Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Technische Probleme
24. November 2010 11:16; Akt: 24.11.2010 11:49 Print
In Irans Atomanlagen steckt der Wurm
Der Iran hat sein umstrittenes Programm zur Urananreicherung vor einer Woche vorübergehend gestoppt. Als Ursache wird der Computerwurm Stuxnet vermutet.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einem Besuch in der Anreicherungsanlage Natans, die am 16. November ausgefallen ist. (Bild: Keystone/Iran's Presidency Office Handout)
Kurz vor möglichen Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm scheint der Iran technische Probleme mit seinen Nuklearanlagen zu haben. Dies geht aus einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hervor. Trotz des Einsatzes von mehr Zentrifugen habe die islamische Republik die Produktionsrate von angereichertem Uran nicht erhöhen können, heisst es in dem IAEA-Bericht, der am Dienstag vorgelegt wurde.
Infografik Das iranische AtomprogrammDie Anreicherungsanlage in Natans habe am 16. November überhaupt kein Uran produziert. Wie lange der Ausfall dauerte, könne die IAEA nicht genau sagen, weil nicht täglich Inspektoren vor Ort seien, sagte ein mit IAEA-Belangen vertrauter Diplomat. Seit Beginn der Arbeiten in Natans vor mehr als drei Jahren seien nur zwei oder drei Unterbrechungen bekannt geworden. Ein Grund sei der Austausch von Brennstofftanks gewesen. Dies sei aber nach dem Einsatz neuer Technologie inzwischen nicht mehr nötig.
Ernsthafte Störungen
Diplomaten hatten der Nachrichtenagentur AP bereits am Montag von ernsthaften Störungen im iranischen Atomprogramm berichtet. Der IAEA-Bericht nennt keinen Grund für den Stopp der Produktion, auch der Diplomat konnte dazu nichts sagen. Das Land sei nicht verpflichtet, den Atominspektoren einen Grund zu nennen. Der Verdacht fiel aber auf den Computerwurm Stuxnet, der auf das iranische Atomprogramm abzuzielen schien. Experten zufolge bringt der Wurm die Zentrifugen, in denen Uran angereichert wird, ausser Kontrolle.
Die Urheber von Stuxnet werden in Israel vermutet, das sich durch eine mögliche iranische Atombombe bedroht fühlt. Auch die USA kämen in Frage. Vertreter der Regierung in Washington wollten dies gegenüber der «New York Times» nicht bestätigen, sie erklärten jedoch, die Regierung Obama habe verdeckte Aktivitäten zur Schädigung des iranischen Atomprogramms, die noch von der Bush-Regierung lanciert wurden, weiter verstärkt.
Iran dementiert
Die iranische Regierung dementierte die Berichte am Dienstag vehement. Zugleich warf der Leiter des Atomprogramms dem Westen wegen des Computerwurms versuchte Sabotage vor. Am 5. Dezember will das islamische Land bei einem Treffen mit den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats plus Deutschland unter anderem über sein Atomprogramm sprechen. Ein Ort oder eine Tagesordnung stehen aber noch nicht fest.
Der IAEA-Bericht äussert sich auch zum Verdacht, der Iran baue heimlich an einer Atombombe. Die Agentur bleibe «besorgt wegen der möglichen Existenz von unentdeckten nuklearen Aktivitäten im Iran», heisst es. Dazu gehöre auch «die Entwicklung eines atomaren Raketensprengkopfs».
(pbl/sda/dapd)

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt
















