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Silvio Berlusconi
06. April 2011 10:01; Akt: 06.04.2011 15:07 Print
Bunga-Bunga-Prozess vertagt
Nach nur sieben Minuten ist der Prozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wegen einer Sexaffäre mit einer Minderjährigen am Mittwoch vertagt worden.
Der Prozessauftakt dauerte nur sieben Minuten, dabei ging es vor allem um Formalitäten. Als nächster Termin wurde der 31. Mai festgelegt. Der Regierungschef war bei der ersten Anhörung nicht im Gerichtssaal zugegen. Er nahm an einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern zur Lage in Libyen in Rom teil und erklärte in einem Schreiben, er habe nichts gesetzwidriges getan und nannte die Vorwürfe gegen ihn politisch motiviert.
Bildstrecken Bunga Bunga bei BerlusconiBerlusconis Karriere in BildernRuby, die HerzensbrecherinDie Schöne für die schmutzige ArbeitBerlusconis Stolpersteine Um was geht es beim Bunga-Bunga-Prozess?Dem italienischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird vorgeworfen, in 13 Fällen Sex gegen Bezahlung mit der damals 17-jährigen Marokkanerin «Ruby» gehabt und später seinen Einfluss geltend gemacht zu haben, um den Fall zu vertuschen.
Sowohl Berlusconi als auch die inzwischen volljährige «Ruby» bestreiten, miteinander Sex gehabt zu haben. Allerdings räumte sie ein, dass der Ministerpräsident ihr beim ersten Treffen 7000 Euro gegeben habe.
Im Fall einer Verurteilung wegen Umgangs mit einer minderjährigen Prostituierten drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Gefährlicher für Berlusconi ist aber der Vorwurf des Amtsmissbrauchs, der mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis bestraft werden kann.
Dafür tummelten sich Hunderte Journalisten im Gerichtssaal; der wohl spektakulärste Prozess in der Geschichte Italiens stösst auf grosses Interesse: Medienvertretern aus aller Welt versammelten sich vor und im Justizpalast, obwohl bei diesem kurzen ersten Termin nur Formalien erörtert wurden. Der erste Prozesstag fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 100 Polizisten sicherten das Viertel rund um den Justizpalast im Zentrum von Mailand.
Verlegung des Verfahrens nach Rom?
Die Anwältin der inzwischen 18-jährigen Karima al-Mahrug sagte, ihre Mandantin werde nicht als Nebenklägerin auftreten. Dies hätte ihr zum einen ermöglicht, eine zivilrechtliche Schadenersatzklage gegen Berlusconi einzureichen, sollte dieser in dem Verfahren verurteilt werden. Zum anderen hätte ihre Anwältin dann auch Zeugen vernehmen können. Ein Auftritt als Nebenklägerin hätte aber im Gegensatz zu ihren wiederholten Äusserungen gestanden, sie sei von Berlusconi überhaupt nicht zu bezahltem Sex aufgefordert worden. «Karima hat nicht den Eindruck, in irgendeiner Weise durch die Begegnung mit dem Ministerpräsidenten geschädigt worden zu sein», sagte ihre Anwältin.
Berlusconis Anwälte versuchen unterdessen, das Verfahren aus Mailand abzuziehen und einer speziellen Jury in Rom zu übertragen, die sich ausschliesslich mit Anklagen gegen Staatsbedienstete in Ausübung ihres Dienstes befasst. Das Parlament hatte diese Frage an das Verfassungsgericht weitergeleitet.
Prominente Zeugen erwartet
In dem im Schnellverfahren vorbereiteten Strafprozess muss sich Berlusconi auch wegen Amtsmissbrauchs verantworten. Das Verfahren gilt als «Prozess des Jahres». Äusserst pikant sind die Vorwürfe gegen den 74-jährigen Medienmogul und die aus den Prozessakten veröffentlichten Details.
Unter anderem soll auch der US- Schauspieler George Clooney als Zeuge befragt werden. Ruby, um die das Verfahren kreist, wird zum Prozessbeginn ebenfalls nicht erscheinen. «Ruby wird nur im Gerichtssaal sein, wenn sie als Zeugin befragt wird», sagte der Verlobte der 18-Jährigen, die eigentlich Karima al-Marough heisst. Ruby wurde sowohl von der Verteidigung als auch von den Staatsanwälten vorgeladen.
Dutzendfach soll Berlusconi bei wilden «Bunga-Bunga»-Festen in seiner Villa bei Mailand Sex mit der damals 17-jährigen Ruby gehabt haben. Der Premier habe das Mädchen auch per Telefon persönlich vor dem Gefängnis bewahrt, heisst es in der Anklage.
(kle/dapd)



























