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Teilchenbeschleuniger
10. September 2008 09:25; Akt: 02.12.2011 16:31 Print
Die Schweiz und das CERN
Die Schweiz hat sich im 1954 gegründeten Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik (CERN) von Anfang an engagiert.

Holzglobus: Der Eingang zum CERN bei Genf. (Bild: Anja Niedringhaus)
Dank dem Kalten Krieg wurde das Institut im französisch- schweizerischen Grenzgebiet bei Genf angesiedelt.
CERNDie Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) bei Genf ist mit 7000 Wissenschaftlern aus 80 Ländern das weltweit grösste Forschungszentrum für Teilchenphysik. Dort wird seit 1954 nach Antworten auf Fragen zur Beschaffenheit und Entwicklung des Universums gesucht. Die Wissenschaftler forschen mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern nach den elementaren Bausteinen der Materie und den Kräften, die sie zusammenhalten.
Am 10. September 2008 wurde am CERN der grösste jemals gebaute Beschleuniger, der LHC, in Betrieb genommen. Auch die USA haben sich mit 530 Millionen Dollar in das Projekt eingekauft. Neuer CERN-Generaldirektor wird im Januar 2009 der Deutsche Rolf-Dieter Heuer. An dem Forschungszentrum wurden die Grundlagen des Internets entwickelt, des World Wide Web, um den Tausenden beteiligten Wissenschaftlern weltweit die Kommunikation zu erleichtern.
Nicht zuletzt dank der Schweizer Neutralität konnte die Calvinstadt damals die Konkurrenten Paris, Kopenhagen und Arnheim ausstechen. Für den Zürcher Physikprofessor Ulrich Straumann - einer von zwei Schweizer Vertretern im höchsten CERN-Gremium, dem CERN-Rat - ist es eine grosse Ehre, das weltweit grösste Labor in der Schweiz zu wissen.
Gleichzeitig unterstreicht Straumann die grosse Bedeutung des CERN für die Teilchenphysik in der Schweiz. Die Nähe zu dem Labor trage viel zur Attraktivität des hiesigen Forschungsstandorts bei.
Interessante Nebenprodukte
Die Eidgenossenschaft vertritt den gleichen Standpunkt. Da der Teilchenbeschleuniger in Genf ein Prototyp ist, bewegen sich die am Bau beteiligten Physiker, Bau- und Elektro-Ingenieure, Computerspezialisten und Geometer stets an der Grenze des Wissens.
Daraus entstehen nebenbei interessante Entwicklungen. Die bekannteste von ihnen ist die Erfindung des Internets, das am CERN zum Austausch von Daten zwischen den auf der ganzen Welt verstreuten Forschern entwickelt wurde.
Aber auch hiesige KMU, die sich am Bau beteiligen, profitieren vom neuen Know-how. Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung unterstreicht in einem Bericht zum CERN, dass dem Technologietransfer zu Schweizer Industriefirmen grosse Aufmerksamkeit geschenkt werde.
Beiträge zahlen sich auch wirtschaftlich aus
Die Schweiz trägt etwas über 3 Prozent zum CERN-Budgets bei. Die Beiträge der 20 CERN-Mitgliedländer werden aufgrund ihres prozentualen Anteils am gesamten Bruttosozialprodukt dieser Länder berechnet. Grösster Geldgeber ist Deutschland.
Zwischen 2003 und 2007 bezahlte die Schweiz dem CERN insgesamt 160 Millionen Franken. Dies zahlte sich direkt aus: Der Rückfluss in Form von Investitionen und Service-Erträgen in die Schweiz betrug im gleichen Zeitraum 373 Mio. Franken.
Ende 2007 zählte das CERN 2544 Angestellte. Davon waren 189 Schweizer. Von den 8369 Physikerinnen und Physikern aus aller Welt, die das Labor benützen, stammten 168 aus der Schweiz und arbeiten für die beiden ETH, das Paul Scherrer Institut (PSI) sowie die Universitäten Bern, Genf und Zürich.
(sda)


























