Tiefenlager

10. Dezember 2009 11:19; Akt: 10.12.2009 12:13 Print

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Die Schweiz muss ein Endlager für radioaktive Abfälle bauen. Bloss wo? Um mögliche Standortregionen früh in die Planung einzubeziehen, hat der Bund definiert, welche Gemeinden von dem Bau betroffen sein könnten.

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Die möglichen Standortregionen (Quelle: Bundesamt für Energie)

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Welche Gemeinden vom Bau eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle betroffen sein könnten, ist schon länger bekannt. Doch nun hat der Bund auch die Gemeinden definiert, die durch den Bau beeinträchtigt werden könnten – und die Zahl der Gemeinden massiv erhöht. Denn der Bund will die betroffenen Gebiete besser einbinden: Um festzulegen, welche Gemeinden sich an der regionalen Mitsprache beteiligen dürfen, musste der Bund die Gebiete festlegen, in denen die Oberflächenanlagen eines Tiefenlagers gebaut werden könnten. Dazu gehören zum Beispiel Betriebs- und Administrationsgebäude, Lüftungs- und Bauschächte sowie Zufahrten und Schienenanschlüsse.

Mit dieser provisorischen Festlegung der sogenannten Planungsperimetern erweitert sich die Anzahl der betroffenen Gemeinden, die in die regionale Mitsprache einbezogen werden. Die definitive Festlegung der Gebiete erfolgt durch den Bundesrat.

Auch deutsche Gemeinden betroffen

Mit der Bildung von Arbeitsgruppen hat der Aufbau der regionalen Mitsprache bereits begonnen, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilte. In den vier grenznahen Standortgebieten - Südranden, Zürcher Weinland, Nördlich Lägeren, Bözberg - werden in diesen Arbeitsgruppen künftig auch Vertreter der betroffenen deutschen Gemeinden mitwirken, wie es in der BFE-Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Neben den vier grenznahen Gebieten gehören auch noch der Jura- Südfuss und der Wellenberg zu möglichen Standortregionen. Pro Region werde eine Geschäftsstelle eröffnet, die die regionale Mitwirkung koordinieren wird, sagte BFE-Sprecherin Marianne Zünd auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Mitreden könnten beispielsweise Einzelpersonen, Umweltverbände und Parteien, sagte Zünd weiter. Bis zu 200 Personen würden pro Region beteiligt sein. Die Auswirkungen eines möglichen Baus aber auch die Frage der Kompensation - sollte es denn zu einem Bau kommen - sollen diskutiert werden.

Entscheid auf Bundesebene

Der frühe Einbezug der Betroffenen sei wichtig. Indem diese sich aktiv an der Diskussion beteiligen und informiert mitreden könnten, «erhoffen wir uns, dass die Akzeptanz steigt», sagte Zünd. Entschieden über den Standort wird letztendlich auf Bundesebene.

Kosten werde der Aufbau der regionalen Mitsprache rund 300 000 Franken jährlich, sagte Zünd. Danach lägen die Kosten bei etwa einer halben Million pro Jahr. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) kommt für die Kosten auf.

(sda)