Schneider-Ammann

22. September 2010 19:31; Akt: 23.09.2010 07:46 Print

Ammann Group feiert ihren BundesratAmmann Group feiert ihren Bundesrat

Mehrere hundert Mitarbeiter der Ammann Group haben ihrem Chef einen herzlichen Empfang bereitet: Als Patron war er nach Bern gereist, als Bundesrat kehrte er zurück.

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Zur Feier des Tages spendierte die Familien-Unternehmung im Oberaargau ihrem Personal Bier, Züpfe und Kalbsbratwurst. Die firmeneigene Blasmusik spielte auf, Fernsehbilder von der Wahl liefen in einer Endlosschlaufe, die Stimmung war bestens.

Das Fest im Personalrestaurant war bereits in vollem Gang, als der Patron nach dem langen Tag in Bundesbern und einem Stau auf der Autobahn endlich aufkreuzte. Schneider-Ammann setzte sich ans Steuer einer bereitgestellten Dampfwalze und fuhr unter dem Applaus des Spalier stehenden Personals vom Parkplatz zum Festort.

«Ihr seid schuld, dass ich nun weg bin», rief Schneider-Ammann in einer launigen Ansprache seinen Mitarbeitern zu. Weil es dank des Einsatzes aller der Unternehmung gut gehe, habe er in den letzten elf Jahren Zeit zum Politisieren gefunden.

«Geradlinigkeit hat gewonnen»

«Unser Chef hat mit seiner Geradlinigkeit die Wahl gewonnen», freute sich Ulrich Meier, der von Schneider-Ammann den Posten des CEO übernimmt. Präsident des Verwaltungsrats ist neu Roman Boutelier.

Die Familie stehe voll und ganz hinter der neuen beruflichen Laufbahn des Vaters, betonte Schneider-Ammanns Sohn Hans-Christian. «Das ist eine gute Sache, auch wenn wir unseren Vater nun mit vielen anderen Leuten teilen müssen.»

Er sicherte den Mitarbeitern Kontinuität zu: «Die bisherige Strategie wird weitergeführt.» Selber werde er Anfang 2012, nach Abschluss einer Ausbildung im Ausland, zur Firma zurückkehren.

Die Ammann Group produziert Anlagen und Maschinen für den Strassenbau, etwa Asphalt- und Betonmischanlagen. Sie beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter, davon gut 1200 in Langenthal. Johann Schneider-Ammann führte das Familienunternehmen bislang in fünfter Generation.

Keine Grossleinwand

Noch am Wahlmorgen sei im Betrieb wenig von der Wahl in Bern zu spüren gewesen, berichteten Angestellte. Die Firmenleitung tolerierte zwar Radios, hatte sich aber gegen eine Grossleinwand im Betrieb entschieden.

«Wir wollten die politische Laufbahn des Chefs und das Unternehmen klar voneinander trennen», sagte der Mediensprecher der Ammann Group, Lukas Jenzer, zur Begründung. Auch an diesem aussergewöhnlichen Mittwoch habe der Kunde Vorrang gehabt.

Immerhin: Für interessierte Mitarbeiter stellte der Betrieb einen Gratis-Bus nach Bern zur Verfügung. Die rund 20 Angestellten, die davon profitieren wollten, mussten allerdings einen Frei-Tag beziehen.

(sda)