Familienmann Berset

15. Dezember 2011 12:13; Akt: 15.12.2011 12:30 Print

Das Bundesrats-Zimmer braucht eine Spielecke

von Jessica Pfister - Alain Berset ist überzeugt, sein Amt und seine Familie unter einen Hut zu bringen. Nicht einfach für einen jungen dreifachen Vater, dem es mit der Gleichstellung ernst ist.

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Flaschen, so meinen böse Zungen, gab es im Bundesrat schon einige, Fläschchen noch keine. Dies könnte sich mit dem Einzug von Alain Berset in den Bundesrat ändern. Er verkörpert eine neue Generation von Vätern im höchsten Exekutivgremium der Schweiz. Alain Berset ist Vater von drei Kindern im Alter von 4, 6 und 8 Jahren. Zwar sind seine Sprösslinge nicht mehr im Windelalter, jedoch sehr wohl in einem Stadium, in dem sie von den Eltern viel Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch nehmen - und die Pubertät kommt erst noch.

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Ein Bundesratsamt und drei junge Kinder - ein Problem?
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Mit dieser Doppelrolle als Jungvater und Bundesrat musste sich zumindest in den letzten Jahrzehnten kaum ein Landesvertreter arrangieren. Ob Hans-Rudolf Merz, Joseph Deiss, Samuel Schmid, Didier Burkhalter oder Moritz Leuenberger - sie alle haben zwar mehrere Kinder, doch diese waren beim Amtsantritt ihrer Väter bereits 18 Jahre oder älter.

Bei den amtierenden Bundesräten bildet einzig SVP-Bundesrat Ueli Maurer mit seinem 14-jährigen Sohn - seine anderen fünf Kinder sind ebenfalls längst über 20 - die Ausnahme. Allerdings gehört Maurer mit 61 Jahren nicht nur zu einer völlig anderen Generation als der 39-Jährige Berset, als SVP-Vertreter verkörpert er auch traditionelle Werte wie eine klassische Rollenaufteilung - während sich der SP-Bundesrat zumindest offiziell aufgeschlossen zeigt. So sagte er beispielsweise im Bundesratshearing der SP Frauen: «Die Gleichstellung ist der Kern jeder fortschrittlichen Gesellschaft.»

«Vater sein bedeutet mehr als Quality-Time am Sonntag»

Berset ist überzeugt, dass er trotz der grossen Arbeitsbelastung als Vertreter der Landesregierung genügend Zeit für seine Familie findet. «Heutzutage muss es möglich sein, das Amt des Bundesrats mit einer Familie zu vereinbaren», sagte der frisch gebackene Bundesrat am Donnerstag in der Pressekonferenz gegenüber 20 Minuten Online. Er wisse aber auch, dass dies kein einfaches Unterfangen sei. «Wir müssen uns jetzt organisieren», so der 39-Jährige.

Markus Theunert von der Männer- und Väterorganisation männer.ch freut sich über die Wahl des Jungvaters: «Schön, wenn nun ein Mann im Bundesrat sitzt, der für die Anliegen von jungen Vätern sensibilisiert ist.» Natürlich erhoffe man sich von Alain Berset auch, dass er sich in der Landesregierung für den Vaterschaftsurlaub und andere Männeranliegen stark mache. Ob man das Amt des Bundesrats mit dem Engagement eines Familienvaters mit drei kleinen Kindern vereinbaren kann, sei hingegen eine andere Frage. «Alltagsnahes Vatersein bedeutet mehr als Quality Time mit den Kindern
am Sonntag», sagt Theunert.

Dass Alain Bersets Zeit für die Familie mit seinem neuen Amt nun noch rarer wird, sieht offenbar auch seine Frau Muriel so. In der Sendung «10vor10» sagte sie: «Mein Mann ist Bundesrat geworden aber ich bin nur die Frau und behalte die Kinder. Ich kümmere mich um alles, ausser um die Politik.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Rorschach am 15.12.2011 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitintensives Amt

    Wer ein solch Zeitintensives Amt anstrebt und an nimmt, hat sich mit den familiären Problematiken bestimmt ausreichend auseinander gesetzt. Wenn nicht, ist ein Scheitern in der Familie vorprogrammiert.

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  • Tom's am 15.12.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Vorzüge

    Es gibt auch andere Familienväter mit kleinen Kindern die nicht über die Vorzüge verfügen, dass ihr Vater als Bundesrat tätig ist und schätzungsweise 460'000.-- im Jahr verdienen. Die müssen täglich ARBEITEN um ihren Lebensunterhalt ohne annehmlichkeiten zu bestreiten!

  • Ilovenour am 15.12.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Er schafft das :-)

    Er hat soviel Charisma, da tipp ich mal drauf, dass er eine gute Frau zur Seite steht...und ist ein rchter Wunsch und die Liebe da, dann geht alles sehr leicht. Ich bin absolut überzeugt, dass er seine Sache als Bundesrat gut machen wird, ich drück ihm beide Daumen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • der Alte am 15.12.2011 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Grünschnabel

    Wie kann man so einen Grünschnabel überhaupt in den Bundesrat wählen? Der hat ja vom Alter her keine Ahnung!

    • root am 15.12.2011 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      Alte Sä...

      Genau gleich kann man behaupten die "Alten" wären zu viel im BR, da sie keine Ahnung von den heutigen Herausforderungen und der Technik haben :-) Die richtige Mischung zwischen Erfahrung (der Alten) und Technikkentniss, heutigen Situation (der Jungen) macht den Erfolg, das sehe ich jeden Tag auf der Arbeit.

    • ein Vorwärtsschauender am 16.12.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Es braucht beide .....

      Als bald 60jähriger kann ich die Antwort von "root" an "der Alte" nur unterstützen. Auch der Bundesrat soll wie die Gesellschaft altersmässig durchmischt sein. Nur so können die derzeitigen und kommenden Probleme gelöst werden. Und zudem gibt es viele alte Leute, die immer noch naiv spricht Grünschäbel sind.

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  • Sarah am 15.12.2011 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strenge Arbeit

    Ständig zeigt man Politiker mit strengem Job.... es gibt so viele Menschen mit einem nicht ninetofive Job und Kindern, die nicht die Hälfte von einem Politiker verdienen. Aber die kommen nie in einer Zeitung.....

    • Papierlischweizer am 16.12.2011 10:00 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnfreier Kommentar.

      Dann gehen Sie doch in die Politik. Herrje, was soll ein solcher Kommentar denn nun schon wieder ausdrücken? Es gibt Tennisspieler, welche/ Woche 10 h arbeiten und dabei das 5-fache des Jahresgehalts eines Bundesrates verdienen und damit Medienpräsenz erreichen.

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  • Pluto am 15.12.2011 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Ich denke es gibt grössere Probleme zu lösen. Sonst sollte man keine Parlamentarier mehr wählen die kleine Kinder haben!

  • Tom's am 15.12.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Vorzüge

    Es gibt auch andere Familienväter mit kleinen Kindern die nicht über die Vorzüge verfügen, dass ihr Vater als Bundesrat tätig ist und schätzungsweise 460'000.-- im Jahr verdienen. Die müssen täglich ARBEITEN um ihren Lebensunterhalt ohne annehmlichkeiten zu bestreiten!

  • Carla B. am 15.12.2011 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Positiv sehen

    wo liegt da das Problem? Dann müsste man ja auch sagen die Alleinerziehenden, das geht gar nicht... Ich denke Herr Berset wird das alles prima hin kriegen. Gar keine Frage.