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Protokoll des Untergangs
09. November 2011 12:29; Akt: 10.11.2011 16:14 Print
Berlusconi und der verräterische Zettel
Was geht im Kopf dieses Mannes vor? Das hat sich bei Silvio Berlusconi schon manch einer gefragt. Ein Notizblatt entlarvte jetzt ungewollt, was er nach der Abstimmung dachte.

Kein diplomatisches Geplänkel: «8 Verräter» - so sieht Berlusconi das Abstimmungsergebnis, wie dieser Schnappschuss zeigt. (Bild: Reuters/Tony Gentile)
«Wenn ich sterbe, dann in der Aula (des Parlaments)» - das soll Silvio Berlusconi noch am Morgen vor der Abstimmung der Abgeordneten über den Rechenschaftsbericht 2010 gesagt haben. Nur kurze Zeit später wird er tatsächlich zu Boden gerungen. Er verfehlt die absolute Mehrheit. Zwar wird der Bericht durchgewinkt, letztlich aber nur, weil sich die Opposition der Stimme enthielt. Das Schlimmste aber für den italienischen Regierungschef: Deutlich weniger als die absolute Mehrheit stimmt für den Rechenschaftsbericht. Ein Schnappschuss des Agenturfotografen Tony Gentile offenbart, was in diesen Sekunden im Kopf des Cavaliere vor sich geht.
Bildstrecken Berlusconis StolpersteineBerlusconis Karriere in Bildern«308 - 8 Verräter»
Das Foto, das in die Geschichte eingehen wird, zeigt, wie sich das denkwürdige Ergebnis für Berlusconi darstellt: «8 traditori», notiert er sich - acht Verräter. So bezeichnet er unverhohlen die Abweichler aus den eigenen Reihen in seinem handschriftlichen Protokoll. Die Acht umkringelt er. Sie symbolisiert für ihn nicht weniger als den Todesstoss. Was das konkret bedeutet, weiss er in diesem Moment wohl selbst noch nicht. Doch er spielt mögliche Konsequenzen durch. Denn direkt unter dem niederschmetternden Ergebnis schreibt er vier Szenarien für die nahe Zukunft. Unter anderem entzifferten italienische Journalisten: «Politische Umkehr», «Abstimmung», «zur Kenntnis nehmen», «eine Lösung» und «Rücktritt». Offenbar hat er für sich selber einen imaginären Kringel um die letzte Möglichkeit gezogen. Noch am Abend kündigt er an, zurücktreten zu wollen.
Spielt auf Zeit
Bevor es aber wirklich so weit ist und er seinen Hut nimmt, könnte es noch einige Woche dauern. Er besteht darauf, zuerst die für Italien so notwendigen Haushalts- und Reformgesetze zu verabschieden, die er in Brüssel, Cannes und Rom versprochen hat. Diese Bedingung wird in Italien gar nicht gut aufgenommen. «Da zeichnen sich jetzt einige Wochen ab, die sich in einen Kreuzweg zu verwandeln drohen», schreibt zum Beispiel der «Corriere della Sera».
(oku)
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Alle 10 Kommentare






























Bunga ist überall
liebe Männer, tut doch alle nicht so scheinheilig, keiner würde auch nur einer hübschen Dame dieses schlages die Türe zuschliessen. Für einen Beamten in leitender Funktion in der obersten Gehaltsstufe ist das zwar ein Nogo, aber der Mann ist doch einfach nur ehrlich (in Sachen Frauen) der Rest naja..M..a halt . Ab nächster Woche wird er das ganz legal machen könen, er wird vielleicht sogar etwas pressieren müssen, denn möglicherweise holt ihn die brutale Wirklichkeit ein und er muss seine letzten Jahre ohne BungaBunga ableben... und die Erde wird sich weiterdrehen :-)
@Sifu
Ich weiss nicht, mit welcher Art von Männern Sie Umgang haben, aber sorry, nicht alle Männer sind so bzw. Leute wie Berlusconi sind eher eine Minderheit (zum Glück). Wir sprechen hier ja nicht nur von irgendwelchen ausschweifenden Partys; der Mann ist - neben anderen Taten - wegen Prosittution einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauch angeklagt. Das ist auch illegal, wenn er kein Amt inne hat (letzterer wird dann anders genannt, in der Praxis ist es das gleiche und auch verboten)
für mich verständlich
als er gewählt wurde war er verheiratet und die affären unbekannt. und seine partei hat das grösste budget. er hat übrigends nur 11% der stimmberechtigten erreicht. in der CH wählen sogar 30% die svp. hat das etwa nichts mit dem budget zu tun?
Man liebt den Verrat-nicht die Verräter!
Bei der letzten Vertrauensabstimmung waren es linke "Verräter" die den Ausschlag gaben für Silvio. Diesemal sind es rechte "Verräter" die sich der Stimme enthielten. Es ist für jede Opposition frustrierend, wen die Regierungspartei die Stimmermehrzahl hat. Wen ein Politiker nicht erwünscht, zielen viele Gegner auf angebliche (sexuelle) Skandale, um ihn zu diskreditieren, nicht nur in Italien. Ausser dem täglich geschürten Hass auf Silvio hat es die Opposition versäumt, mit guten Programmen in den Gemeinden, Städten und Provinzen einen valablen Kandidaten hervorzubringen.