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03. Juli 2007 07:09; Akt: 03.07.2007 10:24 Print
Axpo macht Druck auf Bau neuer Atomkraftwerke
Der Stromkonzern Axpo stellt seine Projekte für Gas-Kombikraftwerke wegen der politischen Rahmenbedingungen zurück. Ohne neue AKW drohen laut der Industrie Stromknappheit und Preisdruck.
Die Sistierung der Projekte für Gas-Kombikraftwerke in Perlen (LU) und in Schweizerhalle bei Basel begründete der Konzern mit den politischen Rahmenbedingungen. Schon die Bedingung des Parlaments, wonach 70 Prozent der anfallenden CO2-Emissionen eines Gas-Kombikraftwerkes in der Schweiz selber kompensiert werden müssten, lege die Messlatte für die Realisierbarkeit sehr hoch. Praktisch verunmöglicht würden gasbetriebene Kraftwerke durch die Modalitäten der Anrechenbarkeit von CO2-Kompensationsmassnahmen und das fehlende Potenzial, CO2-Kompensationen im nötigen Umfang technisch und ökonomisch zu realisieren, heisst es weiter. Die laufenden Projekte würden deshalb nicht weiter verfolgt. Eine Wiederaufnahme kommt laut Axpo-Chef Heinz Karrer nur bei einer Änderung der Rahmenbedingungen in Frage.
Die Konkurrenz macht weiterNeben der Axpo haben auch andere Energiekonzerne Pläne für den Bau von Gaskombikraftwerken in der Schweiz. Die in Bern ansässige BKW Energie AG etwa möchte bis 2010 eine solche Anlage in Utzenstorf BE realisieren.
An dem Projekt hält die BKW vorerst fest. Die Nutzung des Energieträgers Gas bleibe eine Option, sagte Unternehmenssprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage. Allerdings seien die Rahmenbedingungen mit einer Kompensation von 70 Prozent des CO2- Ausstosses im Inland schwierig.
Neben der BKW plant auch der Energiekonzern EOS eine Anlage. Das Projekt in Chavalon VS werde vorerst wie geplant weiterverfolgt, sagte EOS-Sprecher Benoît Revaz auf Anfrage. Ob das Kraftwerk tatsächlich gebaut werde, sei jedoch nicht sicher.
Die Umsetzung hänge davon ab, ob der Bundesrat den Anteil der Kompensationen im Ausland auf 50 Prozent erhöhe und ob die Kompensation des gleichen Anteils im Inland überhaupt möglich sei. Eine Kompensation von 70 Prozent hält er für schwierig. Daneben seien auch noch die technischen und wirtschaftlichen Fragen zu lösen.
Die Groupe E hat ebenfalls Pläne für eine Anlage im neuenburgischen Cornaux. Auch an diesem Projekt wird vorerst festgehalten, wie Sprecherin Annette Zunzer sagte. An dieser Anlage sind auch die BKW und die Ronade Energie beteiligt. Letztere macht auch beim Projekt in Chavalon mit.
Insgesamt hatte die Stombranche den Bau von maximal fünf Gaskombikraftwerken bis 2035 ins Auge gefasst. Dafür wird mit Kosten von bis zu 2 Milliarden Franken gerechnet.
(SDA)
Zur bestmöglichen Sicherstellung der Stromversorgung der Axpo-Kunden auch während der ab 2012 erwarteten Engpässe stehen gemäss Mitteilung der Ausbau der Produktion im Bereich neuer Energien, die Leistungssteigerung bei der Wasserkraft und die Sicherung der langfristigen Importverträge mit Electricite de France (EdF) im Vordergrund. Zudem wolle Axpo bis 2020 gegen zehn Milliarden Franken in den Ausbau des Kraftwerksparks und der Netzinfrastruktur investieren. Beim Verzicht auf Gas-Kombikraftwerke könne derzeit aber nicht ausgeschlossen werden, dass es im nächsten Jahrzehnt in der Schweiz Kapazitätsengpässe bis hin zu Netz-Instabilitäten geben werde, schrieb Axpo weiter. Damit verbunden sei ein erheblicher Preisdruck.
Die Gas-Option hätte die Engpässe bis zum Ersatz der bestehenden AKW überbrücken sollen. Entfalle der fossile Zwischenschritt mit den Gas-Kombikraftwerken, werde der Bau von Ersatz-AKW umso dringlicher. «Es ist wichtig, dass sich die Schweizer Bevölkerung schnell klar wird, wie sie die Energieversorgung der Zukunft gestalten will», wurde Axpo-Chef Karrer weiter zitiert. Man könne es sich auf Grund der langen Realisierungszeiten nicht leisten, mit Entscheiden zuzuwarten, bis es Engpässe und Versorgungslücken gebe.
Axpo will gemäss Mitteilung bis Ende 2008 die Grundlagen für ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein neues AKW erarbeiten. Arbeiten an einem Vorprojekt zum Ersatz der nach 2020 abzuschaltenden Atomreaktoren Beznau 1 und 2 seien im Gang. Laut Karrer sollen gleichzeitig die Ausbau- und Neubaupläne im Bereich der Wasserkraft «nicht durch zusätzliche politische oder regulatorische Eingriffe weiter eingeschränkt werden».
(dapd)


























