15. Juni 2009 12:01; Akt: 15.06.2009 12:06 Print

Bundesrat Pascal Couchepin tritt zurückBundesrat Pascal Couchepin tritt zurück

Nach vierzig Jahren in der Politik hat Bundesrat Pascal Couchepin am 12. Juni 2009 seinen Rücktritt bekannt gegeben.

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Bundesrat Couchepin im Fokus, nachdem er am 12. Juni 2009 seinen Rücktritt auf Ende Oktober bekannt gegeben hat. Aufnahme von März 2000. Seine politische Karriere begann Pascal Couchepin 1968 in der Exekutive von Martigny (VS). 1979 zieht er für die Walliser FDP in den Nationalrat. Beide Ämter übt er bis zu seiner Wahl in die Landesregierung aus. Pascal Couchpin im September 1987, damals Stadtpräsident von Martiny im Wallis, anlässlich eines Besuchs von Leon Schlumpf, dem Vater seiner heutigen Bundesratskollegin Eveline Widmer-Schlumpf. Der damalige Nationalrat Couchepin mit seinem späteren Bundesratskollegen Moritz Leuenberger (SP/ZH) 1989 an einer Sitzung der Geschäftsprüfungskommission. In der Mitte: Paul Rutishauser (SVP/TG). Der Freisinnige Nationalrat Couchepin an der Delegiertenversammlung der FDP am 11. Februar 1992. Rechts von ihm der damalige Bundesrat Kaspar Villiger und Parteipräsident Franz Steinegger. Couchepin politisierte knapp 20 Jahre als Nationalrat in Bern. Hier mit seinem späteren Bundesratskollegen Villiger im Juni 1997. Kaffee und Zeitung: Pascal Couchepin kurz vor der Krönung seiner politischen Karriere an der FDP-Delegiertenversammlung im Januar 1998. Die zwei offiziellen Kandidaten sind nominiert: Neben Couchepin schickt die FDP am 3. März 1998 die Waadtländerin Christiane Langenberger ins Rennen. Am 11. März 1998 wird Couchepin in den Bundesrat gewählt und vereidigt. Als Bundesrat tritt er die Nachfolge seines Waadtländer Parteikollegen Jean-Pascal Delamuraz (rechts) an, der ihm auf dem Bild vom 11. März zur Wahl gratuliert. Der frischgebackene Bundesrat mit Ehefrau Brigitte beim Empfang in seiner Heimatstadt Martigny, wo er seit 1984 Stadtpräsident war, am 19. März 1998. Die Büroübergabe: Der scheidende Volkswirtschaftsminister Delamuraz zeigt am 31. März 1998 seinem Nachfolger Couchepin das Büro im Bundeshaus Ost in Bern. Der Neue nimmt Platz im Bundesratszimmer: Couchepin am 1. April 1998 an seiner ersten Sitzung der Landesregierung. Couchepin begrüsst anlässlich der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Staates Israel den israelischen Botschafter Yitzhak Mayer (rechts) in Bern. In der Mitte Rolf Bloch, Präsident des Schweizerischen Israelischen Gemeindebundes. Hoher Besuch in Genf: Anlässlich des WTO-Kongresses trifft Couchepin zusammen mit Bundesrätin Ruth Dreifuss (2.v.l.) den damaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton am 18. Mai 1998. Seine erste eidgenössische Abstimmung kommentiert Couchepin am 7. Juni 1998 in Bern: Das Stimmvolk hat die Genschutzinitiative deutlich abgelehnt. Der Beginn einer Odyssee: Couchepin beteiligt sich am 29. Juni 1999 in Cornaux (NE) am ersten Spatenstich zur Expo.01. Die Expo findet nach grossen Kostenüberschreitungen erst 2002 statt. Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen: Couchepin begrüsst auf dem Flugplatz Bern-Belpmoos am 11. Dezember 1998 den EU-Chefunterhändler der Schweiz, Jakob Kellenberger, nach dem Zustandekommen der Bilateralen I. Mit Bundesratskollege Joseph Deiss (l.) und dem deutschen Aussenminister Joschka Fischer unterzeichnet Couchepin am 21. Juni 1999 in Luxemburg die Bilateralen I. Im nächsten Jahr nahm das Volk die Verträge an. Einmal pro Jahr wanderte Couchepin mit Journalisten auf der Petersinsel im Bielersee, hier als Volkswirtschaftsminister am 30. Juni 1999. Bundesrat Couchepin auf Wirtschaftsmission in China: Auf seiner viertägigen Reise trifft er am 9. November 1999 in Peking den chinesischen Premierminister Zhu Rongji. Als Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements war Couchepin auch für die Landwirtschaft zuständig, hier bei der Eröffnung der Olma am 12. Oktober 2000 in St. Gallen. Die Bauern klagten über sein forsches Reformtempo. Der Gesamtbundesrat vor der Eröffnung der Expo.02 auf der Arteplage in Neuenburg am 14. Mai 2002. Als Bundespräsident durfte sich Pascal Couchepin am G-8-Gipfel im Juni 2003 in Evian am Genfersee unter die Mächtigen der Welt mischen — eine Höhepunkt für den machtbewussten Magistraten. Bundesrat Couchepin beim Scherzen — hier am 1. August 2003 beim Bauernbrunch auf der Alp Gietaz oberhalb von Martigny (VS). Bei der Wanderung auf der Petersinsel 2003 bereiteten Gewerkschafter Bundesrat Couchepin einen turbulenten Empfang. Dieser hatte zuvor mit seinem Vorschlag eines Rentenalters 67 für Aufregung gesorgt. Als Vorsteher des Departements des Innern ging Couchepin am Weltblutspendetag am 14. Juni 2004 mit gutem Beispiel voran. 2003 übernahm er das Departement von der Sozialdemokratin Ruth Dreifuss. Zwei Alphatiere im Bundesrat: Christoph Blocher und Pascal Couchepin gerieten sich öfters in die Haare. Aufnahme vom 30. August 2006. Auch mit der gebürtigen Walliserin Micheline Calmy-Rey war das Verhältnis nicht frei von Spannungen. Ansonsten blieb Couchepin in der Gesundheitspolitik glücklos. Im April 2009 protestierten die Ärzte und forderten lauthals seinen Rücktritt. Weniger Kummer bereitete ihm das Ressort Kultur, hier bei einem Besuch der Biennale in Venedig. In seinem zweiten Präsidialjahr 2008 führte die «Schulreise» des Bundesrats wie gewohnt in den Heimatkanton des Amtsinhabers. Dabei durften die Produkte der Walliser Winzer natürlich nicht fehlen. Aufnahme vom 4. Juli. Am 12. Juni 2009 gab Couchepin seinen Rücktritt per Ende Oktober 2009 bekannt. Er informierte dabei als erstes das Parlament und erhielt dort Standing Ovations von den Nationalräten. Der letzte Auftritt vor den Medien: Innenminister Pascal Couchepin verabschiedete sich am 28. Oktober 2009 mit einem schönem Schlussbouquet an Themen und mit bester Laune.

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