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come-to-switzerland.com
06. Februar 2009 13:21; Akt: 06.02.2009 14:00 Print
Die Fragen zur Fake-Webseite bleiben
von Lukas Mäder - Plötzlich soll alles nur ein Scherz gewesen sein. Das behauptet der Webdesigner Markus Gäthke nun von der Fake-Einwanderungsseite come-to-switzerland.com. Glaubwürdig ist diese Aussage nicht. Warum sollte er unbezahlt die Schweizer belustigen wollen?
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Personenfreizügigkeit
Er wollte seinen Beitrag zur deutsch-schweizerischen Freundschaft leisten: Der Webdesigner Markus Gäthke aus dem deutschen Ort Gladbeck hat für die Schweizer eine satirische Website erstellt, auf der Hartz-IV-Empfängern gegen ein gutes Vermittlungshonorar eine arbeitsfreie, aber gut bezahlte Zukunft im Schweizer Sozialstaat angeboten wird. Das behauptet zumindest Gäthke in einer Videobotschaft (20 Minuten Online berichtete). Glaubwürdig ist diese Geschichte nicht.
Markus Gäthke betreibt mehrere dubiose Webseiten zu Kreditkarten und Girokonti — möglicherweise im Auftragsverhältnis. Anstatt Möglichkeiten, Geld zu verdienen, soll er nun plötzlich die Satire als Beschäftigungsfeld entdeckt haben. Aus völlig uneigennützigen Gründen soll er für einen schweizerischen Abstimmungskampf eine mit aufwendig recherchierten Zahlen angereicherte Website erstellt haben. Wollte er das Bild von den Deutschen in der Schweiz aufpolieren? Kaum.
«Satiriker» auf Tauchstation
Wäre Gäthkes Ziel Satire gewesen, dann hätte er die Rolle auch gespielt — und den Schweizer Medien in den letzten Tagen Auskunft gegeben. Doch Gäthke war auf Tauchstation und weder schriftlich noch telefonisch erreichbar. Erstaunlich dabei ist: Als 20 Minuten Online vor zehn Tagen Gäthke kontaktierte, gab er per E-Mail bereitwillig Auskunft, dass er die Site im Auftrag betreibe. Damals gab es noch keinen Medienrummel. Dass Gäthke nun plötzlich an die Öffentlichkeit tritt, könnte einen viel plausibleren Grund haben: Der Auftraggeber hat ihn dafür bezahlt.
Gegen eine freiwillige und wohlgeplante Enthüllung der Hintergründe spricht ein weiterer Punkt: Am frühen Donnerstagabend warb come-to-switzerland.com plötzlich nicht mehr für Sozialschmarotzertum, sondern bot dem geneigten Leser Wissenswertes zur Schweizer Tierwelt. Offenbar war den Betreibern der Rummel um die Website zu gross geworden. Sie entfernten in einer unkoordinierten Aktion die umstrittenen Inhalte, um den medialen Druck zu verringern. Zu dieser Zeit stand aber das Video-Geständnis von Gäthke noch nicht bereit. Wäre die Absicht der Website wirklich Satire, hätte Gäthke auch die Auflösung entsprechend gut geplant inszeniert.
Die Zweifel an der kommunizierten Version von Gäthke bleiben gross. Viel plausibler ist weiterhin, dass er politische Hintermänner aus der Schweiz hatte. Das muss nicht SVP-Nationalrat Lukas Reimann gewesen sein, obwohl er bereits früher seinen cleveren Umgang mit den Möglichkeiten des Internets unter Beweis gestellt hat (20 Minuten Online berichtete). Die Schweiz hat mit come-to-switzerland.com jedenfalls erlebt, mit welchen Mitteln in Zukunft auch in der Schweiz Abstimmungskampf betrieben wird — in erster Linie zur Verwirrung der Stimmbürger.

























