Bei Neuwahlen

09. November 2011 09:08; Akt: 09.11.2011 12:35 Print

Berlusconi will nicht mehr kandidierenBerlusconi will nicht mehr kandidieren

Der italienische Noch-Regierungschef Silvio Berlusconi will bei allfälligen Neuwahlen nicht mehr antreten. Ex-Justizminister Alfano soll als Spitzenkandidat der Mitte-rechts-Koalition ins Rennen gehen.

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Silvio Berlusconi (links) bringt Kronprinz Angelino Alfano als Nachfolger in Stellung. (Archivbild vom 1. Juli 2011) (Bild: Keystone)

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Italiens Premier Silvio Berlusconi, der nach der Verabschiedung eines Gesetzes zur Stabilisierung der Finanzen und zur Schuldeneindämmung seinen Rücktritt einreichen will, wird nicht als Spitzenkandidat der Mitte-rechts-Koalition an Neuwahlen teilnehmen.

«Ich werde nicht mehr kandidieren. Ich fühle mich erleichtert», sagte Berlusconi nach Angaben der Turiner Zeitung «La Stampa» vom Mittwoch. Als Premierkandidat der Mitte-rechts-Allianz werde der Ex-Justizminister Angelino Alfano, Vorsitzender von Berlusconis Partei «Volk der Freiheit» (PdL), ins Rennen gehen.

Priorität: Fussball

«Alfano hat sehr gute Eigenschaften bewiesen und ist ein guter Parteiführer», erklärte Berlusconi. Er selber werde sich für die Neugründung seiner Partei einsetzen, zugleich werde er wahrscheinlich wieder die Präsidentschaft seines Fussballklubs AC Milan übernehmen.

In einem Interview mit dem Radiosender RadioRai betonte Berlusconi, dass ihm die Interessen des Landes wichtiger als seine persönlichen seien. Der Premier appellierte an die Opposition, so rasch wie möglich das Stabilitätsgesetz im Parlament zu verabschieden.

Berlusconi über «Verräter» in seiner Partei verbittert

«Sieben Parlamentarier haben ihr Mandat verraten», klagte Berlusconi am Mittwoch in einem TV-Interview.

«Es ist etwas Absurdes geschehen, ich kann es nicht glauben. Ich bin von Personen verraten worden, die ich ein Leben lang in meinem Herzen trug», sagte Berlusconi. Er kritisierte unter anderem die Kehrtwende des Ex-Präsidenten der Region Friaul, Roberto Antonione.

«Dank meiner Hilfe ist er zum Präsidenten Friauls gewählt geworden. Unzählige Gipfeltreffen haben wir in Triest organisiert, um seiner Präsidentschaft Glanz zu geben. Ich war Taufpate seiner Tochter und jetzt verrät er mich. Die Wähler werden jedoch nicht vergessen, wer sie verraten hat», mahnte Berlusconi.

Loyale Rechtspopulisten

Als loyalen Verbündeten lobte er die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord. «Die Beziehungen zur Lega sind exzellent. Die Partei ist ein solider und zuverlässiger Verbündeter», sagte Berlusconi. Nach Angaben italienischer Medien droht dem Premier der Verlust weiterer Parlamentarier.

Mehrere Abgeordnete seiner Mitte-rechts-Partei «Volk der Freiheit» führen Gespräche mit dem Zentrumsblock «Dritter Pol» um Fini. Ihre Hoffnung ist, dass es nach Berlusconis Rücktritt zu einer Notstandsregierung mit allen Parteien im Parlament kommt.

Mehrheit verloren

Berlusconi hatte am Dienstagabend nach einem Krisengespräch mit Präsident Giorgio Napolitano seinen Rücktritt angekündigt. Erfolgen werde dieser jedoch erst, wenn das Parlament das Konjunkturpaket mit den Spar- und Liberalisierungsmassnahmen verabschiede, zu denen er sich vergangene Woche mit Brüssel verpflichtet habe.

Berlusconi kündigte seinen Rücktritt an, nachdem er bei einer heiklen Budgetabstimmung in der Abgeordnetenkammer festgestellt hatte, dass er über keine Mehrheit mehr verfüge.

(sda)

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  • werner schneider am 09.11.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ciao!

    Bitte nicht "Auf Wiedersehen"

    • Ulrike Meier am 11.11.2011 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      oder...

      @ werner schneider : " Auf NIMMER Wiedersehen" sonst ist Herr Cavaliere nach ein paar Monaten wieder im Amt...

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  • Charly am 09.11.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    NEU-WAHLEN ODER NICHT ?

    ODER BLEIBT ALLES BEIM ALTEN (BERLUSCONI) Diesem Mann ist alles zu zu trauen.

  • Roli A. am 09.11.2011 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nun fehlt Berlusconi plötzlich überall

    Entgegen allem Geschriebenen die Wahrheit ist nach der Bekanntgabe des Rücktritt von Berlusconi stürzt der Finanzmarkt in Italien zusammen und reisst den Euro mit in die Tiefe. Es wäre kluger gewesen, Berlusconi zu untersützen als ihn zu stürzen und jetzt haben wir alle den Schlamasel und in Italien gibt es keine Alternative. Die Linken haben nur gelernt zu kritisieren und nun wo sie handeln sollten besteht keine Einigkeit. Danke der Linken Presse für die Verfälschung der Situation und blauäugigen Beurteilung der politischen Situation in Italien.

    • Toni am 09.11.2011 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wie wahr...

      Wie wahr!!!!!!

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