Affäre Gaddafi

21. Dezember 2010 07:57; Akt: 21.12.2010 09:23 Print

Indiskretionen bleiben ungesühntIndiskretionen bleiben ungesühnt

Wer hat die geheimen Informationen aus dem Libyen-Bericht ausgeplaudert? Erst wollte die GPDel eine Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen. Nun krebst sie zurück.

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Man wird wohl nie erfahren, wer das so genannte Geheimhaltungskapitel des Libyen-Artikels den Medien zuspielte. Der Bericht hatte die Hans-Rudolf Merz und Micheline Calmy-Rey stark belastet.

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Nach den Indiskretionen in der Affäre Gaddafi verzichtet die parlamentarische Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) nun doch darauf, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Es sei kaum mehr möglich herauszufinden, wer die geheimen Informationen aus dem Libyen-Bericht den Medien zugespielt habe.

Das sagte GPDel-Präsident und Ständerat Claude Janiak (SP/BL) am Dienstag in der Sendung «Heute Morgen» auf Schweizer Radio DRS. Dem Bundesrat stehe es frei, seinerseits Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

Noch anfangs Dezember hatte die GPDel eine Anzeige in der Sache vorbereitet. Der Grund für die Kehrtwende seien die geringen Erfolgschancen einer Untersuchung, sagte Janiak: «Solche geheimen Berichte gehen in jedem Departement an persönliche Mitarbeiter», erklärte er. Deshalb sei es schlicht nicht mehr möglich, das Informationsleck zu finden.

Der Bundesanwalt habe die GPDel darauf hingewiesen, dass bisher – mit einer Ausnahme – alle ähnlichen Untersuchungen im Sand verlaufen seien, sagte Janiak.

Künftige Lecks verhindern

Die GPDel will gemäss ihres Präsidenten aber künftige Indiskretionen verhindern. «Wir als Absender setzen in der Zukunft genau fest, wer die Berichte sehen kann», hielt er fest. Falls der Bundesrat die Papiere weitergebe, müsse er exakt angeben, an wen.

Vor rund drei Wochen war das so genannte Geheimhaltungskapitel des Libyen-Berichts über die Medien veröffentlicht worden. Den Medien waren Informationen zu Konzepten beziehungsweise Plänen für eine Exfiltration der Geiseln aus Libyen zugespielt worden.

Eine Anzeige – ebenfalls wegen Indiskretionen im Zusammenhang mit allfälligen Befreiungsplänen – hatte im vergangenen Juni auch der Bundesrat selbst eingereicht. Bekannt geworden waren die Pläne durch ein Leck in der Bundesverwaltung.

(sda)

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  • André Josef am 22.12.2010 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Gusti und Jacky

    Man sollte vorsichtig sein, auf Frau Calmy-Rey zu zielen. Wieviele Male haben Mörgeli, Blocher und Co mit gezielten Indiskretionen "gearbeitet" und dann die Entrüsteten gespielt?

  • Renè am 21.12.2010 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Somit kann im BR weiter gewurstelt werden

    wie bis anhin - ausser Spesen nicht's gewesen - so bringt man die Steuergelder auch los. Das gleiche gilt auch für die anstehende Volkszählung.

  • Seppli am 21.12.2010 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ich dachte alle sind vor dem Gesetzt gleich,

    oder haben da die oberen besondere Vollmachten?

    • Peter Stoffel am 21.12.2010 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Etwas gleicher

      Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich - nur die oberen Zehntausend sind halt etwa gleicher :-)

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