Zelt abgebaut

24. September 2009 12:57; Akt: 24.09.2009 13:36 Print

Trump wirft den «Zirkus Gaddafi» rausTrump wirft den «Zirkus Gaddafi» raus

Muammar al-Gaddafis Versuch, in New York einen Campingplatz zu finden, ist erneut gescheitert. Der Immobilientycoon Donald Trump hat den Abbau des auf seinem Grundstück errichteten Zelts angeordnet.

storybild

Arbeiter vor Gaddafis Zelt auf dem Trump-Anwesen. (Bild: Keystone)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Mit seinem wirren Rundumschlag vor der UNO hat Muammar al-Gaddafi für Kopfschütteln und Empörung gesorgt. Vielleicht war der Revolutionsführer einfach nur wütend, weil ihm partout niemand erlauben will, sein Beduinenzelt in New York aufzustellen. Dabei schien der x-te Versuch bereits gelungen zu sein. Am Dienstag wurde Gaddafis Zeit auf einem Anwesen im Vorort Bedford errichtet, das dem Immobilientitan Donald Trump gehört.

Der schillerende Milliardär wusste offenbar nicht, mit wem er es zu tun hatte. Man habe den Mietvertrag «mit Partnern im Mittleren Osten» abgeschlossen», teilte die Trump-Organisation mit. Zeitweise schien man sich in Bedford mit der Präsenz des verhassten Diktators abgefunden zu haben, obwohl die Behörden betonten, der Zeltbau verstosse gegen Vorschriften und Gesetze. Es gelang jedoch nicht, einen angeordneten Baustopp durchzusetzen.

Ein «obdachloser Vagabund»

Dann jedoch griff Donald Trump persönlich ein, wie der örtliche Staatsanwalt Joel Sachs gegenüber der «New York Times» erklärte. Man habe von den Mietern verlangt, dass sie das Zelt entfernen, bestätigte Trumps Büro: «Sie sind der Aufforderung nachgekommen, und Mr. Gaddafi wird das Anwesen nicht aufsuchen.» Tatsächlich wurde das Zelt noch am Mittwoch abgebaut. Die Libyer zogen aus Bedford ab, nicht ohne ein Chaos zu hinterlassen, wie die Nachrichtenagentur AP vor Ort feststellte.

Der libysche Anführer sei nun ein «obdachloser Vagabund», spottete die «New York Times». Sie schlug Alternativen vor, unter anderem den heruntergekommenen Freizeitpark Coney Island in Brooklyn. Dessen inoffizieller «Bürgermeister» Dick Zigun zeigte sich sofort bereit, den «Zirkus Gaddafi» aufzunehmen: «Er würde Touristen nach Coney Island bringen, und die brauchen wir.» In Tat und Wahrheit verbrachte Gaddafi die Nacht wohl in der libyschen UNO-Mission, die eigentlich nur aus Büroräumlichkeiten besteht. Kein Wunder, war er so wütend.

(pbl)