«Costa Concordia»

23. Januar 2012 16:03; Akt: 23.01.2012 21:04 Print

Zwei weitere Leichen gefundenZwei weitere Leichen gefunden

Aus dem Wrack der «Costa Concordia» sind die Leichen von zwei Frauen geborgen worden. Zudem hat der italienische Zivilschutz grünes Licht für das Abpumpen der Treibstofftanks gegeben.

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Bei der Suche nach Vermissten haben italienische Taucher am Montag im Wrack der «Costa Concordia» zwei weitere Leichen gefunden. Damit wurden insgesamt 15 Leichen geborgen, 8 davon wurden identifiziert. Noch immer werden mindestens 20 Menschen vermisst. Möglicherweise liegt die Zahl der Vermissten höher, weil es blinde Passagiere an Bord gegeben haben könnte. Bei den am Montag gefundenen Toten handelte es sich um Frauen. Sie seien auf Deck 4 des havarierten Schiffes entdeckt worden, teilte Krisenstabsleiter Franco Gabrielli mit.

Unter den bereits identifizierten Opfern sind nach Angaben der Carabinieri vier Franzosen - darunter ein Ehepaar - und je ein Mann aus Deutschland, Italien, Spanien und Ungarn.

Am Montag hatten Taucher ein neues Loch in das Wrack der «Costa Concordia» gesprengt. Durch die Lücke zwischen den Decks vier und fünf wollten sie Zugang zum Restaurant-Bereich erhalten. Zehn Tage nach dem Unglück vor der toskanischen Küste wurden die Chancen, noch Überlebende zu finden, jedoch als äusserst gering bewertet.

Schweröl kann abgepumpt werden

Der Zivilschutz gab am Montagnachmittag zudem grünes Licht für das Abpumpen des Treibstoffs. Die Aktion sei genehmigt worden, sagte Gabrielli. Die Suche nach weiteren Opfern werde dadurch nicht beeinträchtigt.

Gesucht werden solle so lange, bis das Schiff voll inspiziert werden könne, erklärte Gabrielli. Denn Opfer, die möglicherweise zwischen Rumpf und Meeresboden eingeklemmt worden seien, könnten erst dann geborgen werden, wenn das 290 Meter lange Schiff wieder aufgerichtet worden sei.

Das auf der Seite liegende Schiff sei «stabil», es gebe keine Gefahr, dass es in die Tiefe rutsche, fügte Gabrielli hinzu. Zunächst war befürchtet worden, dass das Wrack ab dem unterseeischen Felsvorsprung rutschen könnte, unter dem es rund 30 Meter in die Tiefe geht.

Zusätzliche Vorsichtsmassnahmen

Um die Gefahren einer Ölpest einzudämmen, wurde das niederländische Spezialunternehmen Smit von den Behörden zu zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen aufgefordert. So soll die bisher geplante schwimmende Barriere gegen auslaufendes Öl verdoppelt werden.

Zudem kam ein Öltanker mit Spezialausrüstung nahe der Havariestelle an, der im Notfall Öl mit Absauggeräten und Barrieren auffangen soll. In den Tanks des 290 Meter langen Schiffes befinden sich etwa 2400 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl.

Dieses muss erwärmt werden, bevor es abgepumpt werden kann. Es gilt als weitaus umweltschädlicher als Diesel. Die Aktion dürfte einige Wochen dauern.

Kapitän unter Hausarrest

Das 114 500 Tonnen schwere Schiff war am 13. Januar bei einem als «Gruss» bekannten Manöver vor der Insel Giglio bei guter Sicht auf Grund gelaufen und gekentert. Schwere Vorwürfe werden gegen Kapitän Francesco Schettino erhoben.

Dem vom Dienst suspendierten Kapitän wird fahrlässige Tötung in mehreren Fällen vorgeworfen. Schettino steht an seinem Wohnsitz Meta di Sorrento bei Neapel unter Hausarrest.

Blinde Passagiere an Bord

Nach der Tragödie des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» vermuten die Behörden inzwischen, dass sich mehrere blinde Passagiere an Bord befunden haben könnten. Zivilschutz- Einsatzleiter Franco Gabrielli erklärte, dass die am Sonntag entdeckte Leiche einer Ungarin nicht in den offiziellen Listen eingetragen gewesen sei.
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Vier weitere Leichen seien bisher ebenfalls nicht identifiziert worden, anhand der Passagierlisten sei dies nicht möglich. Wegen dieser Ungenauigkeiten müsse noch von mindestens 24 Vermissten ausgegangen werden.

Wrack rutscht schneller ab

Am Sonntag war im verunglückten Schiff von Tauchern eine 13. Leiche entdeckt worden. Unter den bereits identifizierten Opfern sind nach Angaben von Carabinieri-Kommandant Rocco Carpenteri ein Deutscher, vier Franzosen - darunter ein Ehepaar - und je ein Mann aus Italien, Spanien und Ungarn.

Geologe Nicola Casagli von der Universität Florenz sagte, das Schiff sei in der Nacht zum Sonntag teilweise einen Zentimeter pro Stunde abgerutscht. Am Tag wurde diese Bewegung fast komplett gestoppt. «Wir wissen nicht, warum sich das Schiff bewegt hat», sagte Casagli.

(sda/dapd)

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  • Beeler josef am 23.01.2012 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum blinde Passagiere

    ImJahr 2006 war ich nach der Premierenkreuzfahrt mit der Concordia auf See. Es ist bis heute die schönste Kreuzfahrt gewesen. Die Kontrollen erlebte ich wie beim Aus und Einstieg in ein Flugzeug, alles wird gescannt untersucht, dass es blinde Passagiere an Bord hatte, kann ich mir nicht vorstellen, ausser die Crew hat sie eingeschleust...

  • gelöscht am 23.01.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

    • J. Smit am 23.01.2012 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Süsswasser-Experten

      mit tausend bunte Luftballons ?

    • schwarzes Schaf am 23.01.2012 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      ist kein spass

      Nein, wenn es um eine Tragödie solchen Ausmasses handelt, sollte man sich nicht noch darüber mokieren.

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  • Chnuschti am 23.01.2012 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gerücht

    Nebst den blinden Passagieren, die verständlicherweise kein Rettungsboot finden konnten, soll auch ein blinder Kapitän und mehrere blinde Offiziere an Bord gewesen sein.

    • past costa fan am 23.01.2012 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      gerucht

      es scheint genau so zu sein

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