Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
13. Juli 2007 13:16; Akt: 13.11.2009 17:57 Print
Bergdrama: Was machen Soldaten im Hochgebirge?
Ein Krieg wird wohl kaum im Jungfrau-Gebiet, wo die sechs Soldaten der Schweizer Armee in den Tod stürzten, stattfinden. Weshalb braucht die Armee Hochgebirgsspezialisten?
- Dossiers
-
Drama am Berg
- Was meinen Sie?
-
Bergdrama fordert sechs Todesopfer
Auch wenn ein Krieg in der Schweiz wohl nicht im Hochgebirge stattfinden würde, braucht die Armee Soldaten, die sich dort bewegen können, sagte der Kommandant der Gebirgsspezialtruppen, Andreas Bardill, am Freitag in Interviews.
Das Jungfrau-Gebiet.(Bild: Keystone)
Grunsätzlich gehe jede Armee übungshalber in schwieriges Gelände, «die Israelis in die Wüste, die Deutschen in die Arktis und wir in die Alpen», sagte Bardill. Um die Bedingungen des Ernsfalls zu trainieren, brauche es ein hartes Umfeld.
Service-Truppe für die Luftwaffe
«Wir gehen davon aus, dass der Krieg nicht dort oben stattfindet, aber unsere Soldaten müssen sich in jeder Bedrohungslage auch in den Alpen bewegen können.» Es gebe im Hochgebirge wichtige Installationen der Luftwaffe und der Telekommunikation, diese reichten bis auf die Spitzen der Viertausender.
Die Gebirgsspezialisten betreuten jene Truppen, welche diese Geräte bedienten. Dazu müssten sie auch unter schwierigsten Bedingungen unterwegs sein können. «Unsere Soldaten brauchen einen technischen Vorsprung gegenüber den normalen Soldaten».
Bei ihren Einsätzen gingen die Gebirgsspezialisten «auf keinen Fall» an die Grenzen. «Für uns gelten die gleichen Beurteilungen der Gefahren und Risiken wie im Freizeitbergsport. Wir haben keine anderen Regelungen als die Bergführer oder der Alpen-Club».
«Es kann jede Gruppe treffen»
Er wolle das tragische Unglück nicht kleinreden, sagte Bardill, es seien aber auch schon vergleichbare Unfälle passiert. Im ersten Weltkrieg etwa seien ganze Kompanien von den Schneemassen verschluckt worden.
Zur Ausbildung als Gebirgspezialist müssten Bewerber bereits viel alpinistisches Wissen mitbringen, unter den aktiven Soldaten seien viele erfahrene Leute wie Bergführer und Pistenpatrouilleure.
«Eigentlich darf so etwas nicht passieren», sagte Bardill zum Unglück vom Donnerstag. Grundsätzlich sei aber zu sagen, dass es jede Gruppe treffen kann, die im Hochgebirge unterwegs ist - «jetzt hat es eine Gruppe der Armee getroffen».
(sda)


























