Ein Mann sieht rot

17. Februar 2011 08:54; Akt: 17.02.2011 09:03 Print

Journalist von Berlusconi-Minister getretenJournalist von Berlusconi-Minister getreten

Der Ruby-Skandal lässt in der italienischen Regierung manche Sicherungen durchbrennen. Unangenehme Fragen werden mit Tritten gegen das Schienbein quittiert.

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Der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa (PDL) tritt zu und macht falsche Vorwürfe. (Video: repubblica.it) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Dass unangenehme Fragen wehtun können, hat ein italienischer Video-Journalist am eigenen Leib erfahren. Corrado Formigli, der für die regierungskritische Sendung «Annozero» des Senders Rai Due arbeitet, wollte Verteidigungsminister Ignazio La Russa am Rande einer Politveranstaltung in Mailand zum Fall Ruby interviewen. Doch La Russa, Mitglied von Berlusconis Popolo della Libertà (PDL), wollte sich dem Interview nicht stellen.

Er werde erst dann Fragen beantworten, wenn bei «Annozero» auch Leute teilnehmen könnten, die nicht so denken würden wie die Macher der Sendung, so La Russa, der schon mehrfach Gast in der Sendung war. Schliesslich fragte der Journalist trotzdem, was Berlusconi tun müsse, falls sich herausstellen sollte, dass minderjährige Prostituierte an seinen Festen teilgenommen haben. Daraufhin der Verteidigungsminister: «Was weiss ich, wer dort war. Wenn du es nicht weisst? Vielleicht war deine Schwester dort.»

Später versuchte Formigli erneut eine Antwort auf seine Frage zu erhalten. Worauf der Verteidigungsminister ihn mit Tritten traktierte. Anschliessend warf La Russa dem Journalisten vor, ihn getreten zu haben, worauf Formigli von einem Sicherheitsmann «kontrolliert» und weggebracht wurde.

Klage gegen Verteidigungsminister angekündigt

Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Samstag. Erst gestern Abend tauchten jedoch erste Videoaufnahmen auf, die La Russas Gewaltanwendung deutlich dokumentieren. Der Journalist hat am Mittwoch angekündigt, La Russa zu verklagen, wie verschiedene italienische Medien berichten. Der Vorfall soll zudem am Donnerstagabend in der Folge von «Annozero» ausführlich beleuchtet werden.


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(rn)

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  • Carmelo Zapulla am 20.02.2011 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    typischer berlusconi politiker

    der Journalist hat nur eine unangenehme aber richtige frage gestellt. aber nur in italien kann der verteidigungsminister persönlich beleidigen (war etwa deine schwester dabei?) und treten und dann laut rufen der Reporter hätte getreten.

  • Nino am 17.02.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    typischer annozero-journalist

    Unwürdige Reaktion des Ministers. Ich habe mir aber mehr als eine Sendung von "AnnoZero" angeschaut... und in letzter Zeit, schalte ich einfach um: Auf Sendungen, die nicht reine "Wir-stürzen-die-Regierung-mit-aufgerundeten-Wahrheiten"-Inhalte bringen.

  • Ruedi.M am 17.02.2011 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Regierungskritische Sendungen

    Wenn es in Italien regierungskritische Sendungen gibt, wieso beklagen sich dann die Journalisten über mangelnde Pressefreiheit in Italien ? Angeblich kontrolliert der Silvio Berlusconi die Medien...Da lachen ja die Hühner !!