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Richter
03. September 2010 13:49; Akt: 03.09.2010 14:34 Print
Karadzic-Prozess kann noch lange dauern
Der Genozid-Prozess gegen Radovan Karadzic könnte noch bis ins Jahr 2014 dauern, wenn der Angeklagte weiterhin so viel Zeit für die Befragung seiner Zeugen braucht.

Der frühere bosnisch-serbischen Führer Radovan Karadzic könnte noch bis im April 2014 vor dem Haager Tribunal auftreten. Aufnahme vom 1. März 2010. (Bild: Keystone)
Der Völkermordprozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Führer Radovan Karadzic kann nach Einschätzung der Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals bis zu zwei Jahre länger dauern als erwartet. Das ergab eine Anhörung zum bisher schleppend verlaufenden Prozess am Freitag in Den Haag.
Bildstrecken Ratko Mladic - der Schlächter von SrebrenicaDer Vorsitzende Richter O-Gon Kwon sagte, wenn Karadzic weiterhin soviel Zeit für seine Zeugenbefragung beanspruche, werde das Urteil statt wie bisher veranschlagt Ende 2012 erst Ende April 2014 zu erwarten sein. Neben Karadzic müssten sich auch die Staatsanwälte kürzer fassen, um ein Urteil bis Ende 2012 zu erreichen, hiess es.
Der ehemalige Präsident der bosnischen Serben muss sich in zwei Fällen wegen Völkermordes und neun Fällen wegen Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 verantworten, darunter Mord, Zwangsdeportationen und die Geiselnahme von 200 UN-Mitarbeitern. Zu den Gräueltaten, die ihm zur Last gelegt werden, zählt das Massaker von Srebrenica mit 8000 Toten im Juli 1995.
Karadzic war nach langer Flucht im Juli 2008 in Belgrad verhaftet worden. Mit ihm wollte das Tribunal auch dessen früheren Militärchef Ratko Mladic zur Verantwortung ziehen, der aber weiter auf der Flucht ist.
(dapd)




























