Libyen-Affäre

29. Januar 2010 09:36; Akt: 29.01.2010 10:55 Print

Brannten die Fahnen auf Befehl von Gaddafi?Brannten die Fahnen auf Befehl von Gaddafi?

Vor zwei Wochen brannten in Islamabad bei Protesten Schweizer Fahnen – nun wird laut einem Medienbericht klar, wer hinter den Protesten steckt. Die Spur führt nach Libyen.

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Nach Rachid Hamdani ist am Donnerstag auch Max Göldi zu einer Anhörung vor Gericht erschienen (20 Minuten Online berichtete). Das Erscheinen Göldis wurde von Amnesty International als «Schritt hin zu einer möglichen Befreiung der beiden Schweizer» gefeiert. Bislang hatten sich weder Göldi noch Hamdani vor Gericht gezeigt - aus Angst, erneut verschleppt zu werden.

Und auch hinter den Kulissen werden offenbar weiterhin Allianzen geschmiedet. So will sich der Generalsekretär der arabischen Liga heute mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey treffen und «über diesen Fall sprechen», so Amre Moussa gegenüber der «Aargauer Zeitung». Das Aussendepartement bestätigte am Donnerstag ein Treffen, wollte sich zum Inhalt aber nicht äussern. Die Unterstützung aus der islamischen Welt könnte die Schweiz gebrauchen.

Schweizer Fahne brannte auf Befehl von Gaddafi

Denn auch Libyen bleibt nicht untätig. So soll der libysche Geheimdienst hinter den Protesten vor zwei Wochen in Pakistan stecken, bei denen auch Schweizer Fahnen verbrannt wurden. So will es die «Aargauer Zeitung» von «drei unabhängigen und zuverlässigen Quellen» erfahren haben. Die Schweiz soll auch bereits reagiert und mit Pakistan Kontakt aufgenommen haben. Eine Reaktion gegenüber Libyen gab es aber offenbar nicht, heisst es in der «AZ» weiter.

Dass Göldi und Hamdani persönlich vor Gericht erschienen, ist offenbar auch internationalen Vermittlungen zu verdanken. Unter deutscher Vermittlung soll eine Garantie ausgehandelt worden sein, die den beiden Schweizern eine Rückkehr in die Botschaft gewährt, wo sie seit über eineinhalb Jahren ausharren. Abgegeben hat die Garantie gemäss dem libyschen Anwalt der beiden Geiseln, Salah Zahaf, die Gaddafi-Stiftung. Deren Präsident ist Seif al-Islam, der politisch ambitionierte Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi.

Das Urteil gegen Max Göldi soll am 4. Februar gefällt werden. Bereits am Sonntag soll das Urteil gegen Rachid Hamdani im Prozess wegen mutmasslicher Visa-Vergehen gesprochen werden.

(amc/sda)