauptet, muss dies belegen können. Das hält die Lauterkeitskommission in einem Beschluss fest. Der Beweispflicht nicht nachgekommen ist ein AKW. Die Kommission beurteilte deshalb dessen Werbespot, wonach Atomstrom CO2-frei sei, als unlauter, wie sie am Montag mitteilte.

Die Schweizerische Lauterkeitskommission war eingeschritten, nachdem ein Konsument wegen eines Radio-Spots Beschwerde eingereicht hatte. Im Spot behauptete das AKW, CO2-freien Strom zu produzieren.

Der Konsument machte geltend, dass diese Behauptung irreführend sei. Ganzheitlich betrachtet produziere Kernkraftenergie doppelt so viel CO2 wie Wasserkraftwerke. Das AKW hingegen führte aus, dass die Behauptung nicht überprüft werden könne, da das Gesetz nicht definiere, was CO2-frei sei.

«Wir produzieren CO2-freien Strom»

Die Lauterkeitskommission akzeptierte dieses Argument nicht: Würde jeder Werbetreibende argumentieren können, sein behaupteter Wettbewerbsvorteil sei nicht gesetzlich definiert und daher nicht beweisbar, könnten die lauterkeitsrechtlichen Anforderungen an die Richtigkeit von Werbeaussagen auf das Einfachste umgangen werden, wie es im Beschluss heisst.

In der Folge forderte die Lauterkeitskommission das AKW auf, die Aussage «Wir produzieren CO2-freien Strom» nicht mehr zu verwenden. Die Lauterkeitskommission ist ein Selbstkontrollorgan der Werbebranche. Jede Person ist befugt, Werbung, die ihrer Meinung nach unlauter ist, bei dieser Kommission zu beanstanden.

(sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Simon Rüegsegger am 02.09.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Simon

    Liebe Atomfreunde steht doch einfach dazu, dass Ihr einen Fehler gemacht habt. Euer Strom ist und belibt CO2 arm aber nicht frei. Jeder kann sich mal bei der Formulierung irren. Ich hoffe nur das andere Berichte, Studien und Kommentare von euch etwas Wahrheitsgetreuer fromuliert sind.

  • AKW-Befürworter am 30.08.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Da könnte man ja auch gleich gegen nachhaltige, erneuerbare Energien vorgehen. Z.B. Solarstrom: Ist nicht nachhaltig da die Sonne eine begrenzte Lebensdauer hat (6Mia.y) und die seltenen Metalle für die kollektoren auf der Erde begrenzt sind.

  • Stromverbraucher am 30.08.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    KKW = CO2 frei

    Ein KKW ist CO2 frei. Es erzeugt den Strom ja mit Atomenergie und die brennt nicht. Was nicht brennt setzt auch keine Abgase = CO2 frei. Also ist die Behauptung richtig.

    • suchender am 30.08.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      Solarzelle = Unendliche Energie?

      Wenn die Solarzelle mal steht braucht sie auch nur noch Sonnenenergie, nicht mal mehr Brennstoff muss man zufügen. Solarzelle=unendliche Energie. Diese Behauptung ist genau so richtig wie deine...

    • michael am 30.08.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

      Um Himmels Willen!

      Um Himmels Willen, so kann man doch nicht argumentieren. Der Uran muss abgebaut, transportiert, vorbereitet und am Schluss entsorgt werden... Alles muss in die Rechnung einfliessen! Tut man das, so ist keine Art der Energiegewinnung vollständig CO2-frei.

    • Ton Ton am 31.08.2011 00:36 Report Diesen Beitrag melden

      KKW = auch Strahlenfrei

      Ein KKW kann auch nicht strahlen, denn es ist das Uran und seine Spaltmaterialien, die strahlen. Oder strahlt etwa Beton von sich aus? Fragt sich nur, wie das Uran ins KKW kommt. Mit dem Atomgetriebenen Schiff (= CO2-frei)? Und das KKW selber wurde offensichtlich ohne Lastwagen und dergleichen gebaut (= CO2-frei)?

    • Peter Enis am 01.09.2011 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Stromverbraucher hat recht!

      Stromverbraucher hat schon recht, sonst komme ich mit dem Argument: Solarzellen müsen auch irgendwie gebaut werden, das ist bestimmt auch nicht CO2 Frei... Ich muss doch bitten, lächerlich hier. Wer AKW's in der Schweis abstellen will soll das doch machen, dann bezahlen wir mehr für den Atomstrom den wir dann einfach aus Frankreich importieren und wenns da knallt sind wir genau so tief drinn.

    einklappen einklappen