Radioaktiver Abfall

23. November 2011 09:58; Akt: 23.11.2011 21:38 Print

Castor-Zug rollt auf deutsche Grenze zuCastor-Zug rollt auf deutsche Grenze zu

Mit einiger Verspätung ist der Castor-Transport kurz vor der deutschen Grenze angekommen. Etwa fünfhundert Personen hatten am Morgen versucht, die Abfahrt des Zuges zu verhindern.

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Atom-Gegner protestieren am 22. November im französischen Valognes gegen den geplanten Castor-Transport nach Gorleben. (Bild: AFP)

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Nach heftigen Protesten ist der Castor-Transport vom französischen La Hague nach Gorleben am Mittwochabend mit gut zweistündiger Verspätung auf die deutsche Grenze zugerollt. Aktivisten kündigten weitere Störungen entlang der Strecke an. «Die französische Bevölkerung ist endlich aufgewacht», sagte Laura Hameaux von der Anti-Atom-Organisation «Sortir du nucléaire». Bereits kurz nach dem Start des Konvois musste der Zug wenige hundert Meter vom Abfahrtsbahnhof entfernt vorübergehend stoppen.

Etwa fünfhundert Personen hatten seit den frühen Morgenstunden versucht, die Abfahrt des Zuges zu verhindern. Am Morgen entfernten sie die Steine rund um die Schienen und verbogen ein Gleis. Ein Polizeiwagen ging in Flammen auf. Die Sicherheitskräfte versuchten, mit Tränengas und Schockgranaten die Demonstranten zurückzudrängen.

Sortir du nucléaire zufolge wurden zwei Personen von Gummigeschossen der Polizei verletzt, eine weitere musste mit einer Verletzung an der Augenbraue in ein Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt seien zwölf Aktivisten fest genommen worden.

«Wir wollen eine Debatte über die Gefahren der Atomkraft anregen», sagte Laura Hameaux. Auch wenn dieser Castor-Transport der letzte von La Hague nach Deutschland ist - Frankreich bleibt weltweit das Land mit der höchsten AKW-Dichte. Nach der nuklearen Katastrophe im japanischen Fukushima wächst allerdings auch hier der Widerstand.

«Tschernobyl auf Reisen»

Auch die Mitarbeiter der französischen Bahn SNCF wehren sich zunehmend «gegen den gefährlichen Job beim Tschernobyl auf Reisen», so Philippe Guiter, Generalsekretär der Gewerkschaft Sud Rail. So hätten sich dieses Mal wie schon bei vergangenen Transporten Fahrer geweigert, die Castor-Züge zu steuern, daraufhin seien Führungskräfte eingesprungen.

Der Transport hätte niemals los fahren dürfen«, sagte Guiter der Nachrichtenagentur dapd. Es seien noch viel zu viele Demonstranten auf den Schienen unterwegs. »Wenn es nun zu Verletzten kommt, muss sich der Bahn-Konzern SNCF dafür verantworten.«

Französische Aktivisten wollten den Zug auf seiner weiteren Route bis zur deutschen Grenze begleiten. In verschiedenen Städten fanden noch am Mittwochabend kleinere Demonstrationen statt. Mit der bisherigen Verspätung von rund zwei Stunden wird der Zug nun je nach Streckenführung Deutschland nach dem bisherigen Plan der SNCF gegen 12.45 Uhr in Forbach, um 14.30 Uhr in Kehl oder um 15.10 Uhr in Lauterburg erreichen.

(dapd)

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  • El Barto am 24.11.2011 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Subjektives Verhalten

    Die mediale Inzenierung des Protestes ist ein gutes Beispiel für die ausgezeichnete Arbeit der Umweltaktivisten: Sie haben es nun geschafft, dass immer mehr Menschen verunsichert sind und der Doktrin glauben, Radioaktivität ist tödlich. Doch fragt sich niemand, ob die Vorwürfe faktisch korrekt sind. Pro Jahr sterben mehr Menschen wegen der Nutzung der fossilen Energieträger (sei es beim Abbau, Aufbereitung oder Nutzung und "Entsorgung") als an den Folgen von Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl, Fukushima und der gesamten atomaren Industrie (siehe WHO) seit 1945.

  • stephan scherrer am 23.11.2011 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    castortransport

    eigentlich sollten viel mehr menschen die geleise blockieren. da es in frankreich nun mal 58 reaktoren gibt, sind viele befürworter. es müsste jemand ein solchen zug kapern, wie es früher im wilden westen gewesen ist, als richtungsweisende ablehnung dieser technologie. und was passiert in gorleben? nichts dort stapelt sich der hochradioaktive abfall. ich kann es nicht verstehen warum die menschen den profit vor alles leben stellen. die asse 2 in DE ist ein paradebeispiel für meine aussage..

  • Michael am 23.11.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Risiko

    Ich verstehe diese Leute nicht. Atommüll zu transportieren mag ja ein gewisses risiko bergen, aber mit der Blokade machen sie das Unterfangen noch weitaus gefährlicher. Teilweise werden in ähnlichen Situationen sogar Gleise sabotiert... es sollte einen Protest gegen den Protest geben! (Will nicht heissen, dass ich die Lagerung von Atommüll befürworte....)