21. Februar 2007 15:21; Akt: 04.12.2008 17:01 Print

Renaissance der AtomkraftRenaissance der Atomkraft

16 der 27 EU-Staaten setzen auf Atomkraft. Auch die EU-Kommission sieht darin eine der kostengünstigsten Energieformen. Sie kündigte im Januar an, die Debatte stimulieren zu wollen.

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Mit 59 Reaktoren in Betrieb liegt Frankreich an der Spitze der europäischen Staaten, die auf Kernkraft setzen. Auf den weiteren Plätzen folgen Grossbritannien (21) und Deutschland (17).

Nichts von Atomenergie wissen wollen hingegen neben dem Nachbarland Österreich auch Estland, Lettland, Polen, Portugal, Malta, Zypern, Luxemburg, Irland, Dänemark und Griechenland.

In die Schlagzeilen gerieten in den vergangenen Wochen verschiedene schwedische AKW. Wegen Sicherheitsproblemen wurden mehrere Reaktoren abgeschaltet.

In Deutschland sieht der Koalitionsvertrag der Regierung einen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2021 vor. Dennoch sprachen sich CSU- und CDU-Politiker, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel, für ein Überdenken des Ziels aus.

Abhängigkeit vom russischen Öl reduzieren

Die Angst vor der steigenden Abhängigkeit von russischem Öl und Gas hat zuletzt auch die Kernkraft-skeptischen Polen ihre Meinung ändern lassen. Polen plant mittlerweile, gemeinsam mit den baltischen Staaten bis 2015 in Litauen ein Atomkraftwerk zu errichten. Bis 2020 soll dann das erste Kraftwerk in Polen entstehen.

Auch in Belgien, wo die Regierung ähnlich wie Deutschland immer wieder ihre Absicht für eine Abschaltung der sieben Reaktoren bekräftigt - allerdings, ohne bisher konkrete Schritte zu setzen - kündigte zuletzt die Industrie an, man werde selbst in einen neuen Reaktor investieren.

In Finnland und Frankreich wird bereits an neuen Reaktoren gebaut. Auch in Grossbritannien stehen die Zeichen auf Ausbau: Vergangenen Sommer gab Premierminister Tony Blair grundsätzlich Grünes Licht. Zum Jahresende wurden zwei alte Reaktoren stillgelegt.

Die Slowakei und das neue EU-Mitglied Bulgarien haben Ende 2006 insgesamt drei weitere alte Reaktoren vom Netz genommen. In Bulgarien gibt es aber bereits konkrete Pläne für weitere Anlagen, in Rumänien wird schon gebaut und auch die slowenische Regierung wälzt Pläne für einen neuen Reaktor zusätzlich zum gemeinsamen Kernkraftwerk mit Kroatien.

(sda)