Porträt

16. September 2009 10:06; Akt: 16.09.2009 11:16 Print

Das ist Bundesrat  Didier BurkhalterDas ist Bundesrat Didier Burkhalter

von Balz Bruppacher/AP - Der freisinnige Neuenburger Didier Burkhalter hat noch nie eine Wahl verloren - auch nicht die Wahl zum 112. Bundesrat.

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Die Entscheidung: Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi gibt den Wahlsieg von Didier Burkhalter bekannt. Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Mit Didier Burkhalter hat das Parlament einen liberalen Brückenbauer und Reformer in die Regierung gewählt. Der 49-jährige Neuenburger gilt als beharrlicher Konsenspolitiker. Das Bad in der Menge sucht der neue Bundesrat nicht. Zur Kandidatur liess er sich erst nach längerer Bedenkzeit bewegen.

«Wenn Real Madrid noch mehr Starspieler verpflichtet, wird dies keine gute Mannschaft sein», sagte Burkhalter in einem Interview des «Tages-Anzeigers» auf die Frage, ob seine Tugenden als loyaler und fleissiger Politiker ausreichten, um sich in der Löwengrube Bundesrat zu behaupten. Trotz Verzicht auf schrille Töne wurde Burkhalter spätestens seit dem November 2007 als Favorit für die Nachfolge von Pascal Couchepin im Bundesrat gehandelt. Denn damals schaffte der FDP-Politiker im zweiten Wahlgang den Sprung in den Ständerat und beendete die vierjährige SP-Doppelvertretung des Kantons Neuenburg in der kleinen Kammer.

11 Jahre im Kantonsparlament

Dass Politik auch ohne Klamauk und Spektakel erfolgreich sein kann, bewies Burkhalter schon früher. 1991 wurde er 31-jährig in die Regierung der Stadt Neuenburg gewählt, der er bis Juni 2005 angehörte. Schon drei Jahre zuvor sammelte er Erfahrungen als Parlamentarier in der Neuenburger Vorortsgemeinde Hauterive. Während elf Jahren bis 2001 gehörte Burkhalter dem Neuenburger Kantonsparlament an. Auf Bundesebene begann seine Karriere im Herbst 2003 mit der Wahl in den Nationalrat. Bereits zwei Jahre später rückte Burkhalter zum Vizepräsidenten der FDP-Fraktion der Bundesversammlung auf.

Als Beruf gibt der diplomierte Volkswirtschafter Ökonom an. Er wehrt sich aber auch nicht gegen die Bezeichnung Berufspolitiker. Ein Wirtschaftsvertreter im Sinne des Zürcher Freisinns oder ein Wirtschaftsführer, wie ihn die SVP in Zeiten der Krise gerne an den Schalthebeln der Regierung sähe, ist Burkhalter nicht. Er sitzt in keinem Verwaltungsrat. Die kurze Liste seiner Interessenbindungen umfasst vielmehr vor allem Mandate bei Institutionen, mit denen er als Politiker in Neuenburg zu tun hatte. Hinzu kommt ein Sitz im Stiftungsrat der Schweizerischen Pfadistiftung.

Regierungsreform und innere Sicherheit

Wirtschaftsliberale Positionen vertritt der neue FDP-Bundesrat aber bei der Privatisierung staatlicher Betriebe und bei Partnerschaften von Staat und Wirtschaft. Burkhalter ist Vorstandsmitglied im Verein PPP Schweiz, der gemischwirtschaftliche Projekte fördert. Er verweist gern auf das in seiner Amtszeit als Neuenburger Bau- und Sportvorsteher angestossene multifunktionale Sportstadion La Maladière.

Auf Bundesebene trat Burkhalter aber weniger mit wirtschafts- und finanzpolitischen Themen in Erscheinung. Die Liste der 25 von ihm lancierten Vorstösse zeugt vielmehr vom Interesse des neuen Bundesrats an einer Regierungsreform und an der inneren Sicherheit. Eine bessere Ausbildung der Bundesverwaltung und der Botschaften zur Krisenbewältigung thematisierte Burkhalter schon 2005. Die Departemente möchte er nach langfristigen Prioritäten umbauen, das Bundespräsidium stärken. Am meisten Aufsehen sorgte der eher medienscheue Politiker aber mit seinem Vorstoss für die Schaffung eines Entführungsalarmsystems für Kinder, der erst unter dem Eindruck der tragischen Ereignisse im Fall Lucie dieses Jahr den nötigen politischen Rückhalt fand.

Spricht fliessend Deutsch

Die FDP hat mit Burkhalter zwar ihren zweiten Bundesratssitz halten können. Ob sie mit dem neuen Regierungsmitglied auch glücklich wird, steht aber auf einem anderen Blatt. «Wenn die FDP jemanden sucht, der alles über die Medien lanciert und seine Tätigkeit voll auf die Partei ausrichtet, ist sie bei mir falsch», sagte Burkhalter vor seiner Nomination.

Burkhalter spricht fliessend Deutsch. Er ist mit einer Vorarlbergerin verheiratet und Vater dreier Söhne. Homestories über den neuen Bundesrat gibt es nicht. Das Maximum war ein Foto in der «Schweizer Illustrierten», auf dem Burkhalter in Kurzarmhemd und Krawatte den Veston schwingt. Der Zeitschrift verriet er zudem: «Ich würde später gern mal einen Roman schreiben.»

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  • Giovanni Bernasconi am 17.09.2009 04:01 Report Diesen Beitrag melden

    Burckhalter (ein Deutschweizername!)

    Das Marionetten-Theater ist aus: ein Verwaler mehr ist im BR. Es ist an der Zeit, dass die CH wieder eine Regierung hat. Also sollen mindestens BR Merz, Calmy-Rey und Leuenberger (der Ewige) sofort zuruecktreten.

  • James am 17.09.2009 02:25 Report Diesen Beitrag melden

    exakte Konkordanz

    Was habt ihr für ein Problem? Die SVP hat den von der FDP (im letzten Moment) bestimmten Hauptkandidaten gewählt. Wenn alle Parteien so handeln würden, hätten wir endlich wieder Konkordanz. Und Konkordanz muss Mathematik bleiben, sonst sitzt irgendwann auch bei uns ein Hitler drin.

  • Albert Zimmermann am 16.09.2009 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Studer Studer und andere Liebe

    239 Stimmen im 4.Wahlgang -4 für Lüscher 6 leer 23 Differenz da hats dann wohl zum Schluss gar noch Wischiwaschis die ihren eigenen Schwaller nicht wählten- lieber netter Rechnern es waren die Seldwyla-Genossen die Honecker und Causescu kurz vor dem Mauerfall noch zu deren Leistungen gratulierten