Geburtstagsgeschenk

28. September 2011 06:21; Akt: 28.09.2011 09:56 Print

Berlusconi stiftet Verdächtigen zu Lügen anBerlusconi stiftet Verdächtigen zu Lügen an

Erst wurde Gianpaolo Tarantini verdächtigt, den italienischen Ministerpräsidenten erpresst zu haben. Nun soll ihn Berlusconi zu Falschaussagen bewegt haben.

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Italienische Medien veröffentlichten am 18. September 2011 Auszüge aus den Abhörprotokollen der Staatsanwaltschaft. Es sind vor allem Telefonate zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und dem inzwischen festgenommenen Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini (rechts), der nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frauen für Sex mit Berlusconi bezahlt haben soll. Tarantini will eine Party mit Carolina Marconi (im Bild), Francesca Lana und zwei weitere Frauen organisieren. Sie soll am Tag darauf im Palazzo Grazioli stattfinden. «Wir sind zu fünft, ich und diese vier.» «Kann ich auch ein paar Mädels mitbringen?» «Ja, klar.» «Dann können wir auch austauschen.» Berlusconi hat einen Hexenschuss. Tarantini will ihm «ein Engelchen vorbeischicken», das ihm die Schmerzen «wegzaubert». «Wir sind fünf Mädchen und ich.» «Grossartig. Ich bringe auch noch zwei, drei Mädchen mit. Dann lassen wir noch ein paar Sänger kommen (...) und laden Fabrizio del Noce (im Bild), den Fiction-Direktor von RAI 1, ein. So bekommen die Mädchen das Gefühl, dass da jemand dabei ist, der die Macht hat, ihnen einen Job zu verschaffen.» Tarantini fragt Berlusconi, ob Francesca Lana (im Bild) mit einer Kollegin kommen kann. «Sind sie schön?» «Sehr schön, sie gehen zusammen ins Fitness.» «Gut. (...) Die Mädchen sollen spüren, dass wir alles Männer sind, die über ihre Schicksale entscheiden können.» Es machen sich alle bereit, um einen Fussballmatch schauen zu gehen. Tarantini ruft an. Er schlägt vor, eine Party im Mailänder Hotel Principe di Savoia zu machen. «Ist das nicht etwas heikel?» «Nein, wir reden mit dem Management, es wird zuvorkommend sein.» Tarantini erzählt, dass Carolina Marconi (im Bild) von London zurück gekehrt sei und sich freue, Berlusconi zu sehen. Doch der Cavaliere hat offenbar schon ein Treffen mit Francesca Lana vereinbart. «Du weisst, wie das ist. Lieber nur eine haben.» «Aber Carolina kann ganz sicher kommen.» «Ja, aber dann kann ich nicht mit Francesca sein. (...) Ich muss beide etwas trennen, denn beide sind mir wichtig.» Berlusconi erzählt von der vergangenen Nacht in einem Mailänder Club. «Hör dir meine Stimme an. Ich habe bis halb sieben Uhr morgens durchgemacht. Es gab ein Haufen junge Leute um mich. Ich habe ihnen eine Menge Sachen erzählt, über China und so, und die sind alle am meinen Lippen gehangen. (...) Ich habe acht Nummern geschoben, und es hätten mehr sein können.» Am Vorabend wurde gefeiert. Es sei ein wunderbarer Abend gewesen, sind sich Berlusconi und Tarantini einig. «So viele waren aber etwas zuviel. Es sollten maximal zwei pro Person sein. Aber jetzt möchte ich, dass du auch diese beiden hast, sonst fühle ich mich schuldig. Ich kann mir dann meine eigenen zwei mitbringen.» Tarantini und Berlusconi reden über Marysthell Polanco (im Bild). «Ich habe eine Freundin, die Sie unbedingt sehen sollten. Sie hat den Wettbewerb Miss Roberta gewonnen.» «Der Goldene Esel von Miss Roberta?» «Genau. Mulattin, wunderschön, 22 Jahre alt. Marysthell. Hübsch, sympathisch und sehr süss.» Tarantini ist in Begleitung von Manuela Arcuri (im Bild). Das Mädchen nimmt den Hörer und telefoniert mit dem Cavaliere. «Du hast eine neue Handynummer und es mir nicht mitgeteilt.» «Ich weiss, aber hier wird mir alles kontrolliert. Ich muss Dinge tun, die gar nicht normal sind. Aber ich hoffe, dich bald zu sehen.» «Organisiere etwas bald. (...) Ich will dich singen hören.» Berlusconi muss dringend nach Mailand fliegen. Tarantini schlägt vor, mit Marysthell Polanco (im Bild) die Party mitfliegen zu lassen. «Wenn ihr alle mitkommen wollt, dann könnt ihr das.» «Wollen wir nach Mailand, jetzt? Mit dem Flugzeug, zusammen mit ihm?» «Gut, geben Sie uns eine halbe Stunde, damit wir unsere Koffer packen können.» Der Vorabend verlief erfreulich. Tarantini (im Bild) meldet sich telefonisch. «Sie waren begeistert. Marysthell hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie auch in die Beauty-Farm gehen will.» «Es hat Platz für alle. Wann will sie denn kommen?» «Ich sagte ihr, ich werde sie begleiten, weil sie ein wenig schüchtern ist. Zuerst muss ich nach Bari, zu meiner Frau, sonst wirft sie mich raus. Morgen kommen wir zusammen nach Rom. (…) Die ist von allem berauscht, das Flugzeug, das Haus, die Geschenke, die Freundlichkeit, die Witze...» Tarantini ruft Berlusconi auf dem Handy an. Er plant eine Party mit Arcuri, Lana und Luciana Francioli (im Bild). «Dann sind wir... Francesca wird bei mir bleiben, weil sie schon letztes Mal dabei war.» «Sicher ist das nicht. Ich glaube nicht.» «Der Manuela Arcuri kann ich den Hof machen, aber heute bin ich nicht in Form. Carolina…Ich kann mich nicht mit der Arcuri zeigen und Carolina enttäuschen.» Tarantini berichtet über eine «Tragödie» zwischen Arcuri und Lana (im Bild). «Mamma mia, das tut mit Leid, dass Francesca bleiben wollte. Aber tun sie wirklich die Dinge zu zweit? Boh.» «Ja, Presidente, aber erzählen Sie das nicht weiter.» «Nein, ich bin eine sehr diskrete Person.» «Sie hatten alles organisiert. Seit zehn Tagen reden sie darüber. (…)» «Na ja, wir werden schon nicht morgen sterben.» Tarantini und Berlusconi reden über ein Interview mit Manuela Arcuri (Bild), das in der Sendung «Le Iene» ausgestrahlt wurde. «Sie hat sich wie eine Nutte benommen. Eine Strassenprostituierte.» «(...) Sie wollte heute Abend hier sein.» «Zum Glück war sie nicht da, weil ich mich geschämt hätte, mit so einer Nutte etwas gehabt zu haben. Also, absagen.» Silvio Berlusconi unterhält sich mit Gianpaolo Tarantini über Belen Rodriguez (Bild). «Ich habe sie kennengelernt. Sie war eine Nacht bei mir, aber wir hatten keinen Sex, weil ich gemerkt habe, dass sie die Frau eines meines Spielers ist.» Berlusconi warnt Tarantini. «Ruf mich zuhause an, dort kann ich über eine sichere Telefonleitung sprechen.» Belen Rodriguez ruft Berlusconi an. Sie fragt, wie es ihm geht. Er meint, er habe ein «grossartiges Jahr» hinter sich. Sofort bietet er ihr einen Job als Moderatorin an. «Du kannst dir vorstellen, wer dahinter steckt?» «Ja, absolut. Und wenn ich mal Zweifel daran hatte, dann haben Sie sie jetzt grossartig zerstreut.» (lacht) «Obwohl es nicht leicht war, weil (Flavio) Briatore den Job schon einem seiner Mädchen fest versprochen hatte. Ich musste grossen Druck ausüben, weil ich der Meinung war, dass du die Richtige bist.» «Ich werde dich nicht enttäuschen.» Drei Tage später ruft Rodriguez Tarantini an. Sie sei in Paris mit dem Paparazzo Fabrizio Corono fotografiert worden. Berlusconi ist sehr verärgert und redet darüber mit Tarantini: «Sie spinnt ein wenig. Die Tatsache, dass sie mit diesem Typ etwas hat, zeigt, dass sie kein Hirn hat…Sie hat sich damit disqualifiziert.»

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Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll einen Unternehmer zur Falschaussage angestiftet haben. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Dienstag meldete, wurde der Geschäftsmann, der Berlusconi mit Escort-Damen versorgt hatte, auf freien Fuss gesetzt. Gianpaolo Tarantini war Anfang September wegen des Verdachts festgenommen worden, er habe Berlusconi erpresst.

Nun sah es ein Gericht in Neapel laut auszugsweise veröffentlichter Unterlagen als erwiesen an, dass es sich umgekehrt verhielt und Berlusconi den Unternehmer für Falschaussagen bezahlte. Zudem soll der Ministerpräsident, der diese Woche 75 Jahre alt wird, zu jeder Zeit gewusst haben, dass es sich bei den ihm zugeführten Damen um Prostituierte handelte.

(dapd)

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  • maieriisli am 28.09.2011 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    incredibile! italia, dove va?

    frag mich wie lange dieses italienische trauerspiel noch dauert. die zeiten sind nicht so, liebe italiener, als dass sex das wichtigste auf der welt sein kann. es gibt ein paar schalter, die bei gewissen männern dringend umgelegt werden müssen. ciao silvio.

  • Müde am 28.09.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Il Presidente

    Ja, so läufts...

  • Hans am 28.09.2011 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Silvio

    Ja, ja die Welt wird von Neid regiert. Abgehörte Handygespräche von Silvio sind natürlich Medienwirksamer als die von eine Chefredaktor oder Richter, aber nur solange bis mal eins auch das Licht der Welt entdeckt.