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Kandidaten im Stresstest
21. September 2010 13:40; Akt: 21.09.2010 14:22 Print
«Sie tritt bereits wie eine Bundesrätin auf»
von Ronny Nicolussi - Kommunikationsexperte Klaus J. Stöhlker hat Stresstests von 20 Minuten Online analysiert. Für ihn ist klar, wer sich als Bundesrat am besten eignen würde.

Klaus J. Stöhlker beurteilt die Anwärter (Bild: Keystone)
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Doppelvakanz in der Landesregierung
Die Fragen waren für alle die gleichen. Die Antworten fielen erwartungsgemäss unterschiedlich aus. Ein Kommunikationsexperte schaut bei einem Interview aber nicht nur auf die verbale, sondern auch auf die paraverbale und nonverbale Ebene. Klaus J. Stöhlker hört deshalb dort etwas, wo der Laie nichts hört – zwischen den Zeilen. Und er beurteilt Auftrittskompetenz anhand von Mimik und Gestik.
Infografik Politisches System Schweiz Video
Johann Schneider-Ammann im Stresstest
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Bundesratswahlen live
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Einfach fällt es ihm, zu sagen, welche Kandidatin oder welcher Kandidat den Stresstest von 20 Minuten Online am besten gemeistert hat. «Für mich war das ganz klar der Schneider-Ammann», findet Stöhlker. Der Berner FDP-Nationalrat und Unternehmer habe sehr souverän und enorm sicher gewirkt: «Der weiss einfach Bescheid.» Zudem habe er auf dem Bild gut ausgesehen, fast jugendlich. «Wenn Leute sagen, der sehe aus wie ein alter Papa, dann kann ich nur sagen, das stimmt nicht.»
Weniger gute Noten für ihren Auftritt erhält die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. «Sie wirkte auf mich unsicherer als erwartet.» Allerdings sehe sie gut aus und wirke sehr ehrgeizig. Zum Teil fehle es ihr an Bildung: «Wie kann man als Ostschweizerin Jonas Furrer nicht kennen?» (Anmerkung der Redaktion: Keller-Sutter wusste im Gegensatz zu den meisten anderen Kandidaten, dass Furrer ein Bundesrat war, erwähnte jedoch nicht, dass es sich dabei um den ersten Bundespräsidenten handelte.) Insgesamt ist die 46-Jährige für Stöhlker «eher eine B+- als eine A-Kandidatin».
«Sie sieht aus wie eine Bundesrätin»
Ausserordentlich souverän auf den Kommunikationsexperten die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga: «Sie sieht nicht nur wie eine Bundesrätin aus, sie tritt auch wie eine Bundesrätin auf.» Die Sozialdemokratin komme wie eine Vertreterin der Bürgerlichen daher. «Und dann diese Perlenkette», so Stöhlker, «ich finde es immer reizvoll, wenn SP-Politikerinnen Perlenketten tragen, um die Nähe zur Arbeiterschicht zu zeigen.» Wenn Arbeiterinnen gefragt würden, was sie sich wünschten, dann sagten diese immer «eine Perlenkette».
Nicht überrascht war Stöhlker daher, dass auch die andere SP-Kandidatin, Jacqueline Fehr, beim Interview eine Perlenkette trug. Die Winterthurer Nationalrätin beurteilte er ebenfalls als souverän, allerdings auch sehr angestrengt. «Sie wirkte, wie wenn sie die Grenze ihrer Leistungskraft erreicht hätte. Fehr sollte nicht gewählt werden, um sie vor sich selbst zu schützen.» Ansonsten drohe ihr dasselbe Schicksal wie dem letzten Winterthurer Bundesrat, stichelt Stöhlker in Anspielung auf Rudolf Friedrich. Der FDP-Bundesrat blieb aus gesundheitlichen Gründen lediglich knapp zwei Jahre (bis 1984) im Amt.
«Kommt nicht einmal als Regierungsrat infrage»
Wenig Begeisterung lösten beim Experten die Auftritte von Jean-François Rime (SVP/FR) und Brigit Wyss (Grüne/SO) aus. Letztere sei zwar eine sehr lustige Frau. «Gleichzeitig ist sie aber extrem bildungsschwach, obwohl sie Juristin ist.» Einer Führungsrolle, wie der einer Bundesrätin, sei sie nicht gewachsen. Rime wirke im Interview wie ein gemütlicher, aber autoritärer Patron. «Gleichzeitig drückt aber auch das Flegma durch. Da ist keine Dynamik, keine Energie», findet Stöhlker. Rime sei schlicht ein Parteisoldat, der für ihn nicht einmal als Regierungsrat infrage käme.
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Alle 30 Kommentare




























Hr.Stöhlker kann's!
Die PR-Trommel, die Hr.Stöhlker für Schneider-Ammann rührt, kann ihm selbst vielleicht bei der Wahl dienen, so sieht er den Kandidaten plötzlich noch "jügentlicher" als alle ihn sehen? Stöhlker ist ja aus der gleichen Generation wie Schneider-Ammann! Und übrigens, wie kann ein gleichaltriger Mann (Sch.-A.) den jetzigen BR H.P.Merz ersetzen wollen?
Es wäre interessant
zu erfahren, ob Klaus J. Stöhlker selbst wusste, wer Jonas Furrer war... Andere kritisieren ist auch für einen "Fachmann" einfach, wenn man die Antworten auf Fragen schon zuvor irgendwo aufgespürt hat.
seltsame Wahrnehmung
Keller-Sutter ist eine der wenigen die Jonas Furrer überhaupt kennen und wird als Bildungschwach eingestuft. Schneider-Ammann wirkt sehr behäbig und gilt als souverän. So souverän und Medienerfahren, dass er sich den schlechtesten Platz für ein Interview aussucht?? Herr Stöhlker disqualifiziert sich mit seinen Aussagen ja selbst. Ja ja die Experten