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Botellón-Party
30. August 2008 10:54; Akt: 30.08.2008 14:04 Print
Gummischrot, Verhaftungen und Abfallberge
von Debby Galka, Gregor Patorski - Das angekündigte Trinkspektakel auf der Zürcher Blatterwiese ist vorbei: Geschätzte 3000 Besucher fanden sich gegen Mitternacht am See ein. Mit steigendem Alkoholkonsum stieg die Aggressivität. Zehn Personen mussten ins Spital eingeliefert werden. Sogar Gummischrot kam zum Einsatz, die Blatterwiese ist wegen vieler Scherben abgesperrt. Was blieb hängen ausser Müll und einem Kater?
Erstmals feierten Zürcher Jugendliche am Freitagabend auf der Blatterwiese ein Botellón.
Kurz nach 21 Uhr, der im Internet kommunizierten Zeit, strömen Menschenmassen vom Bellevue in Richtung Blatterwiese - schwer bepackt mit Bier-Sixpacks oder Tragtaschen voller abgefüllter Flaschen mit Alkohol. Rund 2000 bis 3000 Jugendliche sind nach Schätzungen der 20-Minuten-Online-Reporterin bereits kurz nach 22 Uhr auf der Wiese eingetroffen.
Bis um ca. 22.15 Uhr, verlief die unbewilligte Veranstaltung laut Zürcher Stadtpolizei ruhig. Mit zunehmendem Alkoholkonsum stieg die Aggressivität und führte zu mehreren tätlichen Auseinandersetzungen. In zehn Fällen mussten Patienten mit unterschiedlichsten Verletzungen und Symptomen von Alkohol- und Drogenvergiftungen in die umliegenden Spitäler eingeliefert werden. Die zur Entlastung der Notfallstationen an der Hohen Promenade eingerichtete Patientensammelstelle wurde jedoch lediglich für vier Männer benötigt. Sie wurden durch das Pflegepersonal und Angehörige des Zivilschutzes betreut und bewacht.
Vereinzelt kam es auf der Blatterwiese leider auch zu Tätlichkeiten gegenüber den Rettungssanitätern. Mit Unterstützung der Polizei konnten diese bereits im Ansatz unterbunden werden. In einem Fall musste Gummischrot eingesetzt werden, um aggressive, mehrheitlich junge Leute, auf Distanz zu halten. Drei Schweizer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren wurden vorübergehend festgenommen. Sie wurden nach den polizeilichen Befragungen wieder entlassen.
Abfallberge
Bei Tagesanbruch wurden die Spuren des Trinkgelages sichtbar: Die angefallene Abfallmenge wird auf rund sechs Tonnen geschätzt. Wegen unzähliger Glasscherben musste die Blatterwiese vorübergehend gesperrt werden. Und auch in den umliegenden Quartieren waren beträchtliche Abfallmengen zu entsorgen. Die Behörden rechnen mit Kosten von mehreren 10.000 Franken. Aus Sicht der Blaulichtorganisatoren problemlos verliefen die gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen an der Langstrasse, im Niederdorf und das Leichtathletik-Meeting im Letzigrund.
Friedlicher Auftakt am See
In der Mitte hat ein Grüppchen eine Musikanlage aufgestellt, mit welcher das gesamte Gelände beschallt wird. Hier stehen die Leute dicht gedrängt, weiter aussen auf der Wiese sitzen einzelne Grüppchen von vier bis fünf Jugendlichen und konsumieren die mitgebrachte Tranksame.
Feuerwerkskörper werden gezündet, viele der Besucher sind bereits in angetrunkenem Zustand, zu der dröhnenden Musik wird ausgelassen getanzt. Findige Unterhnehmer haben zwei Bratwurststände aufgestellt, um auch den Hunger der trinkfreudigen Menge wenigstens etwas zu stillen. Schon liegt viel Abfall, leergetrunkene Flaschen und Plastiksäcke, verstreut auf der gesamten Wiese. Vereinzelt patroullieren Mitarbeiter der Suchtpräventiosstelle «sip Zürich» und versuchen mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, Polizei ist nicht zu sehen. Gegen Mitternacht hin werden auch Krankenwagen gesichtet, welche Betrunkene abtransportierten, die sich zuviel Alkohol zugemutet haben.
Stimmung vor Ort
Wieso er denn hier sei, fragt die 20-Minuten-Online-Reporterin einen 21-jährigen Jugendlichen: «Ich habe es aus den Medien erfahren und gar nicht via Facebook. Ich habe das Ganze eigentlich für eine blöde Idee gehalten und wollte gar nicht herkommen». Aber ein paar Freunde hätten ihn mitgeschleppt, und jetzt habe er ein Bier in die Hand gedrückt bekommen. «Und jetzt ist alles gut!»
«Absolut lässig!», «Mega-Stimmung!» oder «Es ist unglaublich!» sind die Eindrücke, die man nicht nur einmal zu hören bekommt. Die Stimmung ist ausgelassen bis angeheitert und bis Mitternacht weitgehend friedlich.
Grosser Aufruhr im Vorfeld
Im Vorfeld hatte die Botellón- Trinkparty am Zürichsee-Ufer beim Zürichhorn für viel Aufregung gesorgt, für die im Internet mobilisiert wurde. Jener Jugendliche, der ursprünglich dazu aufgerufen hatte, zog sich zwar wieder zurück, als er erfuhr, dass eine Bewilligung nötig wäre.
Verantwortliche der Stadt, die ein Massenbesäufnis befürchteten, betonten, dass sie keine Freude am Anlass hätten. Verbieten - wie beispielsweise in Lausanne und Bern - wollten sie den Botellón aber nicht.
90 Zivilschützer wurden aufgeboten, um - wie bei ähnlichen Grossanlässen - bei der medizinischen Betreuung von schwer Betrunkenen Unterstützung zu leisten.
Videos: Debby Galka, 20 Minuten Online
pat/gal/kub/sda
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Alle 331 Kommentare






























Das Mass aller Dinge
Niemand will den jungen den Spass verderben, den hatten wir ja auch. Aber; warum muss immer alles ausufern! Geniesst doch ein tolles Fest mit freunden und allem was dazugehört, aber mit Mass! Too much iss nicht cool, auch nicht nach 1830 Uhr.....
Hattet ihr keine Jugend oder was?
Wie alle ein Theater machen, wenn nich Alles GENAU so abläuft, wie er es gerne hätte... Hirnkrank sind wohl eher die Leute, die Fröhlich zur Kasse bitten. Egoisten! Übrigens, wenn die Jugendlichen jedes Mal ein solches Theater machen würden, wenn die "Erwachsenen" etwas "falsch" machen....
Feste
Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie sich die Leute für nichts aufregen.. Nebenbei finden im Niederdorf resp. Langstrasse ein Fest statt, welche ebenfalls zum trinken bewegen. Die Stadt will bald alles verbieten, aber an einem Megaevent wie der EM2008 war es den meisten Leuten scheiss egal..