Kichern auf der Brücke

19. Januar 2012 13:06; Akt: 20.01.2012 12:53 Print

Lenkte sie den Kapitän ab?

Sie ist 25, blond, kommt aus Moldawien und stand während des Unglücks bei Kapitän Schettino auf der Brücke. Offiziell war sie aber nicht einmal an Bord.

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Nächste Woche beginnt die Reederei Costa Crociere damit, das havarierte Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» aufzurichten. Das ganze Jahr hindurch arbeitete die Reederei daran, dass schiff am Meeresgrund zu sicher. Nachste Woche soll es dann mit Hilfe von Gewichten und Kränen aufgerichtet werden. Die Fischer der Insel befürchten, dass das Schiff auseinander bricht und sie danach mit einer Umweltkatastrophe kämpfen müssen. Am 18. Mai 2012 gab die Reederei Costa Crociere bekannt, dass in wenigen Tagen mit der Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» begonnen werden soll. Am 26. März haben Taucher zwei weitere Leichen aus dem Wrack geborgen. 27 Opfer wurden bislang an Land gebracht. Drei befinden sich noch im Schiff. Zwei Personen gelten noch als vermisst. Am 23. Februar finden Taucher erneut vier Leichen an Bord der Costa Concordia. Weitere 7 Personen werden noch vermisst. Am 22. Februar 2012 finden Taucher vier Leichen in der Costa Concordia. Am 31. Januar war die Suche nach den verbliebenen 15 Vermissten endgültig eingestellt worden. Mit einem Spezialboot sammelten Einsatzkräfte am 26. Januar Müll rund um das havarierte Kreuzfahrtschiff ein. Am 25. Januar werden erstmals Bilder veröffentlicht, welche die Flucht mit Rettungsbooten zeigen. Die Überlebenden des Unglücks hatten die Besatzung kritisiert, dass die Rettung schlecht organisiert war. Am 23. Januar finden die Rettungskräfte die Leichen Nummer 14 und 15. Noch immer werden 17 Menschen vermisst. Am 18. Januar tauchten erste Satellitenaufnahmen der «Costa Concordia» vor... ...der Insel Giglio auf. Rettungstaucher finden am 17. Januar fünf weitere Leichen im Wrack der «Costa Concordia». Die Suche nach den Vermissten geht weiter. Die halb versunkene «Costa Concordia» liegt am Abend des 16. Januar vor der Küste der Insel Giglio. Rettungstaucher suchen im Schiffswrack weiter nach Überlebenden. Ein Taucher schwimmt im Inneren der «Costa Concordia» und sucht nach Lebenszeichen. Das Inventar des Luxusliners ist komplett durcheinander gekommen. Die Generaldirektor Gianni Onorato und ... ... der Vorstandsvorsitzende Pier Luigi Foschi distanzieren sich an einer Pressekonferenz am 16. Januar von ihrem Kapitän Francesco Schettino. sei eigenmächtig und ohne Genehmigung vom Kurs abgewichen. Das Kentern der «Costa Concordia» sei somit auf menschliches Versagen zurückzuführen. (Bild: TV-Aufnahme vom 14. Januar) Immer noch werden mindestens 15 Personen vermisst. Doch weil das Schiff wegzurutschen droht, müssen die Bergungsarbeiten für mehrere Stunden unterbrochen werden. Am eingetragen. Es liegt bedenklich nahe an der Fährenroute Porto Giglio - Porto Santo Stefano. Unermüdlich suchen die Rettungsleute auch am das Wrack des in der Nacht auf 14. Januar 2012 auf Grund gelaufenen Schiffs nach Vermissten ab. Die Bergung gestaltet sich als schwieriger Kletterakt. Kabine um Kabine muss durchsucht werden. Auch Taucher sind rund um die Uhr im Einsatz. Hier ist eines der Decks zu sehen ... ... und hier die Pianobar des Kreuzfahrtschiffs. Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» hat ... ... einen Felsen gerammt, ... ... «der ein 70 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat», sagte Francesco Paolillo von der italienischen Küstenwache. Das Schiff wurde regelrecht Danach hat es sich und läuft langsam voll. Fast 30 Stunden nach der Havarie ist in der Nacht auf den Sonntag (15. Januar) ein lebend aus einer Kabine geborgen. Das Paar hatte auf dem Kreuzfahrtschiff seine verbracht. Am Samstag, 14. Januar, werden Tote geborgen, viele Personen sind noch immer vermisst. Passagiere mit Schwimmwesten an Bord des Unglücksschiffs, kurz nach der Havarie. Viele wurden beim Unglück vor der toskansichen Küste verletzt Ein Grossteil der rund 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord ... ... wurde mit Schlauchbooten evakuiert. Der Hafen von Giglio ist von Schiffbrüchigen belagert. «Wir haben einen grossen Krach gehört, dann war es die Hölle», sagte ein Passagier, der zusammen mit anderen Betroffenen aufs Festland nach Porto Santo Stefano gebracht wurde. Dass sich der Unglücksort unmittelbar vor dem Hafen der Insel Giglio befindet, erleichterte die Evakuierung. Francesco Schettino, des Schiffes wurde verhaftet. Gegen ihn wird wegen mutmasslichen Totschlags und Verursachung von Schiffbruch ermittelt. Zudem wird ihm vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, als sich noch Menschen an Bord befanden. Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere nannte das Schiffsunglück «eine bestürzende Tragödie». Dramatische Rettungsaktionen an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Das Unglück erinnert an den Untergang der Titanic vor 100 Jahren.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine junge blonde Frau soll den Comandante Francesco Schettino in der kritischen Phase vor dem Unglück vor der Insel Giglio irritiert haben, berichten mehrere italienische Medien. Als dieser das riskante Manöver an der Küste der Insel Giglio ausführte, habe eine Frau beim Eingang in die Kommandozentrale gekichert und gelacht, gab dieser in der Vernehmung zu Protokoll. Die Ermittler sprechen von einer fatalen Ablenkung. Schettino hat auch einen Namen für die junge Dame: Domnica. Sie soll 25 sein und aus Moldawien stammen.

Trifft diese Frau darum eine Mitschuld? Oder hat sie vielleicht als Beobachterin entscheidende Informationen über die Zeit vor, während und nach der Havarie der «Concordia»?

Am Arm von Schettino

Dies wollen die Ermittler klären und suchen die Moldawierin als Zeugin. Doch Domnica war lange Zeit unauffindbar. Und: Ihr Name erscheint auch auf keiner Passagierliste. Mehrere Zeugen haben die schöne Blonde aber kurz vor dem Crash gesehen. Sie soll am Arm von Schettino im Salon neben der Kommandobrücke gewesen sein. Dies zeigt offenbar auch ein Foto vom Tisch des Kapitäns, auf dem eine blonde Frau zu sehen ist.

Schettino habe dort mit ihr und einer dunkelhaarigen jungen Frau mehrere Gläser Wein getrunken, berichten Zeugen. Von den grossen Fenstern des Salons aus habe er den beiden die prächtige Aussicht auf die Insel Giglio gezeigt.

«Schettino hat über 3000 Menschen gerettet»

Mittlerweile hat sich die 25-Jährige in den moldawischen Medien gemeldet. Sie heisst Domnica Cemortan und ist eine Angestellte der Costa-Reederei. Auf der «Costa Concordia» war sie aber ferienhalber. Sie sei bei Comandante Francesco Schettino gewesen, sagte sie den Journalisten. In einem Interview mit dem moldawischen Newsportal «adevarul.md» und dem Fernsehsender «Jurnal tv» erzählt Domnica, sie sei am Freitagabend auf der Brücke gewesen. Sie will aber nur zum Helfen dorthin gegangen sein, weil sie vier Sprachen fliessend spreche. Sie habe die Rettungsanweisungen übersetzt.

Über Kapitän Schettino kann sie nur Gutes berichten: «Ich denke, er hat ausgezeichnete Arbeit geleistet, er hat über 3000 Personen gerettet.» Sie habe Schreckliches erlebt. Im Schiff habe man wegen der Dunkelheit kaum etwas sehen können, die Leute hätten geschrien, aber der Kapitän sei auf der Brücke gewesen. Auch sie habe mit dem Übersetzen der Rettungsanweisungen geholfen, Leben zu retten. Auf ihrem Weg aufs Rettungsboot habe sie zudem zahlreiche Leute geführt und ihnen geholfen.

Domnica fuhr «schwarz» mit

War Domnica eine «Freundin» von Schettino, eine Verehrerin oder war sie nur zufällig auf der Brücke? Ziemlich sicher ist, dass sie als Gast von einem der Rangoberen an Bord der «Concordia» war. Offiziere und Kommandanten des Schiffes dürfen eine gewisse Zahl an Freunden und Verwandten mit auf den Kreuzer einladen. Diese privaten Gäste werden nicht im Besatzungs- oder Passagierregister des Schiffes erfasst, sondern fahren «schwarz» mit. So lässt sich erklären, wieso Domnica nicht auf der Passagier- oder Besatzungsliste war.

Angeblich war Domnica Gast eines Offiziers. Doch vielleicht gehörte sie auch zu Schettino – die Details sind unklar. Die italienischen Ermittler wollen Domnica auf jeden Fall so bald wie möglich befragen.


(Quelle:YouTube/telegraphtv )

(ann)