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Favoritinnen obsiegten
03. September 2010 16:38; Akt: 03.09.2010 22:54 Print
SP nominiert Sommaruga und Fehr
Die Sozialdemokraten haben entschieden: Sie schlagen dem Parlament die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga und die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr zur Wahl vor.
Für den ersten Platz auf dem Zweierticket wurde die Berner Ständerätin Sommaruga im fünften Wahlgang mit 26 Stimmen gewählt. Für den zweiten Platz wurde die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr mit 24 Stimmen erkoren. Die unterlegenen Kandidatinnen Eva Herzog und Hildegard Fässler erhielten je 11 Stimmen für den zweiten Platz auf dem Ticket. Die SP-Fraktion zählt 51 Mitglieder.
Jacqueline Fehr und Simonetta Sommaruga steigen ins Bundesratsrennen.(Bild: Reuters)
Mit Sommaruga und Fehr hat sich die SP-Fraktion für jene Kandidatinnen entschieden, die von Beginn weg als Topfavoritinnen genannt wurden. Simonetta Sommaruga gilt als pragmatische Politikerin, die sich über die Parteigrenzen hinaus verständigen kann und tragfähige Lösungen sucht. Die 50-Jährige ist im Bundeshaus bestens vernetzt und pflegt gute Kontakte auch ins bürgerliche Lager.
Hoffen auf faires Duell
Als Konsumentenschützerin geniesst Sommaruga auch in der Bevölkerung viel Sympathie, was ihr bei Volkswahlen regelmässig Spitzen-Resultate einträgt. Parteiintern ist Sommaruga etwas weniger populär: Dem linken Flügel der SP ist Sommaruga spätestens seit dem «Gurten-Manifest» von 2001 suspekt, als sie zusammen mit anderen SP- Politikern für mehr Markt einstand.
Nun hoffe sie auf ein faires Duell, sagte die sichtlich gelöste Sommaruga ihrerseits. Die Medien hatten im Vorfeld der Nomination darüber spekuliert, dass die Fraktion die 50-jährige Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz aus dem Rennen werfen könnte, weil sie in der Vergangenheit zu oft vom Parteikurs abgewichen war.
Nervöse Fehr
Jacqueline Fehr wird für ihre sachbezogene Politik gelobt. Die 47- jährige Winterthurerin beschäftigt sich vor allem mit Familien-, Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitspolitik. Als Nationalrätin war sie an manchem politischen Kompromiss beteiligt - beispielsweise bei der Mutterschaftsversicherung. Dafür erhielt sie allseits Anerkennung.
Bevor die heutige Vize-Präsidentin der SP Schweiz 1998 in den Nationalrat einzog, hatte sie im Stadtparlament von Winterthur sowie im Zürcher Kantonsparlament politisiert. Nach einem zweijährigen Abstecher in die Verwaltung wurde die ausgebildete Sekundarlehrerin 1997 selbständige Beraterin.
Für sie sei dies der wichtigste Tag der Ausmarchung gewesen, sagte etwa Fehr. Wie ihre drei Konkurrentinnen hatte sie sich vor dem Fraktions-Hearing äusserst nervös gezeigt.
Frauenmehrheit im Bundesrat
Klar ist wegen des Frauen-Doppelvorschlags der SP, dass erstmals in der Geschichte die Schweiz voraussichtlich von einer Frauenmehrheit regiert werden wird. Die Wahl eines SP-Mannes durch die Bundesversammlung scheint ausgeschlossen. SP-Fraktionschefin Wyss machte auch deutlich, dass die SP davon ausgeht, dass eine der beiden offiziellen Kandidatinnen gewählt wird.
(sda)




























