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Steinkohle-Förderung
29. Mai 2011 22:09; Akt: 30.05.2011 09:30 Print
UBS finanziert das Wegsprengen von Bergen
von Senta Keller - Nach dem Atomunfall in Japan sind Kohlekraftwerke wieder vermehrt ein Thema. Zur Gewinnung von Steinkohle werden in den USA Berge weggesprengt. Grosser Geldgeber ist die UBS.

Nach der Steinkohlegewinnung durch «Mountaintop Removal» sind inzwischen zahlreiche Bergspitzen in den USA abgetragen. (Bild: Keystone)
Seit dem Atomreaktorunfall in Fukushima hat Atomenergie einen schweren Stand. Nachdem Deutschland bereits wenige Wochen nach dem Reaktorunfall ein Moratorium beschloss, zog die Schweizer Regierung vergangenen Mittwoch nach. Schweizer Atomkraftwerke sollen nach Ende ihrer Laufzeit nicht ersetzt werden und damit den Weg für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernergie ebnen. Doch wie soll der Anteil Atomenergie in kurzer Zeit ersetzt werden?
Während die Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz überzeugt ist, Atomstrom innerhalb 20 Jahren mit erneuerbaren Energien ersetzen und damit auch die Klima-Ziele einhalten zu können, sind andere weniger optimistisch. In Deutschland wird bereits über den Bau neuer Kohlekraftwerke nachgedacht, berichtet der Sender n-tv.
Kohlekraftwerke gefährden mit ihrem hohen CO2-Ausstoss aber nicht nur die Klimaziele – problematisch ist auch die Steinkohleförderung. Und dies speziell in den USA. Ungefähr sieben Prozent der Kohle der USA werden durch so genanntes «Mountaintop Removal» (MTR) gewonnen. Die Bergspitzentfernung ist eine Gefahr für die betroffene Gegend und Landschaft. Drittgrösster Finanzgeber dieser umstrittenen Steinkohle-Förderung ist laut der amerikanischen Umweltorganisation «Rainforest Action Network» (RAN) die Schweizer Grossbank UBS.
Bergspitzen werden weggesprengt
«Mountaintop Removal» ist eine Praxis der Steinkohle-Gewinnung, die vor allem in den Appalachen angewendet wird und ganze Bergspitzen verschwinden lässt, um an die darunter liegende Kohle zu gelangen. Die Umweltorganisation «Rainforest Action Network» kritisiert, dass es sich bei MTR um eine extrem zerstörerische Form des Bergbaus handle. Indem mit Bäumen bewachsene Bergspitzen einfach weggesprengt werden, seien bereits
Auch die Umweltbelastung sei enorm. Um an die kohleführenden Gesteinsschichten zu gelangen, wird der Schutt in die angrenzenden Täler gekippt. Laut der «Erklärung von Bern» wurden so seit 1992 bereits 3200 Kilometer Bäche und Flüsse zugedeckt oder vergiftet und die Wasserversorgung gefährdet. Nachdem die Kohle gereinigt worden ist, bleibt ein giftiger Mix aus Schlamm, Kohlestaub und Stoffen wie Arsen und Quecksilber zurück, der meist in offenen Teichen gelagert wird.
Da bei MTR Bergspitzen weggesprengt werden, kann pro Arbeiter während einer Stunde zweieinhalbmal so viel Steinkohle gefördert werden wie in traditionellen Bergwerk-Minen. Obwohl MTR in den USA legal ist und die Vorschriften laufend verschärft werden, ist für das Fachmagazin «Science» die Umweltbelastung so gravierend, dass MTR sofort aufgegeben werden müsse. Dieser Forderung schliesst sich auch Hollywood-Star Susan Sarandon an (siehe Video).
Hollywood-Schauspielerin Susan Sarandon weist auf die Gefahren von Mountaintop Removal hin (Quelle: Rainforest Action Network).
UBS als drittgrösster Geldgeber
Im Mai 2010 deckten «Rainforest Action Network» und die «Erklärung von Bern» auf, dass die UBS der grösste Geldgeber ausserhalb der USA ist, welcher Firmen finanziert, die MTR betreiben. Ein Drittel aller Unternehmen, die auf diese Art und Weise aus Bergen Kohle machen, seien von der UBS finanziert worden.
Die UBS reagierte mit der Einführung eines erweiterten Due-Diligence- und Bewilligungsprozesses. «Wir überprüfen, ob ein Unternehmen sämtliche Bestimmungen einhält. Zusätzlich analysieren wir, ob der Kunde sich dazu verpflichtet, den Einsatz dieser Abbaumethode zu reduzieren», sagt Christian Leitz, Leiter Corporate Responsibility bei UBS, gegenüber 20 Minuten Online.
Enttäuscht über die UBS
Zufrieden sind Umweltorganisationen damit aber nicht. «Rainforest Action Network» sei sehr enttäuscht, dass sich die UBS trotz der Kritik an MTR nicht stärker aus dem Geschäft zurückgezogen habe, sagt Oliver Classen, Mediensprecher der «Erklärung von Bern». Einerseits sei die UBS nach wie vor drittgrösster Geldgeber, andererseits habe die Bank Ende Januar als Berater für die Übernahme von Massey Energy durch Alpha Natural Resources gewirkt. Aus dieser Fusion sei die grösste MTR-Firma geworden, welche mit ihrer Steinkohle-Produktion insgesamt 25 Prozent des «Mountaintop Removal» zu verantworten habe.
Laut UBS habe man meistens mit anderen Banken zusammen Finanzierungen von in MTR tätigen Bergbaufirmen durchgeführt. «Direkt haben wir keine Mountaintop Removal-Projekte finanziert.» Zu den Berechnungen von RAN meint die Grossbank: «Dass wir der drittgrösste Finanzierer seien, ist eine Behauptung von amerikanischen Nichtregierungsorganisationen, die wir in unseren Gesprächen mit diesen Organisationen angesprochen haben», sagt Christian Leitz. Man werde auch weiterhin über die durch den Due-Diligence-Prozess gewonnenen Beurteilungen entscheiden, ob eine Finanztransaktion durchgeführt werde oder nicht: «Eine solche Bewertung kann auch zur Ablehnung einer Transaktion führen. Die UBS schliesst aber eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen nicht einfach aus, weil dieses die MTR Abbaumethode einsetzt.»
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Alle 93 Kommentare






























und jetzt
Solange es nicht das Matterhorn ist, ist mir das egal.
Alle sind betroffen!!
Umweltschutz oder eben die Zerstörung der Umwelt hört nicht an der Landesgrenze auf. Das geht uns alle an, denn wir leben alle im gleichen Ökosystem das hier zerstört wird. Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann. Weisheit der Cree-Indianer Da ist doch etwas wahres dran, oder nicht? Denn die heutige Umwelt ist bloss eine Leihgabe unserer zukünftigen Kinder! Alle können etwas dazu beitragen.
Nur Gemecker! Nichts ist mehr recht.
Dieser Kohleabbau ist eine us-amerikanische Angelegenheit und hat mit der Schweiz nichts zu tun. Jedenfalls ist der Tage(ab)bau von Kohle sicherer als der Abbau im viel gefährlicheren Stollen drin. Zudem wird Kohle auch zur Eisen- und Stahlgewinnung benötigt, - zur Heizung und Reduktion im Hochofen. Es werden von Banken zum Beispiel auch die (bösen) Offroader vorfinanziert. Genau dafür sind die Banken ja da. Zum Glück hören die Aussenhandelsbeziehungen der Schweiz (noch) nicht im EU- und Schengenraum auf. Darauf können wir stolz sein.
Wahrscheinlich baut sich die UBS dort
ihre neue Konzernzentrale. Wir sind ihr nach unserer kleinmütigen 64-Milliarden-Rettungsaktion ja nicht mehr gut genug.
Rettungsaktion?
das ist Schnee von gestern und die SNB macht Gewinne!