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30. September 2007 10:54; Akt: 03.10.2007 14:23 Print
Militärs ersticken Proteste
In Burma werden kleinere Kundgebungen regelrecht niedergeknüppelt. Nach der Unterdrückung der Massenproteste ruhen die Hoffnungen auf den Vermittlungsbemühungen des Uno-Sondergesandten Ibrahim Gambari.
Gambari war zuvor am Sonntag nach Gesprächen mit der burmesischen Militärjunta in deren Regierungssitz Naypyitaw nach Rangun zurückgekehrt. Er wurde zum Treffen mit der Friedensnobelpreisträgerin in ein staatliches Gästehaus eskortiert. Das Gespräch soll rund eineinviertel Stunden gedauert haben. Angaben zum Inhalt der Gespräche wurden nicht gemacht. Es war bis zuletzt offen, ob die Militärjunta in Burma ein Treffen zwischen dem Uno-Gesandten und der Friedensnobelpreisträgerin zulassen würde.
Aung San Suu Kyi (vorne rechts) auf einer Archivaufnahme von 2002.
Suu Kyi steht seit 18 Jahren fast ununterbrochen unter Hausarrest und sass in dieser Zeit auch mehrfach im Gefängnis. Ihre Partei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), hatte 1990 die Wahlen in Burma gewonnen, was die Generäle jedoch nie anerkannten.
Sicherheitskräfte ersticken weitere Proteste im Keim
Ein Grossaufgebot burmesischer Sicherheitskräfte hat auch heute grössere Proteste gegen die Militärjunta im Keim erstickt. In der Innenstadt der Metropole Rangun patrouillierten zahlreiche Soldaten durch die Strassen.
Nach Angaben der Nachtichtenagentur Reuters gingen dennoch einige hundert Menschen auf die Strassen. Immer sei es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Soldaten gekommen, bei denen die Sicherheitskräfte Warnschüsse abgefeuert hätten.
Die staatlichen Medien berichteten am Sonntag dagegen über Pro- Junta-Kundgebungen in abgelegenen Landesteilen. Einige Bewohner Ranguns äusserten die Hoffnung, dass der UNO-Sondergesandte, der Nigerianer Ibrahim Gambari, bei seinen Gesprächen mit den herrschenden Generälen einen Durchbruch erringen könnte.
Reise des UNO-Sondergesandten
Gambari war am Samstag in Rangun eingetroffen, aber vom Flughafen direkt weiter in die 300 Kilometer nördlich gelegene Dschungelstadt Naypyidaw geflogen, die von der Junta zum neuen Regierungssitz erklärt worden war.
Über den Inhalt seiner Gespräche drang bislang nichts an die Öffentlichkeit. Die Militärjunta des südostasiatischen Landes machte auch keine Angaben darüber, mit wem sich Gambari getroffen habe und ob Staatsoberhaupt Than Shwe zu den Gesprächspartnern zählte.
Neben Gambari sollte am Sonntag auch ein Gesandter Japans in das Land einreisen. Ziel sei es, auf umfangreiche Ermittlungen im Fall des bei den Protesten erschossenen japanischen Journalisten Kenji Nagai zu drängen, sagte der Vize-Aussenminister des Landes. Ausserdem wolle Japan der Stimme der internationalen Gemeinschaft Gehör verschaffen.
Wo sind die Mönche?
Die Junta war seit Mittwoch mit grosser Härte gegen die demonstrierenden Mönche und Bürger vorgegangen. Mittlerweile sind die meisten Klöster des Landes abgeriegelt.
Nach unbestätigten Angaben sind in vielen Klöstern nur noch halb so viele Mönche wie zu Beginn des Aufstands vor zwei Wochen - viele seien festgenommen worden, andere geflohen, hiess es. Es gab aber auch Augenzeugenberichte, wonach zahlreiche Mönche getötet worden seien.
(Quelle: SDA/AP)


























