Ciao Cavaliere

12. November 2011 17:29; Akt: 13.11.2011 05:13 Print

Berlusconi zurückgetreten - Tausende jubelnBerlusconi zurückgetreten - Tausende jubeln

Jetzt ist es offiziell: Silvio Berlusconi ist von seinem Amt als italienischer Ministerpräsident zurückgetreten. Der 75-jährige hat sein Rücktrittsgesuch bei Staatspräsident Napolitano eingereicht.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Berlusconi reichte am Samstagabend bei Staatschef Giorgio Napolitano - wie angekündigt - ein entsprechendes Gesuch ein. Das Präsidialamt bestätigte den Rücktritt des Regierungschefs.

Der 75-Jährige verliess nach dem Treffen umgehend den Quirinalspalast, die Residenz des Staatsoberhaupts. Die Nachricht des Rücktritts wurde in den Strassen Roms mit Beifall, Jubel und spontanen Hupkonzerten aufgenommen.

Tausende Demonstranten hatten vor dem Parlament und dem Quirinalspalast des Staatspräsidenten in Erwartung des Rücktritts ausgeharrt. «Bye Bye Berlusconi» stand auf Schildern. Einige stimmten ein «Halleluja» an und riefen «Rücktritt». Als Berlusconi mit halbstündiger Verspätung bei Napolitano vorfuhr, schmähten ihn Demonstranten einen «Clown» (buffone). In einem Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zeigte sich der 75-Jährige «tief verbittert» angesichts der Anfeindungen.

Abgeordnetenhaus für Sparpaket

Das Abgeordnetenhaus hatte Stunden zuvor wie bereits am Freitag der Senat das Spar- und Konjunkturpaket der Regierung gebilligt. Berlusconi hatte dies zur Bedingung für seinen Rücktritt gemacht. 380 von insgesamt 630 Abgeordneten stimmten für das Massnahmenbündel.

Dies sieht unter anderem Privatisierungen, ein Erhöhung des Rentenalters, den Abbau von Bürokratie- und Wettbewerbshindernissen vor und soll die Schaffung von Arbeitplätzen erleichtern. 26 Abgeordnete votierten dagegen, 2 enthielten sich. Die stärkste Oppositionskraft, die linksbürgerliche Demokratische Partei (PD), blieb der Abstimmung fern.

Monti in den Startlöchern

Nach Berlusconis Rücktritt wollte Präsident Napolitano mit Vertretern politischer Parteien Sondierungsgespräche über eine Übergangsregierung führen und aller Wahrscheinlichkeit nach den Wirtschaftswissenschaftler und früheren EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti mit der Bildung der Interimsregierung betrauen.

Der 68-jährige Monti führte am Samstag mit Berlusconi ein zweistündiges Gespräch und traf mit dem neuen Chef der Europäischen Zentralbank, seinem Landsmann Mario Draghi, zusammen.

Berlusconis rechtsgerichtete Partei Volk der Freiheit (PdL) ist in der Frage der Übergangsregierung zerstritten. Berlusconi, der zunächst für vorgezogene Parlamentswahlen eintrat, stellte sich zuletzt hinter Monti.

Mehrere PdL-Abgeordnete schlossen sich dieser Meinung an, andere bestanden auf Neuwahlen ebenso wie Berlusconis Koalitionspartner, die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord.

Die oppositionelle Demokratische Partei unterstützt das Konzept einer Übergangsregierung. Dies tun auch aus der Christdemokratie hervorgegangenen Gruppierungen.

In den vergangenen 17 Jahren war Berlusconi insgesamt zehn Jahre lang in Italien als Regierungschef am Ruder. Zuletzt hatte er sich aber hauptsächlich wegen Sex- und Bestechungsskandalen in mehreren Prozessen verantworten müssen.

(sda/dapd/afp)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Silvio B. am 13.11.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wird nicht wirklich besser!

    Na ja - wurde auch Zeit. Besser wird es aber trotzdem nicht werden, da die Mehrheit der übrigen Politiker genauso nur auf ihre Vorteile bedacht und genau so korrupt und mit der Mafia verbandelt sind. Aber das Volk ist auch nicht besser, denn es wehrt sich mit den gleichen Mitteln, deren sich die Politiker bedienen: Korruption, Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung usw... Das wird Jahrzente dauern, bis es besser wird - falls überhaupt. Bis dahin wurde der EU-Schirm bereits vom Sturm zerfetzt!

  • Silo am 13.11.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bunga, Bunga

    So Silvio nun hast Du mehr Zeit für BUNGA, Bunga, aber bitte nicht mit Minderjährigen!!!

  • Paolo Delia am 13.11.2011 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre zum Lachen

    Wenns nicht so tragisch wäre.Il cavalliere geht doch was kommt danach?Dies war,leider,der beste Mann den die italienische Politklasse zu bieten hatte.Jetzt jubeln alle in den Strassen,mal schauen wie lange.Und eines ist auch schon klar.Für alle Fehler und nicht erfüllten Ziele/Erwartungen der neuen Regierung ist eh Berlusconi schuld.Grazzie Cavalliere per tutto.....