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Betrug und Fälschung
26. September 2011 16:46; Akt: 26.09.2011 17:08 Print
Mediaset-Prozess geht ohne Berlusconi weiter
Silvio Berlusconi kämpft weiter gegen die Justiz. In Mailand wird wegen des Multimillionen-Betrugs seines Unternehmens Mediaset verhandelt. Der Anklage läuft die Zeit davon.
Ein Prozess wegen Steuerbetrugs und Bilanzfälschung gegen Italiens umstrittenen Regierungschef Silvio Berlusconi ist am Montag in Mailand ohne den prominenten Angeklagten fortgesetzt worden.
Bildstrecken Hier telefoniert der CavaliereAus Berlusconis Munde Video
Reaktion auf Schnellverfahren gegenBerlusconi
Demo gegen BerlusconiBerlusconis neustes Problem heisst Iris
Berlusconi und die Justiz
Zwei Strafverfahren sind gegen Silvio Berlusconi noch hängig:
Korruption: 1998 soll er seinem britischen Anwalt David Mills 600 000 US-Dollar bezahlt haben, damit dieser in Prozessen gegen seinen Medienkonzern Fininverst Falschaussagen macht. Im Februar 2009 wurde Mills deshalb zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde danach aber vom höchsten italienischen Strafgericht aufgehoben, weil die Vorwürfe verjährt waren.
Steuerbetrug und Unterschlagung: Berlusconi wird ausserdem verdächtigt, Rechte amerikanischer Filme zu Marktpreise erworben und dann an seine Firma Mediaset zehnmal teurer verkauft zu haben. Die Differenz sei auf Offshore-Konten von Mediaset-Managern einbezahlt worden.
Andere ältere Verfahren, die in erster Instanz sogar mit Gefängnisstrafen endeten aber deren Urteile wurden später aufgehoben wurden, dürften wieder aufgenommen werden. Darunter Vorwürfe wegen Bilanzfälschung aus dem Jahr 2002: Damals liess ein Gericht nach langen Beratungen als verjährt fallen. Angeblich hatte Berlusconi als Präsident des Fussballclubs AC Mailand 1992 den Millionentransfer für einen Spieler teils mit Schwarzgeld bezahlt und zu niedrig deklariert.
Ein Verfahren um Korruption beim Kauf des Buchverlags Mondadori stellten die Richter 2001 wegen Verjährung ein. Angeblich hatte Berlusconi die römische Justiz bestochen.
1999 wurde Berlusconi gerichtlich vom Vorwurf mutmasslicher Unregelmässigkeiten beim Kauf eines privaten Grundstücks freigesprochen. Wegen Verjährung und Amnestie entfiel jede weitere Strafverfolgung.
Wegen illegaler Parteienfinanzierung verurteilte ein Gericht Berlusconi 1998 zu 28 Monaten Haft. Ein Jahr später wurde das Urteil aufgehoben. In der Sache ging es um Zahlungen von damals umgerechnet 20 Millionen Mark (rund 15,5 Millionen Franken) auf schwarze Konten des ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten Bettino Craxi.
Der Verdacht, Berlusconis früheres Unternehmen Fininvest habe Anfang der 90er Jahre 330 000 Mark Schmiergelder an Steuerprüfer gezahlt, endete 1998 mit Berlusconis Verurteilung zu 33 Monaten Haft. In einem Berufungsverfahren im Jahr 2000 wurde der damalige Oppositionschef aber freigesprochen.
Wegen Bilanzfälschung beim Erwerb der Filmverleihfirma Medusa in den 1980er Jahren verurteilte ein Gericht Berlusconi 1997 zu 16 Monaten Haft. Im Jahr 2000 wurde er wegen «erwiesener Unschuld» freigesprochen.
Weil er seine Mitgliedschaft in der berüchtigten Geheimloge P2 bestritten hatte, wurde Berlusconi 1990 wegen Meineids verurteilt. Das Urteil wurde in einer Berufungsverhandlung bestätigt, verfiel aber wegen einer Amnestie.
Der skandal- und justizgeplagte Medienunternehmer blieb dem Gerichtssaal fern, wie italienische Medien berichteten. Im sogenannten Mediaset-Verfahren sind der 74-jährige Berlusconi und sein Konzern angeklagt, rund 470 Millionen Euro in Übersee am Fiskus vorbei schwarz eingenommen zu haben.
Insgesamt gibt es ein Dutzend Angeklagte - darunter auch Berlusconis Sohn Piersilvio und Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri.
Die nächste Anhörung im Verfahren ist nun für den 5. Oktober anberaumt. Auch in diesem Fall steht noch in Frage, ob Berlusconi erscheinen wird. «Dieser Prozess läuft bereits in Gefahr, zu verjähren», lehnte der zuständige Richter Edoardo d'Avossa jedoch eine weitere Vertagung kategorisch ab.
Vier laufende Prozesse
Berlusconi sitzt aktuell in vier Prozessen auf der Anklagebank - darunter das Verfahren wegen mutmasslicher Bestechung seines ehemaligen Anwalts David Mills und der Sexprozess um das minderjährige Escort-Girl «Ruby».
Über die Eröffnung eines fünften Verfahren wegen «Enthüllung von Amtsgeheimnissen» im Insiderhandelsfall um die Übernahme der Banca Nazionale del Lavoro soll demnächst ein Vorprozess entscheiden.
(sda)
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Kurzen Prozess und fertig
Mich wundert die finanzielle Schieflage Italiens gar nicht mehr. Warum macht Italien nicht kurzen Prozess mit diesem Tattergreis, der sein Volk doch nur belügt von vorne bis hinten? Konfiziert seine Vermögen u gebt es dem ital. Volk! Basta fertig mit Pasta u Bunga Bunga!