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Frauenquote
26. August 2010 11:34; Akt: 26.08.2010 11:56 Print
Politik – der ideale Nebenjob für Mütter
von Ronny Nicolussi - 26 Jahre nach der ersten Bundesrätin könnten Frauen die Mehrheit im Bundesrat erlangen. Was in der Politik möglich ist, ist in der Wirtschaft undenkbar.

SP-Nationalätin Chantal Galladé mit Tochter während der Frühjahrssession 2005 in Bern (Screenshot: SF)
Der Wirbel, den Bundesrätin Micheline Calmy-Rey mit ihrer Aussage zur Frauenquote im Bundesrat auslöste, täuscht darüber nicht hinweg: die Frauen sind in der Politik angekommen. Die Frauenquote steigt in Parlamenten und Exekutiven seit Jahren an. Auf den Chefsesseln führender Wirtschaftsunternehmen sind die Frauen jedoch auch heute noch rar, weiss Headhunterin Doris Aebi, Mitinhaberin der Executive Search Firma Aebi + Kuehni.
«Auch ein Nationalratsmandat lässt sich problemlos mit familiären Verpflichtungen kombinieren», sagt Headhunterin Doris Aebi.
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Welche zwei Politiker ziehen neu in den Bundesrat ein?
Frau Aebi, die Chancen stehen gut, dass ab dem 22. September vier oder sogar fünf Frauen im Bundesrat sein werden. Gibt es auch Verwaltungsräte, die von Frauen dominiert werden?
Doris Aebi: Nein, da fällt mir keiner ein.
Weshalb machen Frauen in der Politik häufiger Karriere als in der Wirtschaft?
Diese Situation muss man auf zwei Schienen analysieren. Es gibt immer mehr gut ausgebildete Frauen. In gewissen Studiengängen sind bereits mehr als 50 Prozent der Studierenden Frauen.
Dementsprechend müssten die Frauen ja auch in der Wirtschaft besser vertreten sein.
Richtig. Aber da kommt eben der zweite Punkt zum Tragen: die Familienarbeit. Diese ist auch heute noch stark in Frauenhand. Bei der Geburt des ersten Kindes sind Schweizerinnen durchschnittlich 32 Jahre alt. Die Familiengründung fällt somit genau in jene Altersphase, in welcher die Grundlage für den späteren Sprung in eine Geschäftsleitung gelegt wird. Und mit einem Teilzeitpensum wird das schwierig.
Die Frauen müssen sich somit zwischen Familie und Karriere entscheiden.
Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist immer noch schwierig. Familie mit Teilzeiterwerb ist jedoch organisierbar. Da sich viele Frauen in dieser Lebensphase entscheiden, als Hauptfunktion Mutter sein zu wollen, suchen sie sich einen Nebenjob oder eine Freiwilligenarbeit, die neben der Familie möglich ist. Da bietet sich die Politik an.
Weshalb?
Auf politischer Ebene gibt es viele Teilzeitämter, die auch für Hochqualifizierte eine Herausforderung sind. Es gibt beispielsweise im Kanton Aargau eine 37-jährige Anwältin, die die Rechtsabteilung für die Schweiz und Österreich der Softwarefirma Microsoft leitete. Weil sie sich mehr um ihre kleine Tochter kümmern wollte, hat sie den Job in der Wirtschaft an den Nagel gehängt. Dafür hat sie sich für die FDP zur zweiten Gerichtspräsidentin im Bezirk Kulm wählen lassen, ein Amt mit einem Pensum von 50 Prozent.
Die politische Arbeit ist also eine attraktive Nebenbeschäftigung für Mütter?
Der Vorteil der Politik ist, dass ein Erfahrungsaufbau neben der Familie sehr gut möglich ist. Reisen ins Ausland sind normalerweise nicht nötig. Auch ein Nationalratsmandat lässt sich mit familiären Verpflichtungen kombinieren. Wenn die Kandidatinnen reif sind für den Sprung in einen Regierungs- oder gar in den Bundesrat, können sie ihre jahrelange Erfahrung ins Spiel bringen. Ein gutes Beispiel ist Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Sie war langjährige Regierungsrätin und bei der Wahl in den Bundesrat wie die meisten Bundesräte über 50 Jahre alt, ein Alter, in dem Kinder meist schon selbständig sind.
Also fehlen die Frauen in den Firmenspitzen wegen der Familie?
Nicht nur. Während Politikerinnen vom Volk gewählt werden, das ja zur Hälfte aus Frauen besteht, sitzen in der Wirtschaft mehrheitlich Männer in den Wahlgremien für die obersten Chargen. Dies hat sicher auch Einfluss auf die quantitative Untervertretung der Frauen an der Firmenspitze.
Werden Frauen für Spitzenjobs auch weniger berücksichtigt, weil befürchtet wird, sie könnten schwanger werden?
Dies höre ich selten, und wenn, dann ist es meistens eine unausgesprochene Angst.
Was müsste geändert werden, um eine bessere Vertretung der Frauen in der Wirtschaft zu erreichen?
Unternehmen mit einer angemessenen Vertretung von Frauen in Entscheidungspositionen sind erfolgreicher. Diese Tatsache wurde mit grossangelegten Studien wiederholt belegt. In gemischten Teams kommen mehr Lebensentwürfe und damit mehr Erfahrungen zusammen - ein Wettbewerbsvorteil in unserer globalisierten Wirtschaft. Massnahmen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie begünstigen, zahlen sich deshalb aus. Zudem ist eine Führungskultur angesagt, welche diese unterschiedlichen Herkunftsmuster positiv aufnimmt und einbringt. Die interkulturelle Kompetenz des Managements gilt es deshalb zu stärken, um die Andersartigkeit in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen.
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Alle 53 Kommentare





























Moritz
Wenn man mal so liest wie er an die Macht kam, können wir ein trauriges Kapitel schliessen.
Möchtegern Robin Hoods
Das wird jetzt lustig, die sehen nur Arme die gefördert werden müssen egal warum sie keine Leistung bringen, und der Steuerzahler wird Löhnen. Wir werden März noch nachheulen
Träumerinnen
von 30 Kommilitonen waren 8 Frauen, macht 22:8, jetzt 20 Jahre später arbeiten 3 nicht, 2 Teilzeit in fremden Berufen, 1 ist leider Verstorben und 2 sind noch Ingenieure. Bei den Herren haben wir 2 Säufer, und 2 Berufs-Wechsler: Ergebnis 18:2!!! Und wo soll da in der Firmenleitung eines Maschinenbauers 50:50 herkommen? Das wird nichts so lange wie die Damen weiter Musikwissenschaften, Theater oder Sprachen studieren. Und wenn sie wirklich heute Anfangen wird es in 30 Jahren.