Didier Burkhalter privat

20. September 2009 11:11; Akt: 20.09.2009 11:33 Print

«Ich hätte dem Mädchen wohl geholfen»«Ich hätte dem Mädchen wohl geholfen»

Er hält nicht viel von Klatsch und Tratsch, Glanz und Gloria: Der neue Bundesrat Didier Burkhalter will Privates und Beruf strikte trennen. Jetzt hat er trotzdem Tröpfchen seines Privatlebens durchsickern lassen. Warum er nie Blogs schreiben wird und warum in der Familie beim Skirennenschauen (fast) immer gejubelt wird, lesen Sie hier.

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Didier Burkhalter gibt seine erste Pressekonferenz als Bundesrat und fordert das Parlament auf, die Reformen im Gesundheitswesen zu beschleunigen. An diesen Medienrummel werden sich Didier Burkhalter und seine Familie wohl gewöhnen müssen. Der erste Kuss als Bundesrat: Didier Burkhalter schliesst seine Frau Sabine Friedrun in die Arme. Der neue Bundesrat samt Bundeskanzlerin trifft sich zum ersten Mal. «Je le jure»: Didier Burkhalter leistet seinen Schwur. Didier Burkhalter ist nach dem vierten Wahlgang mit 129 Stimmen gewählt und erklärt die Annahme der Wahl. Urs Schwaller bleibt «ewiger» Kandidat - mit 106 Stimmen scheitert er im vierten Wahlgang. Die SVP schwenkt nach dem Rückzug von Christian Lüscher auf Didier Burkhalter, erklärt Fraktionschef Caspar Baader. Christian Lüscher erklärt nach dem dritten Wahlgang seinen Rückzug. Die beiden FDP-Bundesratskandidaten diskutieren mit Parteichef Fulvio Pelli. Dick Marty fordert die Bundesversammlung auf, die offiziellen Kandidaten Didier Burkhalter oder Christian Lüscher zu wählen. Seine wilde Kandidatur sei eine Provokation gewesen, damit das Tessin nicht vergessen werde. Urs Schwaller erfährt, dass er im ersten Wahlgang 79 Stimmen gemacht hat und somit in Front liegt. Die Stimmzettel werden nach dem ersten Wahlgang eingesammelt. Das Parlament spendet Pascal Couchepin eine Standing Ovation, der Walliser ist sichtlich erfreut. Seine Bundesratskollegen steigen in den Applaus ein. Die Vereinigte Bundesversammlung vor der Würdigung Pascal Couchepins durch Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi Die Medien haben sich in der Wandelhalle eingerichtet. Der abtretende Bundesrat Pascal Couchepin trifft vor dem Bundeshaus ein und wird von einer Delegation der Neuenburger FDP begrüsst.

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Auf seine Ehe mit einer Österreicherin angesprochen, sagte Burkhalter der Zeitung «Le Matin dimanche», eine binationale Ehe sei recht praktisch. Auf alle Fälle beim Anschauen von Skirennen. «Ob ein Österreicher oder ein Schweizer aufs Podium steigt, wir gewinnen zu Hause immer», sagte Burkhalter. Dem «SonntagsBlick» verriet der neue Bundesrat, dass seine Frau auch eine Perfektionistin sei. Wenn man sie nach ihm befragen würde, würde sie wohl sagen: «Du musst noch mehr arbeiten.»

Vier Stunden Schlaf reichen

Ursprünglich habe er Journalist oder Reporter werden wollen, sagte das neue Mitglied der Landesregierung weiter. Davon sei er aber abgekommen, weil er sich mit der Funktion des Berichterstatters nicht abfinden könnte. Er habe eine Rolle gesucht, in der man handeln könne. Dies sei ihm beim Betrachten des berühmten Fotos mit dem in Vietnam vor Napalmbomben flüchtenden Mädchens bewusst geworden. «Ich hätte dem Mädchen wohl zu helfen versucht, statt das Foto zu schiessen», sagte Burkhalter und fügte hinzu: «Es wäre falsch gewesen, denn das Foto hat viel bewirkt.»

Auf die Arbeitslast als Bundesrat angesprochen, sagte der Neuenburger FDP-Politiker, vier Stunden Schlag genügten ihm nicht. Er brauche sechs Stunden und sei nicht verärgert, wenn es auch sieben seien. Seit er sich einen achtfachen Bruch an einem Bein zugezogen habe, ziehe er Spaziergänge dem Jogging vor. Weil er die Zugehörigkeit zur Mannschaft schätzt, wechselte Burkhalter in jungen Jahren vom Schwimmen zum Fussball. Eine ganz besondere Erfahrung sei es gewesen, als Student in Israel gegen eine Mannschaft von Beduinen zu spielen, sagte Burkhalter den Zeitungen «Sonntag», «Zentralschweiz am Sonntag» und «Südostschweiz am Sonntag.» Tore zu schiessen und Flanken zu schlagen, kann sich Burkhalter auch im Bundesrat vorstellen. Im Fussball war er gerne Regisseur, hat aber auch als Libero gespielt.

Auf die Frage, ob er wie Moritz Leuenberger einen Blog schreiben werde, sagte Burkhalter der «SonntagsZeitung»: «Nein ich halte nicht sehr viel von dieser Art Kommunikation.» Sie stimme zudem nicht mit seiner Persönlichkeit überein. Keinesfalls will er seine politischen Ideen und Überzeugungen auf Ausflügen mit den Medien auf die Petersinsel darlegen, wie dies sein Amtsvorgänger Pascal Couchepin einmal im Jahr getan hatte. Er habe noch nie gern das Gleiche wie die anderen gemacht, sagte Burkhalter.

Dass er zu seinem Privatleben auch künftig klare Trennlinien ziehen wird, hatte der neue Bundesrat schon am Freitagabend in der «Arena» des Schweizer Fernsehens klar gemacht, als er sich darüber ärgerte, dass Journalisten sein Haus belagerten, um Interviews mit seinen drei Söhnen zu machen. Dass das nicht gehe, hätten aber auch seine Söhne klar gemacht: «Sie haben es so klar gesagt, dass es vielleicht noch Probleme gibt in den Medien», sagte Burkhalter.

(dapd)