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Affäre Gaddafi
25. Juli 2008 16:41; Akt: 25.07.2008 19:22 Print
Al-Fellah: Im Höllenknast von Gaddafi
von Adrian Müller - Die zwei in Libyen verhafteten Schweizer befinden sich immer noch in der Gewalt von Gaddafi. Die Zustände im Gefängnis sind laut Beobachtungen von Amnesty International miserabel: Gefangene müssen sich Betten teilen und schmoren den ganzen Tag an der glühenden Sonne.
Amnesty International (AI) beobachtet seit Jahren die Situation der Gefangenen in Libyen. Und was die Menschenrechtsorganisation aus dem Wüstenstaat berichtet, ist wenig erfreulich. Im Knast für illegale Immigranten «Al-Fellah», wo laut AI die Schweizer inhaftiert sein könnten, teilen sich 20 Personen eine 15 Quadratmeter kleine Gemeinschaftszelle. Darin hat es zwar ein Lavabo und ein WC, jedoch nicht genug Betten für alle Häftlinge. Diese müssen entweder die Liegen teilen oder am Boden schlafen. Dies schildert die Libyen-Spezialistin von Amnesty Schweiz, Denise Graf, gegenüber 20 Minuten Online.
Das Ayn-Zara Gefängnis in Tripolis. (Bild Amnesty International)
Um fünf Uhr geht der Alarm los
Auch der Tagesablauf ist gemäss AI wenig erfreulich. Lange dürfen die Inhaftierten nicht ruhen: Um fünf Uhr in der Früh ertönt eine Sirene, worauf die Häftlinge im Gefängnishof zum Appell antreten müssen. Um acht Uhr gibt es Frühstück, welches aus einer Tasse Tee und einem Drittel Baguette besteht. Auch sonst sieht es schlecht aus punkto Essen: Mittags und Abends kriegen die Gefangenen je eine Schale Reis sowie ein weiteres Drittel Baguette. Nach dem frühmorgendlichen Appell müssen die Gefangenen den ganzen Tag im kargen Gefängnishof verbringen: Unter der der glühenden Sonne, ohne Schatten, und dies bei Temperaturen jenseits von 30 Grad.
Aufgrund der Mangelernährung, schlechter Hygiene und fehlender medizinischer Versorgung treten immer wieder Krankheiten auf: Laut Amnesty International sind etwa Fälle von Tuberkulose bekannt, mit welchen sich Häftlinge angesteckt haben sollen.
«Haftbedingungen sind psychische Folter»
Strikte Regeln prägen den libyschen Häftlingsalltag. Selbst wenn die Knastbrüder krank sind, dürfen sie weder Familie, Botschaft noch Anwälte kontaktieren. Die Gefangenen wissen vielfach weder über ihre Haftgründe noch über die Dauer der Inhaftierung bescheid. Sie stehen völlig im luftleeren Raum. «Diese Haftbedingungen entsprechen einer psychischen Folter», meint Denise Graf. Wegen den miserablen Haftbedingungen gibt es immer wieder Gefängnisrevolten, welche oftmals blutig niedergeschlagen werden. Auch sonst sind die Wärter nicht eben zimperlich: Sie schlagen immer wieder auf die Gefangenen ein, manchmal verwenden sie dazu sogar Elektroschlagstöcke - und dies ohne je dafür belangt zu werden.
Nicht nur Amnesty International, auch die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch tadelt die Zustände in libyschen Gefängnissen regelmässig.



























