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Couchepin-Nachfolge
30. Juli 2009 14:17; Akt: 30.07.2009 14:52 Print
CVP tritt mit «diskreter Strategie» an
Während der FDP schon mehrere mögliche Nachfolger von Pascal Couchepin zur Verfügung stehen, ist es um die Bundesrats-Kandidatur der CVP in den letzten Wochen still geworden. Schaden muss ihr diese Strategie nicht - auch wenn die Spannung in der Partei spürbar steigt.
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Was CVP-Präsident Christophe Darbellay kürzlich als «diskrete Strategie» bezeichnete, hält der Politologe Iwan Rickenbacher im Moment durchaus für sinnvoll: Die FDP habe einen Sitz zu verteidigen und müsse daher ihre «Mannschaften» zeigen. Die CVP dagegen könne ihre Karten ruhig noch etwas bedeckt halten, sagte Rickenbacher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Pascal Couchepin (links), damals Bundespräsident, diskutiert mit Urs Schwaller, Ständerat CVP-FR, während der Frühlingsession der Eidgenössischen Räte im Ständerat am 4. März 2008.(Bild: Keystone)
Keine Kandidaten verheizen
«Die CVP hält sich durch dem Sommer im Gespräch. Entscheiden kann sie im Herbst noch immer.» Wichtig sei vor allem, keine Kandidaten zu verheizen, wenn die Ausgangslage ohnehin schwierig sei, sagte der ehemalige CVP-Generalsekretär Rickenbacher.
Ohnehin hängt für die CVP derzeit alles von Urs Schwaller ab, gilt der Freiburger Ständerat doch trotz umstrittener sprachlicher Zugehörigkeit als einziger Kandidat, der die FDP ernsthaft herausfordern könnte: So lange sich Schwaller nicht entschieden hat, bleibt der Kurs der CVP unklar.
Auch der Berner Politologe Hans Hirter hält es darum für richtig, den Ball vorerst flach zu halten. Er erinnert daran, dass dank der Unterstützung, die die SP für Schwaller signalisiert habe, eine Rückeroberung des zweiten CVP-Sitzes zunächst als praktisch sicher gegolten habe. «Dieses Zeichen ist gesetzt, jetzt ist es sinnvoll, sich zurückzuhalten», sagte Hirter im Gespräch.
Für mögliche CVP-Kandidaten steht nämlich einiges auf dem Spiel: Sollte sich Schwaller nicht gegen die FDP durchsetzen können, habe das zwar nichts mit seiner Person zu tun, betonte Hirter. «Es könnte aber ein gewisser Überdruss entstehen gegenüber jemandem, der jahrelang als Kandidat gehandelt, aber doch nie gewählt wird.»
Rickenbacher ist darum überzeugt, dass Schwaller nicht ohne ausreichende Zusicherungen von der SP antritt. Schwaller sei derzeit ein sehr einflussreicher Politiker mit viel Glaubwürdigkeit, auch bei den anderen Parteien. «Er wird sich überlegen, ob er diese Position aufs Spiel setzen will.»
Anspruch markieren
Für Schwaller und damit auch für die CVP hängt also alles von den Gesprächen mit der SP ab, die derzeit im Hintergrund im Gang sein dürften. Nicht den gleichen Stellenwert räumen die Politologen der allfälligen Kandidatur eines anderen CVP-Exponenten ein - etwa jener von Parteipräsident Darbellay.
Diese könnte kaum mehr bewirken, als den Anspruch der CVP auf den zweiten Bundesratssitz zu markieren, glauben sie. Allerdings sei gerade Darbellay zu jung für das Etikett «erfolgloser Bundesratskandidat», findet Hirter.
Zudem müsse dieser im Moment die eigenen Reihen geschlossen halten. «Darbellay kann der Partei nicht als medienpräsenter, aggressiver Präsident nützen und sich gleichzeitig als würdiger Kandidat für den Bundesrat verkaufen.»
Rückzug als Option
Gemäss Rickenbacher könnte sich der Walliser eine Niederlage jedoch leisten: Darbellay sei jung und unverbraucht, «da würde wieder Gras darüber wachsen». Zudem gäbe es noch weitere Namen, mit welchen die CVP ihren Sitzanspruch markieren könnte.
Und es gäbe die Option Verzicht, welche parteiintern offenbar Auftrieb erhält. Die Partei habe zwar rasch ihren Anspruch geltend gemacht, aber immer offengelassen, ob sie wirklich antritt, betont Rickenbacher.
(sda)

























