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Affäre Gaddafi
11. März 2010 18:48; Akt: 11.03.2010 21:32 Print
Über 50 weitere Personen in Libyen verhaftet
Nicht nur Max Göldi und Rachid Hamdani bekamen nach der Festnahme Hannibal Gaddafis in Genf den Zorn des libyschen Diktators Muammar Gaddafi zu spüren. Wie jetzt bekannt wird, wurden im Juli 2008 mindestens 50 weitere Mitarbeiter von Schweizer Firmen verhaftet.
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Am 20. Juli 2008, drei Tage nach der Festnahme Hannibal Gaddafis und seiner Frau Aline, sei eine Welle der Repression über Schweizer Firmen und ihre Mitarbeiter niedergegangen, berichtet das Online-Portal des Westschweizer Fernsehens tsr.ch. Heba Fatma Morayef von Human Rights Watch bestätigt gegenüber tsr.ch: «Andere Ausländer wurden am selben Tag verhaftet, wie Max Göldi und Rachid Hamdani. Aber wir konnten ihre Fälle nicht nachverfolgen, da es sehr schwer ist, an Informationen aus Libyen zu kommen.»
Neben Max Göldi (im Bild) und Rachid Hamdani sind im Juli 2008 offenbar noch dutzende weitere Angestellte von Schweizer Firmen verhaftet worden.(Bild: Reuters)
Auch Amnesty International (AI) hatte damals Hinweise darauf, dass es zu zusätzliche Verhaftungen gekommen ist. «Wir konnten die Fälle nicht untersuchen oder weiter verfolgen, weil wir keine Informationen über ihr weiteres Schicksal von den betroffenen Firmen, Ländern oder aus Libyen selbst erhalten haben», sagt AI-Sprecher Daniel Graf gegenüber 20 Minuten Online.
Unternehmen schwiegen aus Angst
Tsr.ch hat nach eigenen Angaben Kenntnis von mindestens 50 Verhaftungen. Betroffen davon seien Bürger aus Bulgarien, anderen europäischen Staaten, Indonesien und den Philippinen gewesen. Nach Monaten in Gefängnissen oder unter Hausarrest seien sie dann aber alle wieder freigelassen worden. Die Fälle wurden bis jetzt nicht bekannt, da die betroffenen Unternehmen aus Rücksicht auf die beiden Schweizer Geiseln und ihre eigenen Geschäftsinteressen in Libyen Stillschweigen bewahrt hatten. Die Heimatländer der festgenommenen Personen ihrerseits schwiegen, um das Verhältnis zu Gaddafi nicht zu trüben, so tsr.ch weiter.
Exemplarisch für die libyschen Repressalien berichtet das Nachrichtenportal des Westschweizer Fernsehens vom Schicksal eines Bulgaren, der für ein Schweizer Unternehmen in Libyen arbeitete. Er musste nach seiner Verhaftung drei Monate in einem Gefängnis in Tripolis verbringen. Dies wurde von der bulgarischen Botschaft in Tripolis und seinem Arbeitgeber inzwischen bestätigt. Sein Pass blieb aber lange beschlagnahmt. Ein Ausreisevisum sei ihm erst vor wenigen Wochen erteilt worden, so tsr.ch weiter.
Auslöser der Libyen-Krise war die Verhaftung von Diktatoren-Sohn Hannibal Gaddafi und dessen Frau Mitte Juli 2008 in Genf. Nur zwei Tage später wurden Göldi und der Schweiz-Tunesier Rachid Hamdani festgenommen. Sie hätten Aufenthalts- und Wirtschaftsgesetze verletzt, hiess es.
Hamdani konnte Libyen Ende Februar verlassen. Göldi dagegen wurde unter anderem zu vier Monaten Haft verurteilt. Gemäss ai wird Göldi gut behandelt und scheint gesund zu sein.
(jcg)


























