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Mehrheit schwindet
06. November 2011 09:34; Akt: 06.11.2011 14:36 Print
«Rebellen» blasen zum Angriff
Der Unmut gegen den italienischen Premierminster Silvio Berlusconi wird immer grösser. Sein Rückhalt im Parlament bröckelt. «Rebellen» wollen seine Regierung stürzen.
Berlusconis Karriere in Bildern.
Die Regierungsmehrheit des italienischen Premierministers Silvio Berlusconi wird immer wie wackeliger. Insgesamt 20 Parlamentarier seiner Partei «Volk der Freiheit» (PdL) haben nach Angaben der römischen Tageszeitung «La Repubblica» dem Premier bereits den Rücken gekehrt.
Bildstrecken Hier telefoniert der CavaliereAus Berlusconis Munde Berlusconi lehnt Rücktritt erneut abDer italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat einen Rücktritt erneut abgelehnt. In einer Audiobotschaft an eine politische Versammlung erklärte er am Sonntag, er habe ausreichend Unterstützung im Parlament, um die benötigten Reformen durchzusetzen.
Er werde nicht zurückgetreten und einem Marionetten- Regierungschef Platz machen, sagte er weiter. Am Vorabend hatten zehntausende Menschen in Rom Berlusconis Rücktritt gefordert. Zudem haben laut der römischen Zeitung «La Repubblica» in den letzten Tagen insgesamt 20 Berlusconi-Parlamentarier dem Premier den Rücken gekehrt. (sda)
Angeführt werden die «Rebellen» vom ehemaligen Präsidenten der Region Friaul Julisch Venetien, Roberto Antonione. Sie wollen angeblich eine eigene Fraktion im Parlament bilden. Damit hat Berlusconi de facto keine Mehrheit mehr in der Abgeordnetenkammer.
Der Chef der oppositionellen Zentrumsbewegung «Allianz für Italien» (API), Francesco Rutelli, appellierte an Berlusconis Parlamentarier, die Regierung zu stürzen, um dem Land eine neue Perspektive zu sichern.
«Berlusconi völlig unglaubwürdig»
Berlusconi habe seine vollkommene Unfähigkeit bewiesen, die Schuldenkrise zu meistern. Seine Glaubwürdigkeit im Ausland sei stark beeinträchtigt. Italien brauche unbedingt eine politische Wende, die dem Land neue Glaubwürdigkeit sichere, so Rutelli.
Doch Berlusconi gibt sich nicht geschlagen und zeigt sich optimistisch. Er habe keinerlei Rücktritttsabsichten, versicherte er in einer Erklärung am Samstagabend. Er werde die «Rebellen» zur Rückkehr in die Regierungskoalition überreden. Berlusconis engste Vertrauensleute teilen jedoch nicht seinen Optimismus.
Der Vorsitzende der Berlusconi-Partei, Angelino Alfano, führt laut Medienberichten Gespräche für eine Erweiterung der Regierungskoalition auf die oppositionelle christdemokratische UDC. Eine Notstandsregierung wird nicht ausgeschlossen. Sie könnte einer Persönlichkeit wie dem Ex-EU-Währungskommissar Mario Monti anvertraut werden, berichteten italienische Medien.
Vertrauensabstimmung im Senat
Der Regierungschef steht vor entscheidenden Hürden, bei denen sich herausstellen wird, ob er noch über die notwendige Mehrheit verfügt. Geplant ist in den nächsten Tagen in der Abgeordnetenkammer eine heikle Abstimmung über das Budget. Bei einem ähnlichen Votum im Oktober hatte die Regierung eine schwere Niederlage erlitten.
Nächste Woche unterzieht sich der Mailänder Medienzar ausserdem im Senat einer Vertrauensabstimmung über das Stabilitätsgesetz zur Eindämmung der Verschuldung. Bisher verfügte der Premier im Senat über eine solidere Mehrheit als in der Abgeordnetenkammer.
(sda)
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Alle 5 Kommentare






























Italianità
Ehrlich, sind die Italiener bereit, Einschnitte in Kauf zu nehmen? Radikal müssten sie sein, um die Schuldenlast zu tilgen. Berlusconi versuchte es teilweise, zog es aber vor bei Widerstand sich zurückzuziehen - er ist und bleibt ein Opportunist und Gigolo. Erreicht hat er nicht viel. Aber käme es mit der Opposition besser? Wer daran glaubt ist ein Träumer. Die Mentalität müsste sich ändern - mehr Ehrlichkeit, weniger Mafia.
wieder gewählt
heute heulen sie so, wenns drauf ankommt heulen sie das Gegenteil. Wie oft wurde er schon wieder gewählt? Es heisst auch, der Hund ist wie der Herr................
Tiefschlaf
Man glaubt es kaum, die Italiener scheinen endlich aus ihrem politischen Tiefschlaft zu erwachen.