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Atomdebatte
05. April 2011 18:34; Akt: 05.04.2011 18:43 Print
Auch Amerikaner und Franzosen gegen AKWs
Die Katastrophe von Fukushima lässt auch in den grössten «Atomländern» USA und Frankreich die Stimmung kippen. Das Unbehagen gegen die Atomkraft wächst.
Atomkraft verliert an Beliebtheit, mindestens gemäss Umfragen in den USA und in Frankreich. Die als Atomkraft-Anhänger bekannten Franzosen sind einer Umfrage zufolge keineswegs vollständig überzeugt von der Kernkraft.
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Acht von zehn Franzosen und Französinnen hätten gern, dass der Anteil der Atomkraft in den kommenden 20 bis 30 Jahren zugunsten anderer Energiequellen sinkt. Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop.
Unbehagen
Knapp drei Viertel der Befragten (73 Prozent) waren davon überzeugt, dass dies möglich wäre. Mehr als die Hälfte - 56 Prozent - sehen die vielen Atomkraftwerke in ihrem Land mit Unbehagen.
Frankreich betreibt 58 Reaktoren an 19 Standorten. Das Land bezieht knapp vier Fünftel seines Stroms aus Kernkraftwerken, soviel wie kein anderer Staat weltweit.
Auch in den USA wird Atomkraft nach der Katastrophe in Japan unpopulärer. Nur noch 39 Prozent von Ende März befragten 1001 US- Bürgern befürworten gemäss einer Studie der Gesellschaft für Konsumentenforschung (GfK) den Bau neuer Kernkraftwerke. Im Herbst 2009 waren es noch 49 Prozent.
Gemäss der Studie halten es 14 Prozent der Amerikaner für «äusserst wahrscheinlich», dass ein nuklearer Notfall wie in Japan auch in den USA passieren könnte. Für weitere 15 Prozent ist dies «sehr wahrscheinlich», für 36 Prozent «etwas wahrscheinlich».
Dagegen sind 9 Prozent der Ende März 1001 Befragten in den USA äusserst zuversichtlich, dass ihre Regierung auf eine solche Katastrophe vorbereitet ist. Weitere 18 Prozent sind sehr zuversichtlich und 41 Prozent etwas zuversichtlich.
In den USA stehen 104 Meiler, die grösste Zahl an Reaktoren weltweit. Sie decken etwa ein Fünftel des gesamten Strombedarfs des Landes ab. Ein weiterer Ausbau der Atomkraft ist politisch geplant.
Grossbritannien: Baugenehmigungen verschoben
Die britische Atomsicherheitsbehörde hat die Genehmigungen für den Bau neuer Kernkraftwerke um mindestens drei Monate verschoben. Wegen der von der Regierung beschlossenen Überprüfung sei es nicht möglich, vor dem Abschlussbericht im September vorläufige Bewilligungen zu erteilen, teilte die Behörde am Dienstag mit.
Auch in der Schweiz liegen die Rahmenbewilligungsgesuche für neue Atomkraftwerke derzeit auf Eis. Von Bundesrätin Doris Leuthard angeordnete Abklärungen sollen zuerst zeigen, ob nach der Katastrophe in Japan schärfere Sicherheitsvorschriften nötig sind.
(sda)



























