Köppel ausgeladen

18. September 2009 13:19; Akt: 18.09.2009 14:21 Print

Unverständnis über <nobr>FDP-Druck</nobr> auf die «Arena»Unverständnis über FDP-Druck auf die «Arena»

Weil er der FDP nicht genehm ist, darf der Chefredaktor der «Weltwoche», Roger Köppel, nicht an der heutigen «Arena» teilnehmen. SF hat eine provisorische Einladung zurückgezogen. Unter Kommunikationsexperten löst dies Kopfschütteln aus.

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Der frisch gewählte Bundesrat Didier Burkhalter hat heute seinen ersten Auftritt in der «Arena» des Schweizer Fernsehens SF. Dies aber nur, weil ein Journalist draussen bleibt. Die FDP machte die Teilnahme Burkhalters davon abhängig, dass das Schweizer Fernsehen die provisorisch ausgesprochene Einladung an «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel wieder zurückzieht.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigte «Arena»-Redaktionsleiterin Marianne Gilgen: «Der Generalsekretär der FDP hat mir mitgeteilt, er halte Köppel für keine gute Idee, und er hat mir zu verstehen gegeben, Herr Burkhalter werde nicht teilnehmen, falls Roger Köppel dabei sei.» Damit war für die Verantwortlichen klar: Köppel muss über die Klinge springen. «Wenn ich an diesem Tag die Wahl habe zwischen dem neu gewählten Bundesrat und Herrn Köppel, dann fällt meine Wahl auf den Bundesrat», so Gilgen weiter.

Roger Köppel gibt sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» empört: «Bis jetzt glaubte ich, es sei nur in Staaten wie Nordkorea oder Kuba möglich, dass Politiker einen öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal dazu auffordern können, eine bereits eingeladene Person wieder auszuladen.» Schliesslich stehe er als Liberaler der FDP sehr nahe. Kritik am Freisinn werde in der «Weltwoche» im «konstruktiven Geist» geäussert. FDP-Generalsekretär Stefan Bruppacher begründete den Druck gegen Köppel damit, dass diesem in der «Arena» eine Expertenrolle zugekommen wäre: «Herr Köppel ist kein Experte, sondern ein Opponent, der über Jahre die FDP und ihre Politik systematisch und herablassend kritisiert hat», sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

FDP relativiert - Experten schütteln den Kopf

Dass Didier Burkhalter das Gespräch mit Köppel verweigert, stellt FDP-Sprecher Noé Blancpain auf Blick.ch allerdings in Abrede: «Didier Burkhalter ist ein Demokrat und spricht mit allen Journalisten, auch mit Roger Köppel.» Der Entscheid sei denn auch nicht vom frisch gewählten Bundesrat ausgegangen, sondern Sache des Generalsekretariats.

Kommunikationsberater Klaus J. Stöhlker kann die Entscheidung der FDP nicht nachvollziehen. In seinem Blog schreibt er unter dem Titel «Didier Burkhalters erste Niederlage»: «Wie kann sich eine Partei, die im Jahr 2011 zwanzig Prozent aller Stimmen gewinnen will, liberal nennen, wenn sie die Diskussion verweigert?» Er fürchtet, dass Burkhalter ein Politiker ohne Sozialkompetenz ist. Damit sei er zwar als Bundesrat erträglich, nicht aber als freisinniger Spitzenpolitiker. Kommunikationsberater Manfred Messmer meint in seinem Blog zur FDP-Entscheidung lediglich: «Perfekte Kommunikationsarbeit, Gratulation.»

(jcg)

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  • Martin Studer am 05.01.2010 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Arena ist..

    schon lange keine unabhängige Sendung mehr wie man ja nun wieder mal sehen konnte. Die FDP hat wohl vor etwas Angst? Oder werden keine kritischen Stimmen zugelassen? Die Arena ist zu einem Sprachrohr verkommen, das Polis gerne nutzen um ihre "Propaganda" zu verbreiten. Alle Meinungen werden gehört, sind uns wichtig. Natürlich, wir glauben euch dass...

  • Urs Meierhans am 03.01.2010 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Immer SVP

    Keine Partei und keine Politiker wie diejenigen der SVP kommen so oft im Radio und Fernsehen. Ist die SRG SVP angehaucht? oder ist die SVP der grosse Sonsor?

  • arsenius am 03.01.2010 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    SF

    Die Arena Sendung praktiziert ja die demokratischen Werte eh nicht. Es werden Mikrophone weggezogen von Rednern die nicht "in Linie" sind. Dann ist es auch mit dem Anstand nicht weit her. Man blabert dauernd dazwischen ohne dass der/die Moderator/in interveniert. Die mitunter "farbenfrohe" Zuschauerrunde scheint vielfach vom Gesagten wenig zu verstehen. Wer ladet ein?