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27. Juni 2007 22:57; Akt: 27.06.2007 21:28 Print
Atommüll: SVP-Mann fordert Verbrennung statt Lagerung
Oskar Freysinger denkt etwas gar weit in die Zukunft: In einem Vorstoss fordert der SVP-Mann, dass es nicht zwingend geologische Tiefenlager für atomare Abfälle braucht. Diese liessen sich verbrennen. Beim Paul-Scherrer-Institut (PSI) reibt man sich erstaunt die Augen.
Sage und schreibe 467 Vorstösse wurden in der vergangenen Sommersession eingereicht – so viele wie nie zuvor. Darunter befinden sich auch absurde – wie jener von Freysinger: «Das Paul-Scherrer-Institut», schreibt der Nationalrat, «hat kürzlich Experimente durchgeführt, bei denen nukleare Abfälle durch Neutronen verbrannt wurden.» Deshalb wäre ein Gesetz sinnvoll, das vorsieht, nukleare Abfälle nicht in geologischen Tiefenlagern zu deponieren, wenn es möglich sei, die Radioaktivität durch technische Verfahren zu neutralisieren.
Der Vorstoss von Oskar Freysinger ist für das PSI absurd.(Bild: Keystone)
Das PSI kann Freysingers Vorstoss kaum fassen: «Beim Experiment wurden Neutronen durch Beschuss von Flüssigmetall mit einem Protonenstrahl erzeugt», erklärt PSI-Sprecher Beat Gerber. Man habe also erst das Prinzip erfolgreich getestet. Bis es technisch möglich sei, nukleare Abfälle zu verbrennen, dauere es noch Jahrzehnte. Zudem würden so die langlebigen nuklearen Kerne in kurzlebige umgewandelt, sagt Gerber. Diese würden aber immer noch mehrere tausend Jahre strahlen. Die Endlagerproblematik sei damit also keineswegs gelöst.
Freysinger ist erstaunt: «Ich habe mich auf die Aussagen von Isabelle Chevalley, der Präsidentin der Bewegung Ecologie libérale, verlassen und nicht genauer beim PSI nachgefragt.» Diese konnte gestern für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.
Nico Menzato


























