«Costa Concordia»

27. Januar 2012 16:13; Akt: 27.01.2012 22:04 Print

14 000 Euro für jeden Passagier14 000 Euro für jeden Passagier

Die Reederei Costa Crociere, Besitzerin des havarierten Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia», bezahlt jedem Passagier eine Entschädigung von umgerechnet 17 000 Franken. Verletzte und Hinterbliebene werden extra entschädigt.

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Am 22. Februar 2012 finden Taucher vier Leichen in der Costa Concordia. Am 31. Januar war die Suche nach den verbliebenen 15 Vermissten endgültig eingestellt worden. Mit einem Spezialboot sammelten Einsatzkräfte am 26. Januar Müll rund um das havarierte Kreuzfahrtschiff ein. Am 25. Januar werden erstmals Bilder veröffentlicht, welche die Flucht mit Rettungsbooten zeigen. Die Überlebenden des Unglücks hatten die Besatzung kritisiert, dass die Rettung schlecht organisiert war. Am 23. Januar finden die Rettungskräfte die Leichen Nummer 14 und 15. Noch immer werden 17 Menschen vermisst. Am 18. Januar tauchten erste Satellitenaufnahmen der «Costa Concordia» vor... ...der Insel Giglio auf. Rettungstaucher finden am 17. Januar fünf weitere Leichen im Wrack der «Costa Concordia». Die Suche nach den Vermissten geht weiter. Die halb versunkene «Costa Concordia» liegt am Abend des 16. Januar vor der Küste der Insel Giglio. Rettungstaucher suchen im Schiffswrack weiter nach Überlebenden. Ein Taucher schwimmt im Inneren der «Costa Concordia» und sucht nach Lebenszeichen. Das Inventar des Luxusliners ist komplett durcheinander gekommen. Die Generaldirektor Gianni Onorato und ... ... der Vorstandsvorsitzende Pier Luigi Foschi distanzieren sich an einer Pressekonferenz am 16. Januar von ihrem Kapitän Francesco Schettino. sei eigenmächtig und ohne Genehmigung vom Kurs abgewichen. Das Kentern der «Costa Concordia» sei somit auf menschliches Versagen zurückzuführen. (Bild: TV-Aufnahme vom 14. Januar) Immer noch werden mindestens 15 Personen vermisst. Doch weil das Schiff wegzurutschen droht, müssen die Bergungsarbeiten für mehrere Stunden unterbrochen werden. Am eingetragen. Es liegt bedenklich nahe an der Fährenroute Porto Giglio - Porto Santo Stefano. Unermüdlich suchen die Rettungsleute auch am das Wrack des in der Nacht auf 14. Januar 2012 auf Grund gelaufenen Schiffs nach Vermissten ab. Die Bergung gestaltet sich als schwieriger Kletterakt. Kabine um Kabine muss durchsucht werden. Auch Taucher sind rund um die Uhr im Einsatz. Hier ist eines der Decks zu sehen ... ... und hier die Pianobar des Kreuzfahrtschiffs. Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» hat ... ... einen Felsen gerammt, ... ... «der ein 70 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat», sagte Francesco Paolillo von der italienischen Küstenwache. Das Schiff wurde regelrecht Danach hat es sich und läuft langsam voll. Fast 30 Stunden nach der Havarie ist in der Nacht auf den Sonntag (15. Januar) ein lebend aus einer Kabine geborgen. Das Paar hatte auf dem Kreuzfahrtschiff seine verbracht. Am Samstag, 14. Januar, werden Tote geborgen, viele Personen sind noch immer vermisst. Passagiere mit Schwimmwesten an Bord des Unglücksschiffs, kurz nach der Havarie. Viele wurden beim Unglück vor der toskansichen Küste verletzt Ein Grossteil der rund 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord ... ... wurde mit Schlauchbooten evakuiert. Der Hafen von Giglio ist von Schiffbrüchigen belagert. «Wir haben einen grossen Krach gehört, dann war es die Hölle», sagte ein Passagier, der zusammen mit anderen Betroffenen aufs Festland nach Porto Santo Stefano gebracht wurde. Dass sich der Unglücksort unmittelbar vor dem Hafen der Insel Giglio befindet, erleichterte die Evakuierung. Francesco Schettino, des Schiffes wurde verhaftet. Gegen ihn wird wegen mutmasslichen Totschlags und Verursachung von Schiffbruch ermittelt. Zudem wird ihm vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, als sich noch Menschen an Bord befanden. Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere nannte das Schiffsunglück «eine bestürzende Tragödie». Dramatische Rettungsaktionen an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Das Unglück erinnert an den Untergang der Titanic vor 100 Jahren.

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Zwei Wochen nach der Havarie der «Costa Concordia» hat die Reederei mit zwölf italienischen Konsumentenverbänden eine Gesamtentschädigung von 14 000 Euro pro Passagier ausgehandelt. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten werden gesondert entschädigt.

Die Reederei Costa Crociere einigte sich am Freitag mit dem Reiseindustrieverband Astoi Confindustria darauf, dass jeder Passagier 11 000 Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll. Die Entschädigung soll demnach auch für Kinder bezahlt werden, die kostenlos an Bord gewesen seien.

Diese Summe für verlorene Wertgegenstände, Gepäck, seelische Beeinträchtigung durch die Havarie und den für die Kreuzfahrt bezahlten Preis liege «über den Entschädigungsgrenzen internationaler Vereinbarungen und der gültigen Gesetze», teilte Astoi Confindustria mit. Wer auf das Angebot eingehe, müsse sich verpflichten, nicht gegen Costa zu klagen.

Die Regelung gelte für rund 3000 Passagiere aus 60 Ländern, teilte die Organisation mit. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten sollen demnach gesondert entschädigt werden.

Insgesamt befanden sich rund 4200 Personen an Bord des havarierten Kreuzfahrtschiffes. Bislang wurden 16 Tote geborgen. Über ein Dutzend Menschen werden noch vermisst.

Auch Schweizer entschädigt

Ob und in welcher Grössenordnung die 69 Schweizer Staatsangehörigen, die sich auf dem Unglücksschiff befanden, auf eine Entschädigung hoffen können, ist noch unklar.

Der Reiseveranstalter Tui Suisse führt gemäss seinem Sprecher Roland Schmid mit den betroffenen Kunden gegenwärtig eine individuelle Kostenberechnung durch. Erst wenn Klarheit über die entstandenen Kosten herrsche, könnten allfällige Forderungen an die Reederei Costa Crociere getragen werden.

Beim Westschweizer Verband für Konsumentenschutz hiess es am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, es lägen noch keine Anfragen bezüglich einer etwaigen Entschädigungsforderung vor. Dies gelte auch für das Deutschschweizer Pendant, die Stiftung für Konsumentenschutz.

Sammelklage in den USA

Die Konsumentenschutzorganisation Codacons, die an der Einigung nicht beteiligt war, hatte Passagieren empfohlen, «die Almosen» von Costa Crociere nicht anzunehmen. Der einzige Weg, zu einer angemessenen Entschädigung zu kommen, sei die unter anderem von Codacons angestrebte Sammelklage in den USA gegen den Costa- Mutterkonzern Carnival. Codacons fordert dabei 125'000 Euro für jeden Passagier.

Der US-Sammelklage wollen sich offenbar auch 15 Personen aus Deutschland anschliessen. Deren Anwalt sagte am Freitag gegenüber dem Onlineportal bild.de, es gehe dabei um Schadenersatzforderungen von 122'000 Euro für Überlebende sowie 760'000 Euro bei Todesfällen.

Ein Rechtsstreit in den USA ist attraktiv, weil im dortigen Rechtssystem sehr viel höhere Schadenersatzzahlungen erstritten werden können als in Europa. Am Freitag wurde bereits die erste Sammelklage vor einem Gericht in Chicago eingereicht.

Erste Klage eingereicht

Namens aller Besatzungsmitglieder und Passagiere klagte am Freitag bereits das «Costa-Concordia»-Besatzungsmitglied Gary Lobaton gegen Costa Cociere und ihre US-Mutter Carnival vor einem Gericht in Chicago.

Der in Peru wohnhafte Lobaton wirft Carnival vor, die Menschen an Bord nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. In der Klageschrift heisst es, die Reisenden seien vom Kapitän Francesco Schettino «verlassen» worden.

Das französische Justizministerium kündigte am Freitag an, dass sich ein Pariser Gericht mit der Frage der Entschädigungen für die 462 Franzosen an Bord des Luxuskreuzers kümmern werde.

Ventile installiert

Die «Costa Concordia» kollidierte vor zwei Wochen vor der italienischen Insel Giglio mit einem Felsen. Bislang sind 16 Todesopfer geborgen worden. Über ein Dutzend Menschen werden noch vermisst. Der Kapitän wird verdächtigt, das Schiff zu nahe an die Küste gesteuert zu haben.

Die Spezialfirmen Smit aus den Niederlanden und Neri aus Italien brachten im Kampf gegen eine mögliche Umweltverschmutzung bis Freitagmittag Ventile an sechs der 23 Tanks der «Costa Concordia» an. Das Abpumpen der etwa 2300 Tonnen Treibstoff dauert voraussichtlich mehrere Wochen und soll am Samstag beginnen.

(sda)

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  • Andrea S. am 28.01.2012 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch!

    Und ich finde das einen lächerlichen Betrag! Das ist bereits Hohn! Auf der Homepage der Costa ist alles aufgeführt, was in dieser "Leistung" inbegriffen sein soll. Ich wette, da zahlt min. einer voll drauf und geht in den Ruin, während sich "die Firma" schönredet und gut dastehen will... Einfach tragisch!

  • Johnny am 28.01.2012 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Klar ist es schlimm, klar verstehe ich die Wut der Hinterbliebenen, doch sind wir mal ehrlich, wer hat noch nie einen Fehler gemacht. Klar der Unterschied wenn einer im Büro arbeitet und ein Fehler macht ist dies nicht so tragisch als wenn ein Käpten eines solchen Liners einen fehler baut. Jedoch wäre ich als überlebenden Passanger froh überlebt zu haben, würde das Geld annehmen, Sachen ersetzen und in psychologische Hilfe gehen, damit man möglichst schnell abschliessen kann. Aber Nein, stattdessen macht man sich die Nerven kaputt, um hoffentlich ein bisschen mehr Kohle zu kriegen. Lächerlich!

  • Mounimalouni am 28.01.2012 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Geld bieten, damit man nicht klagt ist doch Bestechung oder?! Entschädigung hin oder her...